Butaris cremig-fein im Einsatz

Dieser Artikel wurde zuletzt am 22. Juni 2014 aktualisiert

Im vergangenen Jahr war ich Gast bei einem von Butaris ausgerichteten Kochevent, der mir sehr gut gefallen hat – und da ich ohnehin in meiner Küche gern Butterschmalz und seinen Verwandten, das indische Ghee, benutze – mein Faible für indisches Essen dürfte sich derweil rumgesprochen haben – sagte ich gern zu, als das Pressebüro von Butaris fragte, ob ich für sie das neue Produkt „Butaris cremig fein“ testen wolle.

Damit bin ich natürlich nicht ganz alleine, Brot & Rosen testet ebenso mit wie Küchenlatein und Liz Collet, und noch einige andere Foodblogger sind mit im Boot.

Was das ’neue‘ Butaris, eher ein flüssiges denn ein cremiges Butterschmalz, ausmachen soll, sind seine leichte Dosierbarkeit, und dass es hocherhitzbar ist und dabei nicht spritzt. Tatsächlich treffen die beiden letzteren Details grundsätzlich auf Butterschmalz zu, auch auf das ‚klassische‘ im festen Aggregatzustand. Also werfen wir, wie sich das gehört, erst mal den obligatorischen Blick aufs Etikett:

Mit Küchenlatein gesagt:

das dort befindliche Zutatenverzeichnis liest sich erfreulich kurz: Milchfett, Butterschmalz.

Das Milchfett dient der Verflüssigung des Butterreinfetts zu einer „Bratcreme“. Zutatenmässig ist das schon mal vollkommen i.O.

Die Verpackung ist eine ein wenig kippelig stehende ovale Plastikflasche mit einem Dosierspender im Schnappdeckel, nach dem Prinzip vieler Sportsdrinks – es kommt nur was durch wenn man drückt, ansonsten ist es (relativ) auslaufsicher. Dennoch habe ich es geschafft die Flasche aussen schmierig zu bekommen, so 100prozentig auslaufsicher ist das Patentverschlüsschen dann wohl doch nicht.

Die Dosierung geht dann auch ganz einfach, eine Spritzflasche eben. Trotzdem würde ich mir eine Glasflasche wünschen statt der Drückflasche – die ist nicht nur stabiler, man läuft auch nicht so schnell Gefahr sie mal versehentlich auf dem heissen Herd anzuschmelzen, und man sieht was (noch) drin ist. Ich bin einfach ein visueller Typ. Und auch sonst gibt es prinzipiell gute Gründe für Glas als Verpackung.

Was mir an dem Spritzverschluss gefällt, ist dass man schnell mal eine kleine Menge des Bratfetts entnehmen kann, gerade auch unter dem Aspekt fettsparenden Bratens, ein paar Tropfen in die Pfanne, mit dem Silikonpinsel hinterher, und die Pfanne ist gut gefettet. Mit konventionellem Butterschmalz wäre das aber auch kein grosses Ding – da müsste ich nur abschätzen wie viel bzw. wenig ich eben in der warmen Pfanne schmelzen müsste. Hier ergibt sich vor allem eine kleine Zeitersparnis.

Etwas besser gefällt mir das Produkt schon beim Backformen fetten – aber wie auch anderswo angemerkt muss ich zum Pinseln dennoch das Butaris erst in eine Schale füllen, oder auf Verdacht – das geht bei der Backform ganz gut – in die Form geben und dann drauflospinseln. Zum Backformen fetten hat sich das Produkt bei mir allerbestens bewährt.

Nicht so schön fand ich dass die Bratcreme im Vergleich zu dem nicht mit Milchfett versetzten Butterschmalz bei hohen Temperaturen im Backofen eher raucht.

Ganz toll lässt sich damit das Einpinseln von Parathas bewerksteligen, besonders wenn man beim Braten am Ende feststellt dass man nicht mehr genug flüssiges Ghee da hat und JETZT GANZ DRINGEND noch flüssiges Butterschmalz braucht – ein Notfall sozusagen 😀

Auch ein paar im Wortsinne aufgeschmalzene Zwiebeln für Schlickkrapfen waren darin super zu machen,

und gebratenen Semmelknödeln im Semmelknödelsalat gibt Butterschmalz den nötigen Pfiff.

Mein Fazit: An der Verpackung lässt sich noch einiges optimieren – eine breitere Basis, bessere Standfestigkeit, ein etwas besserer Auslaufschutz des Patentverschlusses. Vielleicht auch eine (deutlich) grössere Flasche für Vielverbraucher – so etwas könnte auch in der Gastronomie Abnehmer finden, die mit den guten Brateigenschaften und dem Buttergeschmack bei ihren Gästen sicher punkten kann.

Das Produkt an sich ist gut gelungen, und ich kann es mir sehr gut vor allem im kleinen Haushalt vorstellen – für fettsparendes Braten, den kleinen Schuss Butter-Aroma am Olivenöl oder pflanzlichen Frittieröl, und, wie erwähnt, ideal zum Backformen ausfetten. Zum Frittieren würde ich es sicher nicht verwenden, aus Kostengründen vor allem.

Wie übrigens auch beim ’normalen‘ quaderförmig-praktisch-gut-Butterschmalz leide ich ausserdem an den Verpackungsgrössen – ich benutze Butterschmalz gern und oft, und würde mir auch grössere Einheiten wünschen als die derzeit erhältlichen. (Indisches Ghee, das aus GB kommt, gibt es z.B. in 450g- bzw. 900-g-Blechdosen).

Würde ich Butaris cremig fein kaufen? Um ehrlich zu sein: nein. Die minimale Zeit- und Energieersparnis, die mir das flüssige Produkt gegenüber traditionellem Butterschmalz (bzw. auch dem indischen Ghee) bringt, rechtfertigt für mich weder den höheren Preis (der sicher auch der aufwändigeren Verpackung geschuldet ist) noch, ein weiteres Produkt in meinem Vorratsschrank stehen zu haben, das ich zwischen den grösseren Öl- und Essigflaschen dann noch suchen muss. Für meinen Bedarf tut es das ganz normale Butterschmalz bestens. Aber das ist bekanntlich Geschmackssache 🙂

Vielen Dank an Butaris und Ketchum für die Chance, ein mir neues Produkt in der eigenen Küche testen zu können – das war sehr aufschlussreich – und hat Spaß gemacht.

Print Friendly, PDF & Email

Appetit bekommen? - Hungry for more?

2 Antworten

  1. nasebaer sagt:

    Sehr schöner umfangreicher Bericht.

    Ich glaube, ich würde es kaufen, wenn es in einer größeren Menge (750 ml) mit einem vergleichbaren Preis zu normalen Butterschmalz daherkommen würde.

  2. Daniela sagt:

    Und ob ich es – wieder – kaufen würde!!
    Warum auch immer, es ist nicht mehr am Markt. Es war für uns das praktischste und überzeugendste Produkt als Butterschmalz. Ich mag die anderen Verpackungen garnicht und schlage mich gerade mit Rama flüssig durch…das ich auch nicht mag und dem auch dieser tolle Buttergeruch fehlt…

Kommentar verfassen