Menu im Balutschistan, Hamburg

Geschrieben von FoodFreak am 2. Februar 2009 | Abgelegt unter Unterwegs

Im Januar waren wir mit einer Freundin bei Balutschistan (Achtung, Sound) essen. Ich kenne das kleine pakistanische Restaurant mit dem dezenten orientalischen Holzdekor noch aus den Zeiten der ersten Filiale am Eppendorfer Markt, mittlerweile gibt es noch mehr Filialen – eine in den Räumen des ehemaligen Taj Mahal auf Schanze (lange Zeit mein Lieblings-Inder), und eine mitten in Ottensen.

Die Karte (auf der Website als PDF hinterlegt) ist riesig – ich bin geneigt zu sagen zu riesig – und die Auswahl der gebotenen Gerichte reicht einmal über den indischen Subkontinent, wenn auch naturgemäss die nordindische/pakistanische Küche hier das hervorstechende Thema ist.

Deswegen entschlossen wir uns, zu dritt eins der angebotenen Menus zu ordern, um möglichst viel verschiedenes kosten zu können – hier das Shahi Menu.

  • Paper mit Chutney – Dünner Fladen aus Linsenmehl und Gewürzen zubereitet mit Chutney
  • Murgh Yakhni – Eine Suppe mit Hähnchenfleisch, Kokosnuß und Kräutern, auf pakistanische Art zubereitet
  • Dumba Aur Marghi Tikka – Lamm-Lachse und Hähnchen Tikka aus dem Tandoor
  • Murghabi Mackhan – Ente in Mackhansauce mit Orangen
  • Gosht Karhai – Rindfleisch mit Masalah und Ingwer in einer pikanten Sauce
  • Beilage: Basmati-Reis, Salat und Roti
  • Dessert: Gulab Jamun – Eine sehr bekannte Süßspeise aus Pakistan. Bällchen aus karamellisierter Milch und Panier zubereitet, mit Ahornsirup, Mandeln und Pistazien

Wir bestellten uns einen offenen Rosé – den ich absolut nicht zum Trinken empfehlen kann, und unsere Freundin trank Weizenbier.

Zu Paper & Chutney – Papadams mit einem Minze-Joghurt-Sösschen das perfekt abgeschmeckt war – muss ich wohl nicht mehr viel sagen, ein guter Einstieg.

Als Suppe kam Murgh Yakhni, Hühnersuppe mit Kokos und Kräutern nach pakistanischer Art. Auf diese Suppe hätte ich gern verzichtet… In einer Brühe die nach dünnlicher Tütenhühnersuppe schmeckte, zogen sich trockene dünne Hühnerfleischfäden (immerhin ein Indiz das hier vielleicht doch ein Suppenhuhn, oder aber Suppe aus dem Konzentrat im Glas zum Einsatz kam), eine halbe Zitronenscheibe schwamm obenauf, und etwas Koriandergrün und immerhin frische und trockene Kokosraspel rundeten das Ganze ab. Nunja.

Es folgte Huhn und Lamm aus dem Tandoor, hier als Tikka, beides sehr lecker gewürzt und aussen gut gegrillt/gebacken, innen saftig und aromatisch – besonders das Lamm Tikka war hervorragend, beides würde ich jederzeit wieder bestellen – das musste sich auch vor dem authentischen Tandoori-Essen aus Penang nicht verstecken. Dazu gabs zwei Dips und eine kleine mit Granatapfelkernen angehübschte Salatbeilage.

Ich bestellte mir noch ein Masala Paratha, das ich sehr gern mag – im Brotteig sind noch ganze Gewürze und Koriandergrünblätter drin, was dem Service den Hinweis abrang, dass es doch zum Tikka schon ein Roti gebe, es bedurfte etwa Nachdruck meine Bestellung aufzugeben. Das Paratha war wie gewohnt hervorragend.

Murghabi Mackhan und Gosht Karhai kamen zusammen jeweils im Karhai auf der Warmhalte auf den Tisch – einmal Ente in Buttersauce mit Orange, einmal Rindfleischcurry. Eine Gemeinschaftsreisschüssel und der schon bekannte Salat, angemacht mit dem Minzchutney von der Vorspeise, was sehr gut passte, ergänzten das Angebot.

Das Rindfleischcurry war sehr kräftig und etwas knoblauchlastig und mit viel Ingwer gewürzt, rundum gelungen, hätte aber gern noch etwas schmurgeln dürfen. Der Renner des Abends war aber die Ente(nbrust) im Orangen-Buttersaucen-Curry – wunderbar zart und saftig, auch die Fettstreifen an der Haut störten nicht, obwohl sie weich waren, und in einer superköstlichen Sauce serviert. Auf die Idee, Butter Chicken mit Ente zu machen und das dann noch mit Orange abzuschmecken wäre ich nie gekommen – das muss ich unbedingt mal nachbauen.

Vor dem Dessert waren wir schon ziemlich satt, was ganz gut war – denn die Milcheiweissbällchen (Gulab Jamun), hier Paneerbällchen, ausgebacken und mit etwas Pistazie dekoriert, in Ahornsirup (Rosensirup?) geschwenkt, waren sehr gewöhnungsbedürftig. Ich beschloss den Abend mit einem kardamomgeschwängerten Espresso (mjam), Torsten nahm den Kaffee pur, und dann rollten wir zufrieden nach Hause.

Summa summarum, auch nach gut 15 Jahren Bekanntschaft mit der Küche des Balutschistan kann ich dieses Restaurant Fans der pakistanischen und indischen Küche empfehlen – eine grosse vegetarische Karte hilft, für jeden das richtige zu finden. Besonders die Karhai-Gerichte und das Fleisch aus dem Tandoor sind sehr gut. Der Service (und die offenen Weine) haben dagegen noch Spielraum für Verbesserungen.

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4 Kommentare zu “Menu im Balutschistan, Hamburg”

  1. am 2. Februar 2009 um 13:27 1.Balu schrieb …

    Verdammt, wie soll ich denn jemals einen Namen für meine Hauptstadt finden, wenn mir dauernd einer zuvor kommt.

    Jetzt muss ich die Welteroberungspläne doch erst mal wieder zurückstellen und mir einen Ersatz für Balutschistan ausdenken.

  2. am 2. Februar 2009 um 14:11 2.Sophie schrieb …

    Toller Restaurantbericht, sowas mag ich. Falls du mal in Köln essen gehst, wiederhol das bitte.

  3. am 2. Februar 2009 um 23:23 3.Julie schrieb …

    Das klingt doch bis auf wenige Ausnahmen sehr interessant!
    Sollte man dort reservieren?

  4. am 3. Februar 2009 um 08:44 4.FoodFreak schrieb …

    Am Wochenende ist das sicher sinnvoll.

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