Dhania Murghi – 660 Curries

Dieser Artikel wurde zuletzt am 22. Juli 2016 aktualisiert

Vor ein paar Tagen gab mir mein Schatz einen Link zu einer Buchbesprechung bei Slashfood mit den Worten „Das wäre doch was für Dich.“ 10 Minuten später war das zum Erscheinungstermin einzige Exemplar bei Amazon mein, und einen Tag drauf auch in meinen Händen… die Rede ist von 660 Curries von Raghavan Iyer.

Ich bin ja bekanntlich ein grosser Fan der indischen Küche, und als ich mich mit dem Buch lesend in eine Ecke verzog war alsbald klar, dass das hier einer meiner Buch-Toptips für das Jahr 2008 werden könnte, sofern die Rezepte halten was sie versprechen.

Schon die Aufmachung erinnert mich an ein anderes Lieblingskochbuch von mir, das USA Kochbuch. Dick, mit Schmuckfarbe und gänzlich ohne Fotos gedruckt – warum auch immer, meine meistgenutzten Kochbücher sind arm an Bildern und reich an Text.

Iyer liefert nicht weniger als eine ultimative Curry Bible ab. Das Buch beginnt mit Spice Blends, trockenen wie Pasten, die durch den Rezeptteil immer wieder Verwendung finden, dann folgen „appetizer curries“, wobei durchaus auch „klassische“ Vorspeisen dabei sind wie Pakoras, und schliesslich

  • Poultry, Game and Egg Curries
  • Beef, Lamb and Pork Curries
  • Fish & Seafood Curries
  • Paneer Curries
  • Legume Curries
  • Vegetable Curries
  • Contemporary Curries
  • Biryani Curries

und als Abschluss „curry cohorts“, also Beilagen aller Arten – Brot, Reis, Relishes, Raitas, Chutneys.

Der umfangreichste Teil sind die Gemüsecurries, gefolgt von denen mit Hülsenfrüchten – (nicht nur) Vegetarier dürften an diesem Buch ihre helle Freude haben. Und beim Durchblättern sah ich auch gleich so einige Rezepte die mich reizen – chez Foodfreak wird in nächster Zeit häufiger indisch gekocht.

Den Auftakt macht ein ganz einfaches und recht mildes Curry, das Iyer schlicht „Dhania Murghi“, also Korianderhühnchen, nennt.

Dabei kommt eine Gewürzmischung zum Zuge, eines von 7 verschiedenen Garam Masalas im Buch, nämlich Punjabi Garam Masala, das in vielen seiner Rezepte auftaucht.

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Punjabi Garam Masala

nach Raghavan Iyer

1 EL Koriandersamen
1 TL Kreuzkümmel, ganz
1 TL Nelken, ganz
½ TL schwarze Pfefferkörner
½ TL Kardamomsamen, aus schwarzen Kardamomkapseln
3 Stück Zimtstange, je ca. 7 cm lang, grob zerbröckelt
3 Lorbeerblätter, frisch oder getrocknet

Eine kleine Pfanne auf mittlerer Flamme erhitzen. Die trockenen Gewürze darin anrösten, etwa 1-2 Minuten, dann sofort auf einen großen Teller geben und komplett erkalten lassen.

Ausgekühlt in einer Gewürzmühle oder alten Kaffeemühle durchmahlen.


Ich habe grünen Kardamom genommen, da ich den noch da hatte. Riecht und schmeckt wirklich toll.

Dhania Murghi
(Eigentlich hat das Curry eine grünlichere Farbe, aber durch eine unplanmässige Verzögerung blieb es dann etwas zu lange im Wok…)


Cashewhuhn mit Koriandersauce – Dhania Murghi

2 kleine rote Zwiebeln, 1 gehackt, 1 in Halbringe zerteilt
¼ cup rohe Cashewkerne
¼ cup Koriandergrün und zarte Stiele, gut zusammengedrückt
2 EL neutrales Öl
500 g Hähnchenbrustfilet, längs in 2 cm breite Streifen geschnitten
1 TL grobes Salz, (ich habe feines genommen)
½ TL Punjabi Garam Masala, siehe Rezept
½ TL Cayenne

Im Mixer die gehackte Zwiebel mit 1/2 Tasse Wasser, dem Koriandergrün und den Cashewkernen zu einer glatten Paste mixen (hellgrün, wie ein etwas verdünntes Pesto).

