Das erste Mal – Italian Mild Fennel Sausage

Dieser Artikel wurde zuletzt am 21. August 2014 aktualisiert

Seit Jahren will ich mich am Wurstmachen in der eignen Küche versuchen, Bücher dazu habe ich gesammelt, Links, Rezepte, und irgendwann kam ein elektrischer Fleischwolf aus den Beständen meiner Schwiegermama dazu und ich dachte, klasse, nun kann’s losgehen. Doch weit gefehlt. Das Ding war stumpf, laut, wacklig, nutzlos. Und so mottete ich das Thema erst mal wieder ein.

Neu angefacht wurde meine Wurstleidenschaft beim Wollschwein-Kochkurs, und auch Herr Paulsen und Frau Zorra legten vor. Und als dann vergangenes Jahr eine Bosch MUM bei uns Einzug hielt, beschloss ich dass ich nun endlich loslegen wollte. Jedoch, das entscheidende Teil fehlt immer noch: der Fleischwolf (steht auf dem Kitchen Gadget Wunschzettel).

Das entscheidende Teil? Das entscheidende Teil, wurde mir beim Bratwurstmachen beim Wollschweinkurs klar, ist vor allem ein Wurstfüller, den man auch als Bewegungslegastheniker vernünftig bedienen kann. Bei Westfalia wurde ich fündig – und bis der Fleischwolf angeschafft ist, bastele ich eben mit beim Metzger durchgedrehtem Hack, dieses Mal eine einfache Schweinsbratwurst mit italo-amerikanischem Einschlag,

Italienische Fenchel-Bratwurst

nach einem Rezept aus Hot Links and Country Flavors.

Aidells und Kelly drehen natürlich selbst durch, wie ich das in nicht allzu ferner Zukunft auch tun werde, und benutzen „3 lb pork butt, 3/4 lb pork back fat“. Ich habe 1,5 kg Schweinehack vom Metzger verwendet und die anderen Mengen entsprechend runtergerechnet.

Das Rezept ist weit davon entfernt, optimal zu sein – ich habe selbst schon bessere „italian sausage“ gemacht als diese, aber schliesslich ist die Wursterei genauso ein Lernprozess wie alle anderen Sachen auch…

Mengen:

1500 g Schweinehack, fett, nicht zu fein durchgedreht
1 1/2-2 EL Fenchelsamen, grob angequetscht
3 TL grobes Meersalz
1 TL gefriergetrockneter Knoblauch (Aidells und Kelly nehmen auf 2 kg Masse 4 frische Knoblauchzehen)
1 Prise gemahlener Piment
1 TL Oregano
3/4 EL gemahlener schwarzer Pfeffer
100 ml Rotwein

Die Gewürze habe ich, bis auf den Fenchel, im Mörser zusammen zerrieben, dann alles gut durchgemengt, und eine kleine Probe in der Pfanne gebraten – ist mir fast zu salzig.

Nicht so gut finde ich in diesem Rezept den Rotwein, die Masse wird dadurch unansehnlich grau – ich habe andere Rezepte gesehen die Weisswein oder Wermut einsetzen – ich selbst werde allerdings an meinem alten „italian sausage“ Rezept weiter feilen und das dann irgendwann nochmal abfüllen.

Nachdem alles vermengt war, kam es in den Wurstfüller, und sowohl der Liebste als auch ich haben uns am Abfüllen und Abdrehen versucht. Das Darmaufziehen und Füllen braucht ein wenig Geschick und Übung, aber ich hätte es mir komplizierter vorgestellt.

Zum Einsatz kam hier Schweinedarm der Grösse 30/32. Eine Hälfte der Wurst habe ich eingefroren, um sie später im jahr bei der Familie auf den Holzkohlengrill zu werfen, Teil 2 wandert heute abend in die Pfanne. Da sehen wir dann auch ob wir zu fest gefüllt haben, und wie das Ganze im Darm gebraten schmeckt.

Und das nächste Projekt steht auch schon fest – Chorizo Caseiro, ein Rezept von dem ich weiss dass es schmeckt, was ich aber noch nie zu Würsteln abgefüllt (verwendet) habe.

