Knorr Suppenbasis – Mexikanische Tomatensuppe mit Mais und roten Bohnen

Dieser Artikel wurde zuletzt am 22. Juni 2014 aktualisiert

Ich hatte es neulich in einem Kommentar schon angekündigt – eine der vier Suppen aus der Testaktion der Konsumgöttinnen gemeinsam mit Knorr bekommt von mir tatsächlich das Label ‚geniessbar‘ – und zwar diese hier:

Nun ist die Suppe mit ihrer Zutatenliste zwar weit davon entfernt, von mir mit ‚empfehlenswert‘ bedacht zu werden, aber man kann das in der Tat essen und es schmeckt gar nicht mal schlecht – wenn man ein paar Kleinigkeiten berücksichtigt bzw. anders macht.

In diesem Fall habe ich mich nämlich nicht direkt an die Anleitung gehalten, sondern die Anregung aus dem Konsumgöttinnen-Thread aufgenommen, der Suppe zusätzlich Hackfleisch und etwas scharfen Paprika zu spendieren. Aber ehe ich so weit gehe, hier erst mal die Anforderungen:

– 1 Esslöffel Olivenöl
– 300 g Tomaten
– 200 g Mais & rote Bohnen Mix
– 50 g Sauerrahm

Wie immer, zuerst der Blick auf die Zutatenliste:

48% Tomatenpulver, Stärke, jodiertes Speisesalz, Zucker, Hefeextrakt, pflanzliches Fett, Gewürze, Knoblauch, Zwiebeln, Majoran

Ist jemandem was aufgefallen? – Diese Suppe enthält kein Aroma! (Über den Hefeextrakt muss ich mich wohl nicht mehr gesondert auslassen).

Schaut man auf die Zutatenliste, so entdeckt man dass auf 100 g Trockenprodukt 37 Gramm Zucker enthalten sind – das kann nur passen wenn auch der Zuckeranteil der Tomaten mit einkalkuliert ist – auf jeden Fall wird hier auch deutlich dass Zucker einen nicht unwichtigen Anteil am Geschmack hat, und die Intensität der Tomaten anscheinend auch das geschmacksstabilisierende Element Aroma nicht mehr nötig macht. (Warum sich Verbraucher nicht an saisonale Schwankungen in Produkten gewöhnen können ist mir ebenso unklar wie die Frage warum man Produkte ggf. nicht gleich saisonal herstellt wenn die Rohstoffe in Top-Qualität zu haben sind, statt mit dem Chemiebaukasten der Natur nachzuhübschen – der Kunde will es so ist imho ein billiges weil nicht nachweisbares Argument…)

Für die Suppe soll man die Tomaten kleinschneiden (das Waschen ist interessanterweise extra erwähnt), im Öl anschwitzen, und dann geht es weiter wie gehabt – Wasser, Pulver, dann Mais und Bohnen zugeben, kochen lassen, mit Sauerrahm servieren.

Bei mir sah das dann so aus: 250 g Rinderhack in Olivenöl krümlig braten, etwas scharfen Paprika zugeben, dann die Tomatenstückchen (reife italienische Strauchtomaten), Wasser, Pulver, den Inhalt einer ganzen Dose Mais-Bohnen-Mix (265 Gramm, ich nehme an die 200 Gramm sind mal wieder der berühmten Kalorienrechnerei pro Teller geschuldet). Zum Abschluss habe ich noch Koriandergrün auf die Suppe getan.

Die frisch schmeckenden (frisch! es ist Dosenware…) Maiskörner, die Bohnen, das Hackfleisch und die nachgelegte Schärfe haben aus dieser ansonsten nicht besonders bemerkenswerten Suppe eine halbwegs leckere gemacht, die ich so durchaus essen würde. Trotz fast 50% Trockentomate und guten reifen Tomaten könnte die Suppe aber gern noch tomatiger schmecken. Ohne Tüte würde ich das Ganze vermutlich mit einer Basis aus angeschwitzter Zwiebel und dreifach konzentriertem Tomatenmark realisieren – die 200-g-Tube kostet weniger als so eine Knorr-Tüte.

Und weil ich auch dieses Mal einen Tipp zum Selbermachen statt Tüte anbieten will, hier noch drei Rezeptvorschläge:


Ein Fazit nach dem Verkosten aller vier Suppen
: um eine gute Suppe zu kochen bedarf es keiner Knorr Tüte, und noch wichtiger: es geht weder schneller, noch billiger, noch schmeckt es besser mit dem Fertigprodukt– warum also sollte jemand sowas kaufen? Ich verstehe es nicht. Die Knorr Suppenbasis ist in meinen Augen ein Mogelprodukt, das den Käufern suggeriert sie bräuchten das Tütenprodukt, um eine gute und frische Suppe zu kochen und abwandeln zu können – anstelle guter Zutaten kaufen sie dafür Hefeextrakt, Jodsalz, Mehl, Stärke und Pflanzenfett sowie Aroma vorgemischt im teuren Folienbeutel – und das zu Apothekenpreisen.

Eventuell wäre das Geld besser in ein gutes Grundkochbuch investiert.

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

2 Antworten

  1. Claus sagt:

    Ist interessant, daß ausgerechnet eine tomatige Suppe einigermassen geht. Da fiel mir direkt wieder dieser TV-Bericht ein, in dem ein Foodstyling-Unternehmen aus unserer Region den Geschmack von San Marzano Tomaten überzeugend gefaked hat – es wird immer schlimmer…

  2. anabel sagt:

    Oh! Interessant!
    Ich muss noch zwei der vier Sorten testen. Dann gebe auch ich meine abschließende Bewertung im Blog ab 🙂

    LG anabel

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