Wilkin & Sons – Tiptree Barbecue Sauce

Zu einem Fleischfondue an den Feiertagen sollte es u.a. eine Barbecuesauce werden, aber der Blick auf die Zutatenlisten der verfügbaren Produkte liess mich schaudern, etwa

Wasser, Dextrose, Weißweinessig, konzentriertes Tomatenmark, konzentrierter Rosinensaft, Salz, konzentrierter Orangensaft, konzentrierter Zitronensaft, konzentrierter Tamarindeextrakt, Knoblauch-Püree, Dattel, Jack Daniel´s Whiskey (1%), modifizierte Stärke, Farbstoff: Ammoniak-Zuckerkulör, Sojasauce (enthält Wasser, Sojabohnen Salz, Weizenmehl, Farbstoff: Ammoniak-Zuckerkulör, Konservierungsmittel: Kaliumsorbat), Zwiebel Püree, Raucharoma, Stabilisator: Xanthangum, Konservierungsmittel: Kaliumsorbat, Chilipulver. Enthält Weizen, Gluten, Soja.

bei der Jack Daniels BBQ Sauce, oder

Tomatenmark (50%), Branntweinessig, Zucker, Glukosesirup, Weinessig, Tamarindenpulpe, Stärke, Speisesalz, Aromen, Gewürze, Farbstoff, Paprikaextrakt

bei Kraft, auch bei den anderen Konzernen sah das nicht besser aus, da tummelten sich vor allem Glukose-Fructosesirup, Branntweinessig und Aromen…

Doch halt! Tiptree to the Rescue!

Und siehe da, die Zutatenliste war zumindest brauchbar:

Zucker, rote und grüne Paprika, Honig, Weinessig, Zwiebeln, Geliermittel: Pektin, Tomatenpüree, Gewürze, Salz, Knoblauch, Chili, Senfpulver

Für die 310 Gramm wird dann allerdings auch der stolze Preis von 3,99 Euro fällig.

Die Zutatenliste sagt es ja schon: die BBQ-Sauce schmeckt vor allem erst mal süß. Dann kommt eine rauchig-würzige Note, ganz angenehm, und das ohne Flüssigrauch, und so eine Ketchupwürzigkeit hintendran – an (guten) Ketchup erinnert auch die Konsistenz, die dunkelrote Farbe ist sehr appetitlich, und zum Fleischfondue passte die Sauce als Ketchup deluxe durchaus. Aber ganz ehrlich; dafür 3,99 Euro? Das ist doch ganz leicht überzogen.

Deswegen habe ich mir vorgenommen, in diesem Jahr mal wieder selbst mit BBQ-Saucen zu experimentieren. Für den Preis kann ich das auch, sogar in Bio, und garantiert besser.

Kann man kaufen — eine Flasche guter Bio-Ketchup mit etwas chipotle en adobo aufgepeppt wäre aber die bessere Wahl gewesen.

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

5 Antworten

  1. Markus Sowada sagt:

    Wir haben auch die Erfahrung gemacht, dass viele Saucen, die man explizit fürs Grillen mit Gästen kauft, dann anschließend nicht leer gemacht werden, weil wir die selber gar nicht so mögen. Auch deshalb machen wir unsere Saucen schon seit Jahren selber und fahren sehr gut damit.

    Als angenehme Begleiterscheinung kann ich verbuchen, dass wir bestimmen, was drin ist in den Saucen. Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Gluten o.ä. finden bei uns nicht statt. 🙂

  2. Captain Cook sagt:

    Darf ich ganz unbeholfen fragen, was an Glukose-Fructosesirup, Branntweinessig und Aromen so schlecht ist? Und woran macht ihr fest, welche Zutaten rein dürfen und welche nicht?

    • FoodFreak sagt:

      Allen dreien ist gemeinsam dass es hoch verarbeitete industrielle Nahrungsmittel sind. Aromen täuschen etwas vor das nicht da ist, ob das Geschmack oder eine Zutat ist, täuschen den Körper, täuschen die Sinne, die Sättigungsmechanismen des Körpers, sind unnatürlich (und kumulativ gesundheitlich mehr als bedenklich). Wenn man sieht wie viele Leute nicht mehr wissen (dank Aroma) wie ein reifer Pfirsich schmeckt oder Vanillin nicht von der Kompexität echter Vanille unterscheiden können, auf industriellen Standard-Geschmack geprägt sind…

      Zur Herstellung von Branntweinessig: http://www.chemieunterricht.de/dc2/essig/hac-23.htm – es gibt hochwertige Essige die aus Wein oder Fruchtsaft (Apfelessig) vergoren werden, statt über den Umweg, Kartoffeln oder Mais zu Industriealkohol zu brennen… Glucose-Fructosesirup wird primär (in den USA als HFCS) aus Mais (und anderen Getreiden) gewonnen. Die Nutzung hochwertiger Getreide, die subventioniert zu billigstem Süßstoff für die Nahrungsmittelindustrie werden, ist an und für sich schon alles andere als nachhaltig; gleichzeitig gilt HFCS /der Sirup als einer der wahrscheinlichsten Kandidaten in den Ursachen für Übergewicht und mit Sicherheit Diabetes.

      Bemessen tue zumindest *ich* es hier daran was *ich selbst* in meine BBQ-Sauce tun würde – und das wären eben Tomaten, Gewürze, Gemüse, Zucker oder Honig, eventuell Wein- oder Apfelessig. Und sonst nichts. Dass das durchaus möglich ist, zeigen ja Hersteller wie Wilkin & Sons (oder Frosta).

  3. Captain Cook sagt:

    Erst einmal Danke für die ausführliche Antwort.

    Also die Gesundheitsargumente kann ich sehr gut nachvollziehen.

    Das mit dem *vortäuschen* leuchtet mir weniger ein. Sie schmecken doch nach dem was sie schmecken – und auf den Geschmack kommt es doch vor allem an. Sollte man wirklich keinen Unterschied schmecken, wäre es doch rein geschmacklich egal ob es nun synthetisch oder nicht synthetisch hergestellt ist.

    Sollte es jedoch Differenzen geben, müsst man doch einfach sagen „Das ist der Geschmack von natürlichem Pfirsich“ und „das ist der geschmack von synthetischem Pfirsich“. Zum Beispiel bei Waldmeister ist das ja offensichtlich und das wäre sogar ein Beispiel wo ich für mich sagen würde, der synthetische Waldmeister schmeckt mir besser. Warum der unbedingt Waldmeister heißen muss ist freilich merkwürdig. Er könnte ja auch „Schimmerbimmer“ oder „Düddelidü“ heißen, damit es nicht zu Verwechselungen kommt.

  4. Ulrike sagt:

    @Captain Cook Wenn dir synthetischer Geschmack besser gefällt, dann bist du ja mit diesen ganzen Aromen bestens bedient. Dann brauchst du dir über die weiteren Zutaten auch keine Gedanken zu machen.

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