Brook, Hamburg

Dieser Artikel wurde zuletzt am 22. Juni 2014 aktualisiert

Wie schon bei Chili & Ciabatta zu lesen, haben wir uns letzte Woche hier in Hamburg zu einem Mini-Foodbloggertreff versammelt, und zwar auf Anregung von Helmut, der einige Wochen zuvor schon einmal in diesem Restaurant essen war, im Brook.

Das Brook liegt beinahe im touristischsten Hamburg, im Dreieck zwischen Chilehaus, Speicherstadt und Deichstrasse.

Restaurant Brook
Neben einem ansprechenden Mittagstisch – an diesem Tag wäre das einmal das Gericht ‚Königsberger Klopse“ gewesen, von dem aber um 13 Uhr nur noch zwei Portionen da waren („heute wollten plötzlich alle Klopse“) und einmal ein sehr fair kalkuliertes 3-Gang-Menu, das auch sehr lecker klang – besticht das Brook durch eine feine, übersichtliche Karte, auf der sich allerlei tummelt das das Herz des Foodies höher schlagen liess – so hatten wir alle Probleme, uns zu entscheiden.

Petra und Torsten orderten schliesslich die Asiatische Vorspeisenvariation, Helmut Dreierlei vom Thunfisch mit Asia-Salat, und ich kam zum ersten Hummer meines Lebens mit Ausgelöstem Hummer mit Salat von grünem Spargel und Avocado mit Krustentierschaum.



Das war sehr köstlich, besonders gut machten sich winzige blättrige Fleur-de-Sel Kristalle auf den Avocados, deren Knistern zusammen mit der schmelzigen Avocado und dem fein abgestimmten Krustentierschaum ein Gedicht war. Der rote Pfeffer auf dem Schäumchen sorgte für Überraschungsmomente. Der Hummer war lauwarm (ich weiss von Jamie Oliver dass das so sein muss) und schmeckte lecker – Luxuspreise würde ich dafür aber im Vergleich zu, sagen wir, Jakobsmuschel oder guten Garnelen nicht zahlen, so unglaublich exorbitant genial ist Hummer dann auch nicht.

Die zarten Malereien auf den Tellern entpuppten sich als Crema di Balsamico, aber wie man die so fein hinkriegt, wüsste ich schon gern.

Auf Torstens Vorspeisenteller tummelten sich z.B. Mini-Rindfleisch-Saté mit „Wasabicreme“ – einer der wenigen Punkte wo ich an diesem Tag etwas dran zu meckern hätte, denn das war grüne Merrettichcreme, aber mit Sicherheit kein Wasabi, was da auf den Teller kam – eine currywürzige Frühlingsrolle, ein ebensolches Teigtäschchen, eine Tempura-Garnele und eine fein abgestimmte Curry-Sauce – vielleicht ein Hauch zu viel Curry in der Kombination, aber alles tadellos umgesetzt.

Weiter ging es mit dreimal Fisch, einmal Fleisch – für Helmut Lammcarrèe mit Parmesankartoffeln, Schneide-Bohnen und gefüllter Romanellitomate (sah sensationell aus, ist im Artikel bei Chili & Ciabatta zu bewundern), für Petra Heilbutt auf Rahmspinat mit Pfifferlings-Ravioli und zweierlei Saucen, bei Torsten Doradenfilet auf Risotto Venere mit Tomatenchutney und Toskanischem Olivenöl und ich hatte mir Kurzgebratenen Thunfisch mit Kräuter-Brot-Kruste auf Linsensalat mit Tomaten-Pesto ausgesucht.


Ausser grossartig bleibt mir da nicht viel zu anzumerken.

Das Brook gefällt mir ausgezeichnet – die grossen, luftigen Räumlichkeiten sind schlicht und modern gestaltet, hanseatisches Understatement meets Design.

Erfreulicherweise hat man auch das Restaurant nicht, wie so oft, mit Tischen vollgestellt – andere Gastronomen würden hier sicher nochmal mindestens die halbe Gästezahl zusätzlich unterbringen.

Man hat viel Raum und Luft zum Atmen und Platz am Tisch. Der ebenso freundliche wie aufmerksame Service passt sich dem mit angenehmer Unaufdringlichkeit an, man fühlt sich hier willkommen, umsorgt, und doch belagert einen niemand, aber Wein- und Wassergläser werden wundersamerweise dennoch fast nebenbei aufgefüllt.

Platz war erstaunlicherweise auch noch für ein Dessert – das ist bei mir eher selten. Helmut, der sich nach eigenem Bekenntnis nicht viel aus Desserts, aber viel aus Suppen macht, war hingerissen von seinem Warmen Birnensüppchen mit Nougatravioli (und gern verriet man uns auf Nachfragen die Zutaten), Petra und Torsten versuchten sich an der Dessertvariation:

bei der mein Liebster erst mal etwas belegt dreinschaute: Das war doch nicht etwa Blauschimmelkäse auf dem Teller?

War es nicht, es handelte sich um ein Estragonparfait, das einfach fantastisch und intensiv ätherisch schmeckte.

Für mich gab es (nach der – problemlosen – Klärung der Frage nach eventuell allergenen Nüssen im Dessert) eine Latte Macchiato-Creme mit Blaubeeren. Die sehr großzügig bemessene Portion schmeckte wunderbar, eine Art Milchkaffee-Panna-Cotta, mit einer Schokoladen-Kaffee-Kahlua-Schicht dazwischen, einfach und super gleichzeitig.

Wir beschlossen kollektiv das Essen, für das wir uns viel Zeit genommen hatten, mit Espresso in unterschiedlichen Grössen und Versionen – auch hier gibt es (wie z.B. in der Küchenwerkstatt) den feinen Espresso vom Hamburger Spezialitätenröster Carroux, der perfekt zubereitet auf den Tisch kam.

Ein grossartiges Essen mit lieben Freunden in einem sehr schönen Restaurant, das sich hiermit sofort einen Platz auf meiner persönlichen Favoritenliste gesichert hat. Unbedingt empfehlenswert!

Restaurant Brook
Bei den Mühren 91
20457 Hamburg

Mo bis Sa 12.00-15.00 und 18.00 – 22.30, Sonntag Ruhetag

www.restaurant-brook.de

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

3 Antworten

  1. Susa sagt:

    Ein liebevoller Bericht, der Lust auf einen Besuch im Brook macht! Bis mir einfiel, dass wir dort im Frühjahr bereits waren: Ja, das Essen war sehr gut, der Service sehr aufmerksam und die großzügige Raumgestaltung fiel mir auch auf. Aber aus irgendeinem Grund blieb der Abend dort nicht in unserem Gedächtnis haften. Merkwürdig, oder?

  2. Petra sagt:

    Schade, dass das Brook nicht etwas näher liegt – da könnten wir uns gerne öfter treffen 🙂

  3. Eva sagt:

    Danke für den sehr interessanten und toll bebilderten Bericht – toll, dass ihr so schöne Stunden zusammen verleben konntet!

    Wir kennen das Brook nicht, aber das wird sich nach deiner und Petra’s begeisterter Schilderung sicher bald ändern!

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