Europa-Küche (7) – Cuvapci

Dieser Artikel wurde zuletzt am 22. Juni 2014 aktualisiert

Die Reise durch die Nationen der Fussball-EM führt mich heute ein weiteres Mal ans Mittelmeer, und wer noch ob des Titels rätselt: Nein, es handelt sich nicht um Cevapcici, sondern tatsächlich Cuvapci, aber das Land dahinter wäre dasselbe: Kroatien.

Als ich das Rezept in einem Kroatien-Forum las, war mir sofort klar: Schokolade und Kokos, das ist was für meinen Schatz – das wird nachgebacken! Bitte sehr…

Cuvapci – Schokoladen-Kokos-Würfel

Rechts und links auf dem Teller sieht man angeschnittene Kokoswürfel.

Das Rezept:

Cuvapci – Schokoladen-Kokos-Würfel

TEIG
3 Eier
125 g Butter
150 g Zucker
1 Tütchen Backpulver
300 g Mehl

GUSS
200 g Butter
250 g Zucker
200 g Kuvertüre
10 Esslöffel Milch
200 g Kokosraspel

1 . Butter mit Zucker und Eigelb schaumig rühren. Eiweiss schlagen und unterheben. Mehl und Backpulver mischen und auf die Creme sieben und unterheben. Teig auf Backblech geben und bei 200 Grad 20 – 30 Minuten backen.

2. Zucker und Butter schmelzen. Kuvertüre klein hacken und Milch hinzugeben. Verrühren bis sich alles gebunden hat.

3 . Den abgekühlten Boden in 3×3 cm grosse Würfel schneiden. Teigwürfel in die Schokomasse tunken und danach in Kokos wenden.

Beim Backen war ich skeptisch… prinzipiell sollte das, soweit klar, einen Biskuit geben, aber die Masse war dann doch so kompakt, dass ich sie mit den Händen auf dem Backpapier verteilen und zu einem Rechteck formen musste. Momente, in denen ich ernsthaft über die Anschaffung einer quadratischen Springform nachdenke. Das Ergebnis war demgemäss auch ein recht fester, kompakter biskuitähnlicher Teig, mehr eine Platte denn wirklich „Würfel-„tauglich. (Okay, okay, die Springform wäre wirklich keine schlechte Ideee bei allem was man gleichmässig zerteilen soll, Brownies z.B. …)

Geschmacklich war der Boden aber ok, die glatt geschnittenen Kantenstückchen schmeckten leicht Richtung Löffelbiskuit, und während ich den Guss anrührte (so viel? Im Ernst Kuvertüre UND Butter UND Zucker UND Milch?) wurde mir auch klar warum der Kuchen so kompakt sein muss – weil er sonst nämlich total durchweicht, wenn man ihn in die Masse tunkt. Das hat übrigens zur Folge, wie oben nur unvollstndig zu sehen, dass man rundum eine schokogetränkte Rinde um das Innere bekommt.

Und hat man die Stückchen dann getaucht, soll man sie in Kokosraspel wenden. Boah was für eine Schweinerei. Und nur die ersten paar sehen wirklich weiss aus, später vermischen sich Schokolade und Kokos, man sollte also besser in Etappen und mit frischen Schüsseln / Raspeln arbeiten, andererseits läst sich der Kuchen in einer tiefen Schale mit viel Raspeln nun einmal besser wenden.

Man könnte das Rezept ohnehin erheblich vereinfachen.

  1. Backe einen Bisquitboden und schneide ihn in Quadrate oder Rhomben.
  2. Überziehe die Stücke mit Schokoguss.
  3. Sobald der Guss beinahe fest ist, bestreue alles gleichmässig mit Kokosraspeln.
Aber das wäre wohl zu einfach…

Und die wichtigste Frage: wie schmecken sie denn nun?

Ganz ehrlich: mich reissen die Cuvapci nicht vom Hocker, es ist eben einfach schokogetunkter Teig mit Kokos. Die saftigeren Stücke erinnern allerdings angenehm an Bounty – wer Bounty mag, wird hieran seine Freude haben, aber der Kuchen ist nicht wirklich was Besonderes. Was allerdings wiederum bestens zu meinen Erfahrungen mit Gebäckstücken auf Cres in Kroatien passt, auch dort liess mich Kleingebäck selten in Begeisterungsstürme ausbrechen.

Gut vorstellen kann ich mir die Kuchenstücke mit einer zusätzlichen dünnen Schicht Creme- oder Marmeladenfüllung in der Mitte, gewinnen würde das Rezept auf jeden Fall bei Verwendung eines klassischen Schokogusses unter Zugabe von Kokosfett, um alles etwas fester und glänzender zu machen.

Der Guss war übrigens mehr als reichlich, es steht noch eine Puddingschale voll davon im Kühlschrank – aber vielleicht hätten meine Küchlein sich auch einfach nur noch mehr mit Schokolade vollsaugen sollen?

Der Kuchen ist nicht schlecht, aber ob ich ihn nochmal backen werde, ist fraglich.


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Appetit bekommen? - Hungry for more?

5 Antworten

  1. Meeta sagt:

    Spectacular! But after the sad loss to the Croatians I do not know if this would go down well LOL! Seriously though I had a similar recipe somewhere and I cannot believe I put it away. This looks sensational!

  2. Foodfreak sagt:

    Meeta, LOL I was thinking should I post a Croatian recipe right now 😉

    The cake isn’t exactly rocket science, basically sponge cake dipped in chocolate and rolled in flaked coconut. I’ll be making Yemeni ginger coffee for the AWED event today, I think they will go together really well.

  3. Petra sagt:

    Die erinnern mich an die australischen Lamingtons. Sehen trotz allem lecker aus!

  4. prusinella sagt:

    Die „Cupavci“, wie sie richtig heißen, sind sehr lecker 🙂 Werden in Kroatien oft zu großen Feierlichkeiten gebacken

  1. 24. Juni 2014

    […] Cuvapci – FoodFreak Gefüllter Räucherlachs – Jans Küchenleben Istrisches Rehgulasch – Chili & Ciabatta Kroatischer Kirschkuchen – Genial Lecker […]

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