feurich chips cracker Tomate-Pikant

Dieser Artikel wurde zuletzt am 21. März 2017 aktualisiert

Eins vorweg: Nein, ich habe dieses Produkt nicht gekauft. Ich habe es mehr oder weniger gefunden und mir aufgedrängt. Das ist eine längere Familiengeschichte, die mal anderswo zu lesen war (mittlerweile offline), also belassen wir es dabei.

feurich bzw. die Snack and Smile Company GmbH aus Hamburg, also nichts anderes als der Vertrieb einer Aldi-Nord-Eigenmarke, lehnt sich schon auf der Packung in der dritten Zeile weit aus dem Fenster: „im Ofen gebacken“ steht da. Das klingt doch gleich richtig hausgemacht und auch schon etwas rustikal. Man stelle sich das vor, da steht noch ein Bäcker an seinem Holztisch, der die Kartoffeln schneidet, würzt und in den Ofen schiebt. Wirklich herrlich rustikal. Eben so, wie es die Verpackung verspricht. Doch in Wirklichkeit hat so ein Industriebackofen dann nichts mehr rustikales, macht aber immer noch das, was die Verpackung vorne anspricht: Im Ofen backen. Dann aber keine Kartoffelscheiben mehr, sondern aus Pülverchen angerührte Flakes.

Aus dem „Tomate-Pikant“, so prangt es auf der Vorderseite und soll die Geschmacksrichtung angeben, wird auf der Rückseite dann „Tomaten-Zwiebel-Geschmack“. Auf der Zutatenliste taucht tatsächlich irgendwann Tomatenpulver auf, hinter dem Hefeextrakt und dem Aroma.

Auch auf der Seite geht der Hersteller in die Vollen: „Im Ofen gebacken versprechen unsere Chips Cracker den mediterranen Genuss des Südens. Unverwechselbarer Knabberspaß für die ganze Familie.“ Gut, jetzt hat niemand gesagt, dass man solche Versprechen samt und sonders einhalten muss. Und wenn der Geschmack dieser Cracker, Chips sind es nicht, auch wenn sie so aussehen, wirklich „den mediterranen Genuss des Südens“ widerspiegelt, will ich wieder Urlaub in Asien machen. Der Knabberspaß wird sicher äusserst spassig, wenn ein Familienmitglied dann plötzlich allergisch auf den Hefeextrakt (Quelle für Mononatriumglutamat, aber nein, das ist ja kein Geschmacksverstärker) reagiert. Auch das laktoseintolerante Familienmitglied dürfte sich ziemlich wundern, denn wer rechnet schon mit Süßmolkenpulver in Chips oder Cracker? Dann viel Knabberspaß.

Aber keine Angst, der währt nicht lange. Denn das, was da nach „Tomate-Pikant“ schmecken soll, bezeichnete Foodfreak mit nur einem Wort: „eklig“. So zu 100% mag ich da nicht zustimmen, aber ich mag es auch nicht schön reden. Der Geschmack nach Tomate ist penetrant und entspricht nicht dem, was wir aus dem Garten, aus dem Glas, der Dose oder der Tube kennen. Er ist unterlegt mit dem aufdringlichen Zwiebel- und Knoblauchpulvergeschmack, den wohl keiner so richtig mag ausser den Leuten, die Zwiebelsuppe aus der Tüte essen. Was dann aber leider wieder viel zu viele wären, aber das ist ein anderes Thema. Ich finde, man kann die Chips, ähm, Cracker essen. Nochmal kaufen wird man sie aber sicher nicht. Ich hab dann eben noch mal einen der Cracker in den Mund genommen, Foodfreak ist sofort geflüchtet, und ja, den Geschmack kann ich eindeutig als „Trockenpulver“ beschreiben. Das einzige, was mir positiv auffällt, ist der Einsatz von Chili, der sich aromatisch abhebt. Leider wird das dann wieder vom Nachgeschmack des Künstlichen getrübt, der länger als das leichte Brennen im Mund anhält.

Das bringt mich jetzt auf die Idee, das Projekt „selbstgemachte Chips/Cracker mit Tomaten-Chili-Geschmack“ ins Leben zu rufen. Mal sehen, wann ich dazu Zeit finde.

Als Fazit kann ich nur eines sagen: No No Never.

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