food-o-grafie 2 – Linsen – lenses

Dieser Artikel wurde zuletzt am 29. Dezember 2014 aktualisiert

foodografie #2Quasi auf den letzten Drücker habe ich mich heute früh dran gemacht, für den food-o-grafie Event Nr. 2 meine Kamera herauszuholen und die Objektive durchzuarbeiten…

Zu meiner DSLR (Canon 350D) gehören derzeit folgende Objektive:

Das Kit-Objektiv ist ein Standardobjektiv, das bei ausreichender Beherrschung des Sujets sehr gute Ergebnisse erzielt. Andrew von Winescribbler z.B. benutzt die gleiche Ausstattung für seine genialen Bilder, hier bei Flickr zu sehen.

Das Sigma hatten wir uns mit der Kamera zusammen als billiges Allround-Tele gekauft.

Die 50-mm-Festbrennweite kam erst Anfang 2008 dazu und hat sich bald zu einem unserer Lieblingsobjektive gemausert, auch wenn man mit einer Festbrennweite erst mal wieder neu “sehen” lernen muss, da es einen extrem guten Linsensatz und eine tolle Abbildungsschärfe mitbringt.

Alle Bilder wurden mit jedem Objektiv je einmal gemacht auf

  • Automatikeinstellung (Kamera wählt Blende und Belichtungsdauer)
  • manueller Einstellung (1/500 s, Blende 9)
  • manueller Blendenvorwahl (ausgewählt habe ich die am weitesten geöffnete Blende des jeweiligen Objektivs)

Ansonsten sind die Bilder völlig unbearbeitet, ich habe auch keinen Weissabgleich gemacht, allerdings unter zwei Tageslicht-Lampen fotografiert.

Normalobjektiv – 18-55

Teleobjektiv – 55-200

Festbrennweite – 50 mm

Die Bilder in Originalgrösse kann man in meinem Album bei 23hq.com sehen, da sind auch die gesamten EXIFs einsehbar, bzw. mit Klick aufs Bild.

Ein Teleobjektiv, das wird im Vergleich überdeutlich, ist nur begrenzt zum Essen fotografieren geeignet – schon der Mindestabstand von 1 Meter macht die Handhabung unhandlich, und das Sigma ist mit seiner begrenzten Blendenöffnung auch für ein Spiel mit Schärfe und Unschärfe nur sehr bedingt tauglich.

Das Normalobjektiv schlägt sich unter allen drei Vorgaben sehr ordentlich, aber nur als gutes Mittelmaß.

Das 50-mm besticht wie oben schon erwähnt durch seine phänomenal scharfe Abbildung und vor allem die Lichtstärke – mit einer maximalen Blendenöffnung von 1,8 kann man auch unter mediokren Belichtungsverhältnissen noch brilliante Bilder schiessen, und das Spiel mit der Schärfentiefe bekommt ganz neue Dimensionen. Die beste Schärfe hat in der obigen Reihe tatsächlich das Bild auf Automatikeinstellung (das erste der drei), die hier zu einem optimalen Ergebnis bei der Schärfentiefe (Schalentextur) kommt, ebenso ist es am wenigsten überstrahlt in den Weissbereichen in der Mitte der Orange.

Man muss bei der Verwendung einer Festbrennweite allerdings, wie es auch Zorra sehr gut vorgemacht hat, bewusster komponieren bei der Motivwahl, da man nicht einfach ranzoomen kann, und sich auch mit der Kamera und ihren Funktionen intensiver auseinandersetzen.

Fazit: für den schnellen Snapshot darf es bei mir gern das Kitobjektiv auf massentauglicher Automatikeinstellung sein. Prinzipiell bevorzuge ich aber das 50-mm Objektiv, sowohl weil es die hochwertigeren Ergebnisse liefert, als auch weil ich meine Foodbilder damit bewusster auf Wirkung hin tunen kann. Der Vorzug des Objektivs liegt in seinem „guten Glas“, also einem sehr scharf abbildenden Linsensystem (für vergleichsweise wenig Geld), und in seiner Lichtstärke. Summa summarum: unablässlich ist für eine gute Food-Linse eine hohe Lichtstärke, die es ermöglicht, sowohl mit grossen als auch mit kleinen Blenden zu fotografieren. Auf der Wunschliste steht jetzt noch ein gutes Makroobjektiv.


Print Friendly, PDF & Email

Appetit bekommen? - Hungry for more?

2 Antworten

  1. zorra sagt:

    Sehr interessant. Ich sollte unbedingt auch mal mit manuellen Einstellungen knipsen, dazu hat man schliesslich eine Digital-Spegelreflex-Kamera. 😉 Ein lichtstarkes Objektiv mit fester Brennweite steht auf meiner Wunschliste. Macrolinse auch. Aber zuerst sollte ich mal das vorhandene Material in den Griff bekommen. 😉

  2. Lasse sagt:

    Ich kann als lohnenswertes Upgrade zum 18-55 Kit-Objektiv uneingeschränkt das Tamron 17-50 mit durchgehend Blende 2.8 empfehlen. Abgesehen von leichten Problemen im direkten Gegenlicht bei viel Sonne macht dieses Objektiv unglaublich gute Bilder für den Preis (ca. 350€). Und die höhere und vor allem über den gesamten Zoombereich gleichbleibende Lichtstärke eröffnet ganz neue Möglichkeiten.

    Stimme dir hinsichtlich des 50mm 1.8 vollkommen zu. Zwar ist das Objektiv ziemlich plastikmäßig und geht leicht kaputt, aber der Preis ist ein Witz für die gebotene Bildqualität.

Kommentar verfassen