DKduW – Allgäuer Zwiebelkuchen

Dieser Artikel wurde zuletzt am 22. Juni 2014 aktualisiert

„Lass uns mal wieder was Exotisches kochen“ beschlossen wir, und zogen Alpenküche. Genuss & Kultur aus dem Regal. Immerhin ist die Küche der Alpenländer in unserem Haushalt sehr ungewohnt und viel exotischer als Gerichte aus Asien…
Das – wie alle Bände dieser Reihe „Genuss und Kultur“ – sehr schön bebilderte Buch macht Lust auf die vorgestellte Region, mit ganzseitigen Reisebildern und Informationen rund um Speis und Trank und regionale Tradition und Produktion. Oder, wie der Verlag schreibt:

Saftige Almen, glückliche Kühe, echter Bergkäse, süße Mehlspeisen und Hüttenromantik locken jährlich viele Touristen in die Alpen. Wenn Sie das Besondere suchen, gehen Sie mit unseren Autoren auf eine kulinarische Entdeckungsreise. Sie stellen Ihnen u. a. einen ehemaligen Sternekoch auf einer Almhütte vor und die Himbeerkönige der Französischen Alpen, bei denen Sie wunderbare Konfitüren bekommen. Sie erzählen, warum in Mund in den Schweizer Alpen Safran geerntet und wo in Graubünden Sie die besten Capuns, die köstlichen Mangoldwickel, finden. Dazu gibt es Älplermagronen, Pizzocheri und Kasnudeln, Struklji, Polenta und Fondue, deftige Fleischgerichte und verführerische Süßspeisen auf traditionelle und neue Art. Mehr als 120 authentische Rezepte aus allen Alpenregionen, spannende Reportagen und wunderschöne Bilder machen Lust aufs Nachkochen und wecken Urlaubsstimmung.

Dem ist wenig hinzuzufügen – bezeichnend ist allerdings dass die Mehlspeisen doch durchweg spannender sind als die Gerichte mit Fleisch und Fisch. Und so verwunderte es mich auch nicht dass der Liebste beim Blättern nachdrücklich auf einen Allgäuer Zwiebelkuchen deutete und beschloss, das solle es werden. Wohlan…

Allgäuer Zwiebelkuchen

Ich habe schon häufig Zwiebelkuchen gebacken – mit Quark-Öl-Teig oder mit Hefeteig – aber noch nie mit einem Mürbeteig. Und wie authentisch so ein Mürbeteig mit Mandeln drin für den nördlichen Alpenrand ist, wage ich auch nicht zu beurteilen.

Komisch kamen mir allerdings die Mengen vor, die ich dennoch getreu dem Motto Kochbuchtester erst mal so hinnahm.

Allerdings beschlossen wir von vorn herein ein doppeltes Rezept zu machen. Also holte ich den Braun Multiquick raus, der sich bei der Zubereitung des Mürbeteigs ebenso souverän schlug wie beim behenden in Scheibchen zerkleinern der geschälten halben Zwiebeln. Eine echte Arbeitserleichterung!

Das Rezept:

Allgäuer Zwiebelkuchen

150 g Mehl, plus Mehl für die Arbeitsfläche
100 g kalte Butter
Butter, für die Form
50 g gemahlene Mandeln
1 Esslöffel Zucker
Salz
3 Eier
1 kg Zwiebeln
100 g Räucherspeck
1 Bund Petersilie
125 g Sahne
125 g Creme fraiche
Pfeffer
geriebene Muskatnuss

150 g Mehl auf eine Arbeitsfläche sieben. Butter in Stückchen schneiden. Mandeln, Zucker, 1 TL Salz und 1 Ei dazu geben, alles mit den Fingerspitzen verkrümeln. Teig zügig zu einer Kugel kneten, in Folie wickeln und 30 Min. im Kühlschrank ruhen lassen.

Inzwischen Zwiebeln schälen, halbieren und in Scheiben schneiden. Den Speck in Streifen schneiden und in einer großen Pfanne bei schwacher Hitze auslassen. Die Zwiebeln zugeben und goldbraun dünsten. Während die ZwiebeImischung abkühlt, Petersilie waschen. Blättchen abzupfen, hacken und mit Sahne, Creme fraiche und den übrigen Eiern verschlagen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat kräftig abschmecken.

Den Backofen auf 180° (Umluft 160°) vorheizen. Teig auf einer mit Mehl bestäubten Arbeitsfläche rund ausrollen, die gebutterte Form damit auslegen. Mit einer Gabel Löcher in den Teigboden stechen, damit sich keine Blasen bilden.

Zwiebelmasse in die Form füllen, mit der Eiersahne begießen und im heißen Ofen (unten) in 35-40 Min. goldbraun backen. Dazu passt am besten junger Wein oder Federweißer.

ist versehen mit dem Hinweis, es sei für eine 28-cm-Springform bzw. „1 kleines Blech“ konzipiert, und es waren Nährwerte für 6 Portionen angegeben. Die doppelte Teigmenge auf einem normalen Backblech war arg knapp und ergab, na sagen wir, ein Dreiviertel Blech voll, während die Mengen an Sahneguss und Zwiebeln reichlich waren. Mein Gefühl hatte also nicht getrogen. 6 Portionen kann beim Original nur als „Snack“ gemeint sein – unsere doppelte Menge ergab recht genau 6 Portionen. Aber vermutlich hat man das bewusst so angegeben damit die Leser nicht schon beim Anblick der Kalorienzahl und Gramm Fett ohnmächtig zusammensinken 🙂

Immerhin, trotz einiger Tücken des Objektes sieht der Soll-Ist-Vergleich gar nicht mal schlecht aus.

Der Zwiebelkuchen schmeckt mir so ganz prima, Torsten fand den Teig etwas zu süss. Die Petersilie, für mich die ungewöhnlichste Beigabe, macht vor allem Optik, geschmacklich kommt sie weniger zum Tragen. Will man den Kuchen wirklich wie oben beschrieben backen würde ich eher beim 2,5-fachen des Teigs ansetzen für ein Blech. Aber ehrlich gesagt halte ich den fetten Mürbeteig hier für Overkill. Er trägt zum Geschmack nur bedingt bei, und unter der Speck-Zwiebel-Masse und dem Guss mit Creme Fraîche und Ei würde es für mich auch ein schlichter Hefeteig tun, und die Butter samt Fettkalorien kann man sich für was andres aufheben.

Mit anderen Worten, ich bin nicht unbedingt zufrieden – was heisst ich muss noch eine Handvoll Rezepte aus dem Buch kochen ehe ich dazu ein abschliessendes Urteil abgeben kann.

Print Friendly, PDF & Email

Appetit bekommen? - Hungry for more?

5 Antworten

  1. Tobias Kocht! sagt:

    Das werde ich mit all den Zwiebeln machen die ich noch habe. Ich liebe Zwiebeln und der Kuchen sieht wirklich lecker aus!

  2. Gabi sagt:

    Lecker! Wenn mir jetzt noch ein vegetarischer Ersatz für den Speck einfällt, dann back ich den nach…..
    Vielleicht schmor ich Champignons?
    Danke für das Rezept! Gabi

  3. Foodfreak sagt:

    Wie wärs mit Räuchertofu?

  4. Putnam sagt:

    Danke aus Detroit. Mürbeteig. Ich will ihr rezept machen, vielleicht ohne speck und minder sahne, creme fraiche, etc.

  1. 6. April 2013

    […] von mir ) sondern Alpenküche. Genuss & Kultur aus dem Regal gezogen und mich an einem Allgäuer Zwiebelkuchen […]

Kommentar verfassen