Hendrick’s Gin – Not for everyone

Dieser Artikel wurde zuletzt am 22. Juni 2014 aktualisiert

Bisweilen mag ich gern ein Schlückchen Gin, und im Gegensatz zu vielen anderen mag ich meinen Gin pur, maximal mit einem Eiswürfel. Tonic? Martini? Danke, nicht für mich (auch wenn ein Gin/Tonic sehr erfrischend ist, enthält er für mich viel zu viel Zucker, oder in der Light-Version Aspartam, das ausserdem noch schauderlich vorschmeckt).

Aus diesem Grund bin ich auch – wie bei so vielen Sachen – zum Qualitätsfreak geworden. Und als ich 2006 dann bei Mattbites einen Artikel mit dem Titel „The Gin That Made Me Love Gin Again“ las, wusste ich, dass ich den dort beschriebenen Gin einmal probieren wollte.

Nun war es also so weit… der Gin in der Apothekerflasche sollte verkostet werden.

Der Weg führte mich – wie meist wenn es um anständige Spirituosen geht – in die Weinquelle, wo man diesen und andere Gins auch im Onlineshop (unter Klare) finden kann.

Der Gin von Hendrick’s wird auf die gute altmodische Weise – und natürlich nach Geheimrezept – destilliert:

Hendrick’s is an iconoclastically produced small batch gin distilled in Ayrshire, Scotland. Our unusual distillation process combined with our oddly delicious set of infusions yields a one-of-a-kind gin that is passionately loved by a tiny yet growing handful of individuals all over the world. No other gin tastes like it because no other gin is made like it.

Als ich den Verkäufer der Weinquelle nach dem Gin fragte, meinte er, dieser schmecke „süßlich und nach Rosen“. Ein süßer Gin? Es gruselte mich…

Doch keine Panik. Macht man die Flasche auf, kommt einem der gute alte spritzig-kräuterige Wacholderduft guten Gins entgegen, und dann – in der Tat – ein Hauch Rose und Bittermandel, und so schmeckt er auch. Trinkt man ihn nicht eiskalt, ist das Aroma tatsächlich ein klein wenig süßlich und noch etwas floraler als kalt, vor allem aber ist der Hendricks trotz seiner 44% Alkohol geschmacklich sehr rund und fast mild zu nennen.

Torsten fand ihn „zitrusig“, mir dagegen fehlen die spritzigen Zitrus-Obertöne wie ich sie zum Beispiel an Bombay Sapphire schätze. Die empfohlene Variante mit einem Scheibchen oder Stückchen Gurke fand ich dagegen ausgesprochen gut und lecker.

Hendrick’s is not for everyone“ bewirbt der Hersteller seinen Gin auf dem am Flaschenhals festgebundenen Mini-Leaflet, und das ergibt sich schon daraus, dass der in Schottland in Kleinproduktion unter Hinzufügen bulgarischer Rose und eines Gurkenextrakts produzierte Gin nicht in großen Mengen zu haben ist und sein Geschmack auch nicht wirklich für jedermann taugt – ihn mit Tonic zu mischen wäre jedenfalls schade um die tollen Aromen.

Mein Lieblings-Gin wird der Hendrick’s nicht werden, aber interessant und lecker war das Erlebnis auf jeden Fall.

Appetit bekommen? - Hungry for more?

2 Antworten

  1. Apollo sagt:

    Deine Vorliebe für Gin kann ich voll und ganz nachvollziehen. Ich bin über diverse Cocktails zum Gin gekommen. Seither gönne ich mir ab und an auch mal nen puren Tropfen diese unterschätzten Destillats. Empfehlen kann ich dir den Tanqueray No10, der auch eine besonere Note hat.

  1. 23. Februar 2015

    […] ist etwas Besonderes – oder wie es die Macher als Slogan gewählt haben: it is not for everyone. Kein Gin ist wie dieser, denn keiner wird wie dieser hergestellt. Man muss es mögen, wenn der […]

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