Bunter Salat mit Miso-Dressing

Dieser Artikel wurde zuletzt am 31. August 2015 aktualisiert

Beim Blättern in einer älteren Bon Appétit entdeckte ich ein Rezept für einen Vegetable Slaw with Miso Dressing. Goldenes Miso habe ich im Vorrat, Möhre und Paprika aus der Gemüselieferung der Woche, und die im Original verwendete Jicama habe ich durch eine weitere (lila) Möhre ersetzt – fehlte mir also nur noch ein Stück Gurke für den farbenfrohen Salat.

Bunter Salat mit Miso-Dressing

Skeptisch war ich allerdings im Hinblick auf die Süße des Dressings – helles (Shiro-) Miso ist ohnehin süßlich, dazu kommen noch Honig und nur recht wenig Säure und bis auf wenig Ingwer kaum Schärfe – deswegen habe ich schon den Honig deutlich reduziert und mit einem Schuss Reisessig nachgesäuert.


Bunter Gemüsesalat mit Miso-Dressing

adaptiert nach einem Rezept des Shadowbrook Restaurant, Kalifornien

Ergibt: 4 Portionen

Zutaten

DRESSING

  • 3 Esslöffel helles goldenes Miso
  • 1-2 Esslöffel Akazienhonig
  • 3 Esslöffel Wasser
  • 1 Esslöffel Zitronensaft
  • 1 Teelöffel geröstetes Sesamöl
  • 2 Teelöffel helle Sojasauce
  • 2 cm frischer Ingwer, fein gerieben
  • 50 ml Pflanzenöl

GEMÜSE

  • 1 große orangefarbene Möhre
  • 1 lila Möhre
  • 1/2 Salatgurke
  • 1/2 rote Paprikaschote

UND

  • 1 Handvoll Koriandergrün, grob gehackt
  • Salz
  • Reisessig

Zubereitung

  1. Für das Dressing die Zutaten von Miso bis Ingwer in einem Mixbecher aufmixen, dann das Öl nach und nach untermixen.
  2. Die Gemüse putzen und in streichholzkurze Stifte schneiden oder auf einem Gemüsehobel stifteln. Mit dem Dressing vermischen (die Hälfte reicht), etwas durchziehen lassen.
  3. Koriandergrün untermischen, mit Salz und Reisessig abschmecken, servieren.

Dennoch ist mir das Ergebnis einfach zu süß – vermutlich geschuldet der US-amerikanischen Gewohnheit alles furchtbar süß zu machen, ob das Cole Slaw ist oder cupcake frosting. Ich kann mich erinnern, dass vor mehr als einem Jahrzehnt Kay Hartman in rec.food.cooking schon beklagte, dass alles auf süß getrimmt sei und selbst profanes Weissbrot hoch gezuckert werde in den Vereinigten Staaten.

Ganz im Gegensatz dazu sind zum Beispiel selbst die süßlich angehauchten Miso-Dressings und Salate/Pickles, die in Washoku: Recipes from the Japanese Home Kitchen zu finden sind, geschmacklich einfach rund und ausgewogen.

So richtig überzeugt hat mich das Dressing nicht, das Miso geht unter, die Süße erschlägt sogar den Ingwer noch. Vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass ich doch sehr stark die klassisch-asiatische Aromenbreite Hot-Sour-Salty-Sweet mag, und mir hier ein paar Komponenten (Schärfe, mehr Salzigkeit) davon fehlen. Dafür habe ich aber herausgefunden, dass man auch rohe Paprika vorzüglich mit dem Börner V-Hobel zu streichholzfeinen Streifchen hobeln kann.

Gefallen hat mir die gerade in diesen monochromen Wintertagen sehr fröhliche Farbmischung des Salats, die ein bisschen Sonnenschein auf den Tisch bringt.

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

5 Antworten

  1. Ulrike sagt:

    Das sieht schon nach Frühling aus!

  2. Schade, der Salat macht optisch nämlich wirklich was her. Aber das Dressing kann man ja ein bisschen ummodeln, ich stehe auch mehr auf Säure.

  3. alissa sagt:

    sehr schön – ich mag miso-dressing

  4. Gabi sagt:

    Der Salat sieht echt so aus, als wenn der Frühling bald kommen würde, wenn man aber mal rausschaut, dann bekommt man einen ganz anderen Eindruck.Bringt mich aber auch gleich auf den Gedanken auch mal wieder so einen bunten Salat zu zaubern. Vielen Dank dafür.

  5. Token sagt:

    Oh das hört sich echt fantastisch an! Es ist auch bestimmt perfekt für’s Bento! 🙂 Wird auf meine Nachkoch-Liste wandern!

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