Europa-Küche (10) – Pimientos piquillos rellenos

Dieser Artikel wurde zuletzt am 4. März 2015 aktualisiert

Spanien, dachte ich mir, wird eine ganz einfache Sache beim Kochen statt Fussball Event, da kann man wunderbare Tapas servieren, oder auch nur ein paar Scheibchen jamon serrano zur Melone, oder auch einen kanarischen Eintopf kochen – überhaupt, kanarische Küche hatte ich ganz oben auf der Ideenliste. Aber manchmal kommt es eben anders als man denkt.

Ein Blick in meinen Vorratsschrank eröffnete mir, dass da noch ein Glas Pimientos de Piquillo ihrer Bestimmung harrten. Piquillos kommen üblicherweise geröstet und gehäutet im Glas, als dreieckig anmutende Paprikatütchen, die nur noch darauf warten gefüllt zu werden. In Spanien habe ich auch fertig gefüllte (mit Fisch, Fleisch, Gemüse) in Dosen gesehen.

Meine Rezeptdatenbank spuckte aber zu meinem Erstaunen nur ein Rezept – mit Seeteufel – aus. In Spanien gab es die leckeren aromatischen Schoten aber auch mit Thunfischfülle. Fündig wurde ich dann bei Las recetas de Peepa, einem sehr schönen (in Spanisch geschriebenen) Kochblog. Die Pimientos del piquillo rellenos de atún sollten es sein.

Pimientos de Piquillo mit Thunfischfüllung

Zum Glück reichten meine rudimentären Spanischkenntnisse dafür (irgendwie haben fast meine gesamten spanischen Sprachkenntnisse mit Essen und Kochen zu tun…)

Das Rezept ist eigentlich ganz einfach – man schwitzt eine Zwiebel und ggf. Knoblauch in etwas Butter an, stäubt zwei Esslöffel Mehl drüber, macht mit ein wenig Milch eine dicke Bechamel (mehr Creme als Sauce), würzt mit Muskatnuss und rührt schließlich eine Dose zerpflückten Thunfisch unter. Ich habe der Masse noch etwas Pulbiber (gut wäre sicher spanischer geräucherter Paprika gewesen) spendiert.

Aufmerksame Köchinnen bemerken an dieser Stelle dass das quasi eine Thunfischkrokettenmasse ist… diese Masse füllt man in abgetropfte Pimientos de Piquillo und paniert diese in Mehl und verschlagenem Ei.

Ich hab’s übrigens ausprobiert: ob Mehl-Ei, Ei-Mehl oder Mehl-Ei-Mehl, es kommt immer dasselbe bei raus. Vom handling her fand ich Mehl-Ei am angenehmsten.

Die solchermassen vorbereiteten Paprikas brät man nun noch bei nicht zu starker Hitze in Olivenöl bis sie heiss und aussen knusprig sind. Peepa hat dazu eine Tomaten-Paprika-Sauce gemacht, ich habe auf eine grüne Habanero-Chilisauce zurückgegriffen die dem Ganzen etwas Pepp verlieh.

Fazit: nicht übel – aber das nächste Mal würde ich gleich aus der Masse Kroketten fritieren und die Piquillos lieber in Streifen geschnitten dazulegen und solo essen, die cremig-weiche Füllung innendrin ist zwar durchaus für Spanien typisch, aber nicht so mein Ding.

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

2 Antworten

  1. rike sagt:

    Da habe ich Glück, dass ich eine spanische Freundin hier in Berlin habe. Sie hat mir gestern auch erklärt, dass mein Gazpacho-Rezept komplett untypisch für Andalusien wäre, da die es dort ohne Zwiebeln zubereiten würden. Denn ich kann leider überhaupt kein Spanisch. Deine Pimientos de Piquillo sehen aber total lecker aus. Ich mag das cremige ja, hätte aber vermutlich auch gleich die Kroketten gemacht. Muss ich unbedingt mal testen.

  1. 22. Juni 2014

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