Knorr Suppenbasis – Zucchini Cremesuppe mit Räucherlachs

Dieser Artikel wurde zuletzt am 22. Juni 2014 aktualisiert

Das Foto der zubereiteten Suppe zu dieser Tüte aus der 4-teiligen Serie Foodfreak vs. Knorr Suppenbasis ist mir leider abhanden gekommen, deswegen muss es das Foto der Verpackung tun – stellt Euch der Einfachheit halber das auf der Tüte abgebildete in meiner roten Suppenschüssel vor – passt scho‘.


Zu der Zucchini Cremesuppe mit Räucherlachs aus der Konsumgöttinnen-Suppentestaktion soll die geneigte Köchin noch folgendes hinzugeben:

– 1 Esslöffel Öl
– 100 g Räucherlachs
– 100 g Creme fraiche
– 250 g Zucchini

Die Zucchini – ich habe einfach eine kleine bis mittlere genommen und auf dem Ribbon Grater von Microplane geraffelt – soll man nun raspeln, in Öl anschwitzen, dann wie gehabt 750 ml Wasser dazu, Pülverchen einrühren, kochen lassen, Creme Fraiche und Rauchlachsstreifen rein, und fertig ist die ach so frisch gekochte Suppe mit gesunden frischen Zutaten. Oder so.

Stichwort Zutaten – Ihr kennt das ja schon:

pflanzliches Fett, Stärke, Kartoffeln, Weizenmehl, jodiertes Speisesalz, Hefeextrakt, Fruchtzucker, Milchzucker, Milcheiweiß, Zwiebeln, Gewürze, Aroma


Pro 100 g Trockenprodukt sind 23 g Fett enthalten – das ist eine ganz ordentliche Menge, und lässt gleichzeitig darauf schliessen, dass auch hier rund 18-20% Stärke für die cremige Suppe sorgen sollen – hier kommen nicht mal mehr die ansonsten gern genommenen Gemüsesaftkonzentrate zum Einsatz, nein, was hier in die Tüte gefüllt wird ist im Prinzip die (billige) Variante einer Instant-Mehlschwitze nebst zugefügtem Instantsuppenpulver – frische Küche?

(Meine Fragen zu den Zutaten und die Antworten von Knorr kann man hier nachlesen).

Übrigens, so liest sich die Werbung zu dem Produkt:

Mit der „Knorr“ Suppen Basis für Zucchini Cremesuppe heißt es ab sofort: „Machen Sie Ihre Suppe frisch!“ Das Produktkonzept ermöglicht die einfache und schnelle Zubereitung von Suppen. Das Besondere: Erst zusammen mit frischen Zutaten entsteht aus „Knorr“ Suppen Basis eine geschmackvolle Suppe.

Das Besondere: wir verkaufen Ihnen einen Tüte aber alles was die Suppe zu einer guten frischen Suppe macht müssen sie ausserdem noch kaufen — und die Leute fallen scharenweise darauf rein. Man könne die Tütensuppen ja sooo toll abwandeln, kann ich bei den Konsumgöttinnen lesen. Und denke mir… how hard can it be…?

Die Suppe schmeckt – vor dem Hinzufügen der Creme fraiche – erstaunlicherweise gar nicht mal schlecht – sie erinnert mich an eine Gemüsecremesuppe aus der Tüte, ebenfalls von Knorr, die in meinen vegetarischen Studentenzeiten Anfang der 90er Jahre ab und an mein Notessen bei superknappem Budget darstellte (und reichlich getrocknete Gemüse beinhaltete). Das ist allerdings auch auf die frische Zucchini zurückzuführen… nach Zugabe der Creme fraiche ist die Suppe eher unangenehm säuerlich, nicht im mindesten rund, und die Konsistenz gewinnt durch die Kombination aus Milchfett und billiger Stärkepampe auch nicht unbedingt. Der Räucherlachs passt nur sehr bedingt hier hinein, finde ich – ein paar Schinkenstreifen oder auch etwas zerbröckelter Feta (oder mehr Gemüse!) wären die bessere Wahl gewesen.

Man kann das essen. Man kann es aber auch lassen. Wie schon bei den beiden anderen Suppenversionen gilt auch hier, dass man ohne das Convenienceprodukt mit Bordmitteln eine nicht nur ebenso gute, sondern sogar bessere Suppe selbst machen kann.

Ein paar Vorschläge:

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

6 Antworten

  1. Astrid sagt:

    Interessant eure Erfahrungen mit der „Suppenbasis“ – bin auch immer noch der Meinung ne gute Suppe kann man auch schnell ohne das Zeugs machen.

    Was ich wirklich nicht nachvollziehen kann ist die Begeisterung im Konsumgöttinenforum zu diesen Teilen. Aber das ist wahrscheinlich der Grund warum diese Tütensuppenteile sich so gut verkaufen lassen.
    Hier würde das keiner freiwillig essen, würd ichs auf den Tisch bringen :/ (ich auch net)

  2. Carsten sagt:

    Adorno hätte (mit Blick auf Heidegger) beim Pulver vielleicht von der uneigentlichen Hauptzutat der Suppe gesprochen. Verrückt: Man muss ja viel mehr als die halbe Miete dazu kaufen.

  3. Foodfreak macht momentan die Erfahrung, dass vieles ohne Tüte besser schmeckt als mit. Um auch meine Familie davon zu überzeugen, machte ich im letzten Urlaub diesen Tütenklassiker meiner Kindheit. Nur eben ohne Tüte. „Schmeckt besser“ war die einhellige Meinung,…

  4. Balus Blog sagt:

    Während bei Küchenlatein und Foodfreak Fertiggerichte mit dem Ergebnis getestet werden, dass es wie bei Genial-Lecker oft nicht schwerer oder schneller ist, das Gericht ohne Tüte zu machen, teste ich lieber weiter als FRoSTA Scout. FRoSTA Tortelloni Ri

  5. Shermin sagt:

    Danke für den Beitrag – ich könnte da komplett unterschreiben. Jedesmal wenn ich die Werbung sehe grusel ich mich zu Tode (oder bekomme wahlweise einen kleinen Anfall ;-)) und frage mich wozu man das zum Kochen benötigt. Konnte auch nie Freundinnen verstehen, die begeistert auf Tüten zurückgreifen und den Geschmack rühmen.

    Liebe Grüße,

    Shermin

  1. 15. Februar 2017

    […] frage ich mich auch, aber nicht nur ich, denn auch hier und hier überzeugte eine Tüte nicht und schneller in der Zubereitung sind die Tüten […]

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