Update: die kräftig in der Pfanne gebratene Restmenge aus dem Wurstfüller schmeckt recht gut. Und mir fällt auf, dass ich aus dem Buch noch nie was gemacht hab und nominiere diesen Beitrag damit auch gleich für den Februar-DKduW. Den Januar-Roundup schreibe ich am Wochenende, versprochen.

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

12 Antworten

  1. Petra sagt:

    Die Würste sehen auf jeden Fall schon mal toll aus! Schön, dass Ihr uns an diesem spannenden Experiment auf dem Weg zur perfekten Wurst teilnehmen lasst 🙂

  2. zorra sagt:

    Aussehen, tun sie jedenfalls perfekt. Meine ersten Würste sahen nie so gut aus.

  3. Eva sagt:

    Oh, da bin ich fast sprachlos – die sehen klasse aus!!

  4. Nathalie sagt:

    Der Herr des Hauses liegt mir seit Wochen in den Ohren, Würste selbst zu machen. Er träumt von Mereguez. … Vielleicht sollte ich auch mal ran. …

  5. mipi sagt:

    Die Würste sehen klasse aus, auch ohne Fleischwolf.

  6. Prof. Wurst sagt:

    Also ich muss schon sagen, dass ich mich sehr freue, dass du so intensiv auf die Wurst gekommen bist! Gratuliere!

    Die Würste schauen ja schon mal mehr als lecker aus… Da würde ich doch am liebsten selber mal eine probieren.

    Freue mich auf weitere „Wurst-Berichte“ hier!
    Beste Grüße, Prof. Wurst

  7. Jutta sagt:

    Zu Grundschulzeiten hatte ich eine Freundin, Karin, die Tochter eines Metzgers war. Da ich immer schon verfressen war, fand ich es toll, bei ihr Zuhause zu sein und mich mittags mit an den Tisch zu setzen. Schweinefiletköpfe habe ich dort zum ersten Mal gegessen. Den Vater sehe ich noch in der Wurstküche stehen, die Därme in einem großen Wasserbottich. In Windeseile zog er den Darm auf, und drehte Würste in einer affenartigen Geschwindigkeit ab. Ich durfte das auch ausprobieren. Hat Spaß gemacht. Deine Würste brauchen sich hinter denen von Karins Vater nicht zu verstecken!

  8. Claudia sagt:

    Die sehen sehr perfekt aus, Deine Würste! Super! Bei mir steht auch schon das Buch „Charcuterie“ im Regal. Rangewagt habe ich mich bislang noch nicht.

    Und Fenchel-Bratwurst: Klasse! Bekommt man garantiert nur schwer beim Metzger. Ich habe lange gesucht, bis ich einen Fleischer hatte, der Fenchel-Salami anbietet.

    • FoodFreak sagt:

      Freitags auf dem Isemarkt, Samstags auf dem Goldbekmarkt steht ein kleiner Stand mit vielen Salamis (und Käse und Wildschweinpastete und Serrano und Coppa), der Inhaber heisst Sami, Nachnamen hab ich vergessen – er importiert Salami und auch Schinken selbst und die schmecken fantastisch.

  1. 29. Dezember 2009

    […] Im Februar hatten wir Italian Sausage, eine fenchelgewürzte Salsiccia gemacht, und eine Hälfte des Rezepts war bereits viel früher für den Grill vorgesehen, aber aus vielen Gründen hat es erst jetzt beim Elternbesuch geklappt. […]

  2. 7. Januar 2013

    […] Wein weichen statt ihn anzurösten (oder beides). Der Mavrodaphne macht gegenüber z.B. dieser Salsiccia mit normalem Wein keinen spürbaren Unterschied, zumal die Säure anschliessend mit Zitrone nachgebessert wird. […]

  3. 19. April 2013

    […] so randvoll mit Aktivitäten und ToDos, dass ich nicht eher dazu gekommen bin (oder Beiträge wie den über die Wurst tagesaktuell vorgezogen […]

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