Damit hier nicht nur noch von Tütensuppen die Rede ist (ehrlich, bei uns wird immer noch selbst und frisch Essen gekocht, auch wenn es hier momentan nicht danach aussieht), will ich heute mal ein paar Worte über Kaffee verlieren.
Nach dem CoffeeCube hat mich kürzlich Kaffee-Bazar.de kontaktiert und gefragt, ob ich mir vorstellen könne mal ihre Kaffees zu testen und was drüber zu schreiben. Gutem Kaffee ist man im Hause Foodfreak/datenhamster bekanntlich nie abgeneigt, also schlossen wir uns kurz, und nach einem Blick in das Angebot der kleinen Röster erbat ich mir Proben des Kenia AA Plus und des Guatemala HB (hard bean).
Zwei Tage später hatte ich den am Ausgangstag frisch gerösteten Kaffee in der Post – so wünscht man sich das

Als erstes haben wir den Kenia-Kaffee verkostet. Die Zubereitungsmethode ist im allgemeinen bei uns die French Press / Cafetiere / Bodum-Kanne, als Alternative die Gaggia
.
Kenia AA Plus ist eine meiner Lieblingssorten, eine lokale Rösterei hier hat einen wirklich fabelhaften Kenia-Kaffee im Angebot, deswegen war ich hier besonders neugierig.

So sehen die Bohnen aus – wie man sieht, schön gleichmässig, kein Bruch, wohlgeformte Bohnen mit einer Röstung, die in Blick und Geruch (wunderbar mild-nussig) sofort verrät, dass hier jemand an einem Kleinröster im wahrsten Sinne des Wortes Hand angelegt hat.
Frisch gemahlen hätte ich auch durchaus einfach die Nase über der Mühle lassen können – gut gelungen. In der Tasse war mir die Röstung einen kleinen Tick zu hell, für einen Kenia AA Plus schmeckte der Kaffee ungewohnt leichtfüssig. Pur hatte er eine leicht bittere Note, die mir weniger zusagte, mit hellbraunen Rohrzucker fand ich ihn wirklich lecker.
In der Espressomaschine schlug sich der Kenia nicht so gut – dafür ist er ja auch weder gedacht noch geröstet, würde ich mal sagen. Auch bei Pimpen des Mahlgrades kam eher nicht-intensiver Kaffee mit so gut wie keiner Crema aus dem Maschinchen. Für die Verwendung in Milchkaffee wäre mir der Kenia aber ohnehin zu schade.
Ganz anders dagegen die Guatemala Hard Beans.

Auch hier sieht man dss gute Ausgangsware verwendet wird und so gut wie kein (überrösteter) Bruch im Endprodukt auftaucht. Der Guatemala-Kaffee schmeckt deutlich kräftiger, für mich aber auch runder – das ist ein Kaffee den ich so pur und ohne Zucker trinken mag, ebenso wie er sich aus der Espressomaschine durchaus vorzeigbar schlägt und einen kräftigen Espresso mit ordentlicher Crema ergibt. Wer mag gibt einen winzigen Hauch Zucker hinein, um das Aroma abzurunden – mehr braucht es hier aber nicht. Die kräftige Säure des Guatemala-Kaffees macht ihn für mich zu einem idealen Kaffee am Morgen.
Summa summarum: beide Kaffees sind handwerklich gut gemacht und die Ausgangsware ist augenscheinlich von guter Qualität.
Ich hätte den Kenia, denke ich, ein klein wenig intensiver geröstet gemocht, aber das ist natürlich eine individuelle Vorliebe. Interessant wäre eventuell mal verschiedene Kenia AA plus von verschiedenen Röstern nebeneinander zu testen – das gebe ich mir dann 2010, versprochen. Den Guatemala Kaffee könnte ich mir als Standard-Alltagskaffee gut vorstellen.
Bliebe der Preis. Kenia AA plus schlägt mit 4,90 Euro je 250 g zu Buche, Guatemala HB mit 4,49 je 250 g. Bei der Berliner Kaffeerösterei wären das 6,10 Euro respektive 4,30 Euro, bei Elbgold hier in Hamburg 5,90 Euro und 5,50 Euro – auch preislich muss sich der Kaffee-Bazar also nicht verstecken. Für mich ist es natürlich einfacher in Winterhude einfach bei Elbgold vorbei zu gehen…
Ein kleines, noch recht im Entstehen begriffenes Blog haben die Macher von Kaffee-Bazar.de auch. Mit etwas mehr und regelmässigem Content könnte das ein netter Kaffee-Anlaufpunkt werden, vielleicht tut sich da ja noch was.






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