Lonely Planet World Food: Malaysia & Singapore

Dieser Artikel wurde zuletzt am 1. September 2015 aktualisiert

Für unsere Südostasienreise hatten wir uns eingedeckt – einmal mit dem Lonely Planet Guide für die Region, und einmal mit dem Büchlein

worldfood

Malaysia & Singapore: World Food (Lonely Planet World Food Malaysia & Singapore)

Der Untertitel: for people who live to eat, drink & travel – with local recipes & culinary dictionary liess vermuten, dass ein Foodfreak wie ich genau die Zielgruppe ist.

Knapp 4 Dollar plus Versand hatte ich über abebooks.de für das Büchlein bezahlt, der “Listenpreis” sind 14,99 Dollar, was ich für ein Büchlein dieses Formats (288 Seiten, kleiner als ein normales Taschenbuch) etwas übertrieben finde.

Auf diesen 288 Seiten finden sich viele Fotos von Essen (finde ich gut), einige ganzseitige Farbfotos der Region und von Menschen, die meines Erachtens überflüssig sind, und das Buch ist komplett farbig gedruckt, mit farbigen Infoleisten am Seitenschnitt und oben zur besseren Orientierung.

Die Kapitel:

  • The Culture of Malaysian and Singaporean Cuisine
  • Staples & Specialties
  • Drinks
  • Celebrating with Food
  • Regional Variations
  • Where to Eat & Drink
  • Understanding the Menu
  • A Malaysian & Singaporean Banquet
  • Fit & Healthy
  • Eat Your Words

(sowie eine Literaturliste, ein Index und ein Index der 17 durch das Buch verstreuten typischen Rezepte) sind leider keineswegs so konzise voneinander getrennt wie die Titel suggerieren, sondern die Themen gehen ineinander über und überschneiden sich nicht selten. Bei manchen Informationen fragt man sich gar, ob die Autoren ihre Leser für blöd halten – Hinweise für Diabetiker etwa, dass asiatische Desserts Zucker enthalten und deswegen möglicherweise ungeeignet sind, finde ich sinnlos – die Behauptung, die meisten Gerichte in Malaysia seien ungesund da in Schweineschmalz frittiert, ist bei einem muslimischen Land geradezu grotesk.

So ist das Buch auch, bis auf den lexikalischen Teil der wichtige Essensbegriffe in Mandarin, Bahasa Melayu und Englisch nebeneinander aufführt, weniger als Nachschlagewerk unterwegs zu sehen – was zu dem Hosentaschenformat passen würde – sondern mehr als vor dem Urlaub zu geniessende Lektüre. Allein die gelungenen Übersichtskarten unter “Regional Variations” , die zumindest für Singapur, Melaka, Kuala Lumpur und George Town grob anzeigen, an welchen Stellen man einige der vorgestellten lokalen Spezialitäten in der Stadt finden kann, wären unterwegs nützlich, die würde ich mir als Taschenkarte wünschen – oder einfach rauskopieren.

Inhaltlich gibt es an dem Food Guide nicht sehr viel zu meckern – ich hätte, nachdem ich die Region bereist habe, andere Schwerpunkte gesetzt, aber das ist wirklich Geschmackssache. Vom einfachen Obst auf dem Markt und den Hawker Stalls und ihren Spezialitäten bis zum komplizierten Gericht bietet der Lonely Planet Food Guide einen guten Überblick über die Küche der malayischen Halbinsel und ungewohnte und unbekannte Nahrungsmittel.

Leider ist das Buch jedoch sehr mühsam zu lesen, nicht nur weil die Struktur höchst unübersichtlich ist, sondern auch weil immer wieder Einschübe, Textblöcke, Sonderinfoteile die Zusammenhänge “auflockern” – also unterbrechen. Um sich alle Informationen, die das Buch für eine Reise nach Malaysia und Singapur bieten kann, zu erschliessen, sollte man es im Idealfall mehrmals vorab gelesen haben um zu wissen was man wo findet.

Besonders ärgerlich ist allerdings der Einband – das halbwegs stabile Pappcover löste sich bereits nach sorgsamem vorsichtigem Lesen zu Hause von der Rückenklebebindung ab, und auf viel aufgeschlagenen Seiten ist diese Klebebindung schnell gebrochen. Obwohl wir es unterwegs kaum benutzt und gut verpackt transportiert haben, kann ich das Buch nun eigentlich nur noch wegwerfen, da es völlig zerfleddert ist. Hier wäre etwas weniger dickes Papier und weniger Glanzdruck und dafür eine flexiblere, robustere Ausstattung praktischer gewesen.

Gute Food Guides gerade über die Region sind nicht einfach zu finden. Die hier zusammengetragenen Infos würde ich mir – etwas besser organisiert – in einem Hardcover über die Küche der Region wünschen.

Summa summarum: ein sehr informatives Buch, das man aber vor der Reise lesen und sich dann die wichtigsten Teile wie ggf. das Vokabular und die Übersichtskarten rauskopieren sollte. Zusätzliche Tipps zum Essen gehen hat auch der “grosse Bruder”, der Lonely Planet: Malaysia, Singapore & Brunei, im Text, und den schleppt man ohnehin mit… um es sich als Informationsquelle ins Regal zu stellen, ist dieses Büchlein hier aber leider viel zu schlecht verarbeitet.

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

2 Antworten

  1. Airportibo sagt:

    Für alle die nach Malaysia kommen und sich nach 2 Wochen nach einem anständigen Steak sehen hätte ich noch einen Restaurant-Tip: Im Fogal gibt es sicherlich das beste Steak in Kuala Lumpur!
    Ansonsten muss ich sagen, dass mir die Küche in Thailand etwas mehr zusagt als in Malaysia und Singapur, aber über Geschmack lässt sich bekanntlich ja streiten.

  2. FoodFreak sagt:

    Dem schliesse ich mich an… in MY und Singapur mochte ich vor allem die chinessische Küche – und auf Langkawi den Thai-Einschlag 🙂 aber Thailwand wäre bei mir auch 1. Wahl.

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