Chorizo Caseiro

Dieser Artikel wurde zuletzt am 18. Januar 2017 aktualisiert

Das zweite Mal Wurst machen.

Ausgesucht hatte ich mir für diesen Anlauf das Chorizo-Caseiro-Rezept von Petra Holzapfel, welches ich solo (ohne Darm) schon mal zubereitet hatte – mit Rotweinessig und, wenn ich mich recht erinnere, einem Hauch gemahlener Chipotle-Chili. Dieses Mal habe ich das Rezept 1:1 befolgt, bis auf die verwendeten Därme – bei mir kamen Schafsaitlinge 20/22 zum Zug (etwa die richtige Stärke für Nürnberger Bratwürste).

Chorizo Caseiro

Hier kann man mal wieder gut sehen wie viel doch Kleinigkeiten ausmachen…

Zum einen scheint der von mir dieses Mal eingesetzte Malzessig nicht wirklich ideal zu sein – und obwohl ich recht fettes Schweinehack verwendet habe, waren die Würste relativ trocken und krümelig – hier kam also offensichtlich auch das „falsche“ Fleisch beim Durchdrehen zum Zug. Dafür habe ich endlich mal die sei zwei Jahren abstehenden rauen Mengen edelsüssen Paprikapulvers aufgebraucht und kann nun eine nicht minder alte Tüte ungarisches Paprika anbrechen…

Vor allem aber hätte ich (a) auf Petras Kommentar unter dem Rezept und (b) auf meinen Instinkt hören sollen, der mir sagte, die Wurst braucht mehr Salz. Ein knapper Teelöffel auf 500 g Fleisch darf es dann schon sein, aber eingedenk der aromastärkenden vindalho-Mischung war ich vorsichtig – zu Unrecht. Das Rezept würde massiv von einer kräftigen Dosis scharfem Paprika oder Cayenne profitieren, und braucht _unbedingt_ mehr Salz.

Mir selbst sind die Chorizos so zu fein, ich würde groberes Hack und den Schweinedarm vom letzten Mal hier bevorzugen.



Das verwendete Rezept:

Chorizo Caseiro – Hausgemachte Würste

1 kg Hackfleisch vom Schwein
12 Knoblauchzehen, klein gehackt
1/2 Tasse (cup) Paprika, edelsüss
1/2 Tasse (cup) Essig
1 EL Zucker
1 EL Zimt, gemahlen
1 EL Oregano
1/4 TL Nelken, gemahlen
1/2 TL Pfeffer, gemahlen
1 TL Salz
dünne Schweinsdärme

Alle Zutaten mit der Hand gut mischen. die Mischung ist fertig, wenn die Hand sich rot färbt. Falls noch rote Färbung fehlen sollte, süße Paprikapulver zugeben. Die Mischung dann mit Vorsicht in die Schweinsdärme füllen, evt. einen Trichter benutzen. Alle 8-10 cm einen Knoten machen. An der Luft trocknen.

Variante: Falls keine Schweinsdärme gefunden werden, kann die Chorizomischung auch direkt gebraten werden.

Notes:
Petra Holzapfel: „halbes Rezept angesetzt, noch etwas scharfes Pimenton de la Vera zugegeben. Würste geformt, direkt verwendet bzw. eingefroren.“

Quelle: Beate Engelbrecht, Ulrike Keyser: Mexikanisch kochen – Gerichte und ihre Geschichte

Beim Auffädeln des Schafsdarms war ich schier am Verzweifeln – er war schwer zu handhaben und riss sehr schnell und ich erinnerte mich, dass in einem Forum jemand schrieb, Schafsaitling sei kritisch im Vergleich zu Schweinedarm, tatsächlich stellte sich heraus, dass es seinen guten Grund hat warum das Zeug „gebrauchsfertig“ in Salzlake zu haben ist – es lässt sich nass einfach besser verarbeiten. Direkt aus der Packung, bzw. die herausgenommene Menge in einer Schale mit Wasser untergebracht, liess dann auch dieser Darm sich unwiderspenstig verarbeiten, wenn auch nicht so komfortabel wie der sehr viel grössere und robustere Schweinedarm. Auch das sind Erfahrungswerte…

Erneut: ich bin mit dem Ergebnis eingedenk der Tatsache, dass das mein zweiter Versuch ist, sehr zufrieden. Eigentlich ist Wurstmachen gar nicht so schwer.

Print Friendly, PDF & Email

Appetit bekommen? - Hungry for more?

11 Antworten

  1. Petra sagt:

    Ich denke, dass beim Wursten Erfahrung wirklich sehr viel bringt. Durch die Anfänge muss man durch – aber die sehen bei dir ja nun auch nicht gerade schlecht aus!

  2. nasebaer sagt:

    Wenn man dann noch bedenkt, dass meine Kollegen heute mehrfach beteuerten, das rieche klasse und sehe richtig gut aus. Einer meinte sogar sofort „selbstgemacht?“ und „sonst würde das nicht so gut riechen“.

  3. Larissa sagt:

    Wurst hab ich noch nie selber gemacht… hört sich interessant an.

  4. Kaffeebohne sagt:

    Ich finde, die sehen zum Anbeißen aus.
    Ich würde auch gerne mal Wurst selber machen und werde das auch dieses Jahr mal in Angriff nehmen. Hast Du einen Aufsatz für die Küchenmaschine zum Befüllen? Und wo kaufst Du die Därme, denn im normalen Supermarkt gibt es die sicher nicht?

  5. FoodFreak sagt:

    Nein ich hab keinen Aufsatz, ich habe mir bewusst bei Westfalia einen (billigen) Wurstfüller mit Handkurbel gekauft um die Geschwindigkeit genau regeln zu können. Die Därme habe ich bei eBay erstanden, da gibts einige Anbieter für sowas.

  6. zorra sagt:

    Betreffend Salz ich nehme jeweils 10 g Salz auf 500 g Fleisch und bin damit gut gefahren. Wenn du die Wurst fetter willst, und Chorizos sind ja fett, würde ich noch etwas Tocino beigeben.

  7. Bernd sagt:

    Sieht sehr lecker aus, sollte ich auch mal ausprobieren.

  8. Claudia sagt:

    Auch wenn Du mit dem Ergebnis noch nicht ganz zufrieden warst: Die Würste sehen sehr perfekt aus!

  9. FoodFreak sagt:

    das mit den 10 Gramm werde ich mal austesten, danke. Tocino ist hier leider gar nicht zu bekommen, aber grüner Speck sollte passen.

  10. Jens sagt:

    12 Knoblauchzehen sind aber ganz schön viel! Jetzt weiß ich auch warum meine Frau sich immer beschwert wenn ich sowas esse 🙂

  1. 6. Februar 2012

    […] nächsten Mal würde ich vielleicht Bratchorizo statt Bratwurst verwenden; oder Hackbällchen aus selbst gemachter Chorizo-Masse. Der Eintopf ist sehr lecker und wärmend, und in meiner Fassung ausreichend für […]

Kommentar verfassen