Öl in einer grossen Pfanne (PH: Wok) erhitzen, die Zwiebelringe darin goldbraun braten, dann das Cashew-Koriander-Püree zugießen und unter gelegentlichem Rühren köcheln, bis die meiste Flüssigkeit verdampft ist. Etwas von der Paste bräunt am Boden an, das ist gewollt.

Huhn zugeben und 2-4 Minuten rührbraten, bis es rundum angebraten ist und sich die Kruste am Pfannenboden noch ein wneig dunkler gefärbt hat.

1/2 Tasse Wasser angießen, dabei die angebackene Kruste unter Rühren langsam ablösen. Salz, Garam Masala und Cayenne zugeben. Wenn alles kocht, die Hitze reduzieren, einen Deckel auflegen und unter gelegentlichem Rühren 5-8 Minuten garen lassen.

Zum Schluss noch einmal offen köchelnd die Sauce etwas eindicken lassen, dann servieren.


Das Ergebnis ist ein wunderbar cremiges, gut gewürztes aber nicht scharfes, saftiges Hühnchencurry – sehr lecker!

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

14 Antworten

  1. Eva sagt:

    Danke für die Buchvorstellung und das tolle Curry – klingt sehr lecker und ist schon auf der To-Do-Liste gespeichert!

  2. Petra sagt:

    Das ist was für mich – und der Preis ist auch gut, da glaube ich, werde ich ebenfalls zuschlagen. Vielen lieben Dank für Rezept und Buchbesprechung!
    Liebe Grüße

  3. lavaterra sagt:

    Super – ich freue mich schon auf die nachgekochten Rezepte.

  4. Sus sagt:

    Ich habe versucht, noch am Mittwoch das Buch bei amazon zu bekommen. Es war noch genau noch ein Exemplar auf Lager. Als ich dann (mit noch anderen Büchern) zur Kasse ging, war die Lieferzeit auf zwei Wochen angestiegen und keins mehr auf Lager. Wer war das? Petra? Sofort mein Buch herausrücken, los! 🙂

    Liebe Grüße, Sus

  5. Petra sagt:

    Tut mir leid, mein Exemplar ist gestern eingetroffen 😉

  6. Sus sagt:

    Meins ist mittlerweile (Ende letzter Woche) auch eingetroffen. Ich bin schon eifrig am Schmökern 🙂

  7. Foodfreak sagt:

    Ein Nachwort zu diesem Artikel – in Penang habe ich festgestellt, dass die dortigen Inder fast ausnahmslos mit violetten Schalotten kochten, vermutlich ist es auch das was Iyer mit „red onion“ meint, im Gegensatz zur mediterran angehauchten roten Zwiebel – ich koche seither meine indischen Gerichte die nach „red onion“ verlangen ausnahmslos mit violetten Schalotten – passt sehr gut.

  1. 2. Januar 2010

    […] verwendet das Gericht sowohl das Punjabi Garam Masala (Rezept hier) aus dem Dhania Murghi Rezept, als auch nochmal rohe Cashews – einmal einkaufen, zweimal […]

  2. 10. Februar 2010

    […] indischer Gerichte ist typisch und authentisch indisch und schmeckt auch so. Wie ich bereits in meinem ersten Beitrag über das Buch schrieb: Iyer liefert nicht weniger als eine ultimative Curry Bible ab. Das Buch beginnt mit Spice […]

  3. 5. Mai 2010

    […] Blog-Stöbern bin ich letztens bei foodfreak auf das indische Rezept für Dhania Murghi gestoßen. Petra kocht hier nach dem Buch “660 Curries” von Raghavan Iye. Ich glaube, […]

  4. 6. Januar 2012

    […] getaut und grob gehackt 1 Dose (400 g) gehackte Tomaten 100 ml Brühe Salz 1 Esslöffel Punjabi Garam Masala 1 Dose (800 g) […]

  5. 22. Juni 2014

    […] vom Hühnercurry (Dhania Murghi) mit Reis, Trauben, Kekse. Bordmittelresteverwertung […]

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