Beinahe schwedische Hackbällchen aus dem Slow Cooker

Dieser Artikel wurde zuletzt am 28. Dezember 2014 aktualisiert

Ich habe überlegt diesen Beitrag mit „Evolution eines Rezeptes“ zu betiteln – hier sieht man sehr schön wie Rezepte sich wandeln, und das keineswegs über Generationen, sondern von Küche zu Küche.

Auch im Hause Foodfreak hat nämlich ein Slow Cooker Einzug gehalten, und das ursprüngliche Rezept für dieses Gericht kommt von ihr bzw. aus dem Buch Die neue Art zu kochen: Slowcooking – Crockpot Kochen.

Aber erst mal zum Essen an sich:

Beinahe schwedische Hackbällchen aus dem Slowcooker

Im Originalrezept steht:

250 Gramm Champignons, frisch
500 Gramm Hackfleisch (gemischt)
1 Brötchen, eingeweicht, ausgedrückt
2 Eigelb
Zwiebel- und Knoblauchsalz
Salz, Pfeffer, Muskat
2 Tüten Fixsauce (für Köttbullar)
200 ml Kondensmilch
200 ml Wasser

Wie mir missfiel auch Frau Küchenlatein das Fix&Foxi Produkt, und so liest sich ihre Version bereits ganz anders:

250 Gramm Champignons, frisch
500 Gramm Hackfleisch (gemischt)
1 Brötchen, eingeweicht, ausgedrückt
1 Ei, Größe M
Zwiebel- und Knoblauchsalz
Salz, Pfeffer, Muskat
1 Zwiebel, fein gehackt
1/2 Apfel, in kleine Würfel geschnitten
1 kleines Lorbeerblatt
Etwas Currypulver
200 ml Kondensmilch
200 ml Wasser
1 Essl. Stärke

Ich habe mich pi mal Daumen an diese Vorgaben gehalten, wie auch an den Tipp, die Bällchen des besseren Geschmacks wegen vorher anzubraten. Dabei ergibt sich dann gleich eine Problematik, wenn man es denn so nennen will – hat man nämlich die Pfanne sowieso heiss und die Bällchen dank Anbraten fast gar, erübrigt sich im Grunde der Einsatz des Slow Cookers…

Entgegen meiner üblichen Gewohnheit habe ich das Brötchen im Hackteig verwendet (ich mag meine Klopse lieber etwas kompakter als leicht und fluffig) und Kondensmilch – es muss Jahre her sein dass ich das letzte Mal Kondensmilch in der ungezuckerten Version für irgendwas gekauft habe. Da ich für das Zeug keine Verwendung habe, habe ich sie ganz eingesetzt und dafür kein Wasser mehr zugegeben. Zwiebel- und Knoblauchsalz kennt mein Haushalt nicht, maximal granulierten (gefriergetrockeneten) Knoblauch – weswegen ich der Hackmasse eine kleine Zwiebel spendiert habe, die ich auf der feinen Microplane reingerieben habe. Und Muskatnuss geht bei mir gar nicht an Hackteig, Muskatblüte schon…

Gefallen haben mir die Apfelwürfel in der Sauce, die für feine Säure sorgen. Und ‚beinahe‘ schwedisch sind meine Hackbällchen, weil ich – statt Stärke zuzugeben – einen Esslöffel malaysisches Currypulver (Babas) verwendet habe statt der von Ulrike vorgeschlagenen Kleinmenge. Voilá:

Foodfreaks beinahe schwedische Hackbällchen aus dem Slowcooker

250 g weisse Champignons
500 g gemischtes Hackfleisch
1 Brötchen, eingeweicht, ausgedrückt
1 Ei, Größe S
1 Prise granulierter Knoblauch
1 kleine Zwiebel, fein gerieben
Salz & Pfeffer
1 Espressolöffelchen gemahlene Muskatblüte (Macis)
Öl, zum Anbraten

1 Zwiebel, fein gehackt
1/2 Apfel, fein gewürfelt
2-3 Lorbeerblätter, einmal durchgebrochen
1 Esslöffel Currypulver (hier: Babas)
340 ml Kondensmilch (1 Tetrapak)

Aus Hackfleisch, Brötchen, Ei, Zwiebel und Gewürzen eine Fleischteig herstellen und daraus walnussgroße Bällchen formen. Mit wenig Öl in einer grossen beschichteten Pfanne rundherum anbraten.

Pilze putzen, in Scheibchen schneiden und auf den Boden des Crockpot-Einsatzes geben. Die gebratenen Bällchen auf die Pilze legen. Lorbeerblätter dazwischen verteilen.

Zwiebel- und Apfelwürfel im Fett der Hackbällchen andünsten, dann mit dem Currypulver überstäuben und Kondensmilch einrühren. Die Sauce über Fleisch und Pilze gießen. Zwei Stunden auf Stufe HIGH garen.

Dazu gab’s bei uns Bandnudeln und kein Preiselbeerkompott. Und wie man sieht sind dank der vorgegarten Bällchen (und der kompakteren Sauce) auch keine 4 Stunden Garzeit wie im Original vonnöten.

Beim nächsten Mal würde ich allerdings keine Kondensmilch nehmen, sondern lieber Sahne und Milch – obwohl der leicht süßliche Ton zu den Hackbällchen passt, schmeckt es für mich immer noch, nunja, eben nach Kondensmilch vor.

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6 Antworten

  1. Petra sagt:

    Deine Version klingt (mit den vorgeschlagenen Änderungen) für mich bisher am überzeugendsten. Fix-Produkte gehen gar nicht, auf die Kondensmilch würde ich auch verzichten. Und das Currypulver ist ja auch im Haus 🙂

    Könnte ich für nächste Woche gleich mal einplanen, danke!

  2. Ulrike sagt:

    Und damit das ganze nicht so feist wird, nimmst du einfach Kaffeesahne mit 10 – 12 % Fett, die gibt es überall in Plastik oder Glas ohne(!) Carrageen, sogar beim Discounter.

    Und wie gefällt dir das Buch?

  3. FoodFreak sagt:

    Zum Buch schreibe ich die Tage noch gesondert was. Ich finde es recht durchwachsen – die Gestaltung und die grundlegenden Infos sind klasse gemacht, die Rezepte finde ich nur zum Teil überzeugend – mehr ein Slowcooker Howto, als ein Kochbuch (zumindest für mich).

  4. Nina sagt:

    Hallo, mich würde interessieren woher sie das Baba’s Currypulver in Deutschland haben. Ich suche schon länger danach und kann in deutschen Asia-Läden nie malaysisches Currypulver finden und bin durch Google so auf dieser Seite gelandet. Wäre nett, wenn sie mir einen Tipp geben könnten. 🙂

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