Last-Minute-Geschenk aus eigener Küche

Dieser Artikel wurde zuletzt am 22. Juni 2014 aktualisiert

Wenn einem gar nichts mehr einfällt, kann man zu Weihnachten immer noch Essbares verschenken – von der noblen Flasche Wein über die Designermarmelade oder den Feinschmeckersenf, das edle Olivenöl bis hin zum Freßkorb. Ich gestehe, ich tue das auch bisweilen, vor allem bei sehr schwierigen Familienmitgliedern der Sorte „Haben schon alles – brauchen wir nicht“. So ein Freßkorb isst sich weg oder was man nicht mag wird weiterverschenkt, da tummeln sich das Pfund Bohnenkaffee und die Pralinenschachtel…

… aber Ihr kennt mich ja, nicht wahr? Selbst gemacht schmeckt nicht nur viel besser, sondern es hat noch einen Vorzug: man sieht dass Ihr Euch Zeit genommen habt und Mühe gemacht, und das Geschenk wird ein ganz Persönliches. Wer schlau ist macht für sich selbst gleich ein paar Schleckereien mit. Deswegen ist die Menge hier auch sehr großzügig bemessen – reicht locker zum Verschenken *und* zum Selberessen:

Likörtrüffel zum Verschenken und zum Selberessen

Das ursprüngliche Rezept, das diesem zugrunde liegt, kommt von Brilynn aka Jumboempanadas, die es wiederum von Kayak Soup bekommen hat – Brilynn verdanke ich die Idee, das Rezept mit Baileys zuzubereiten, als ich neulich eine Adventsgeschenkidee für eine Freundin suchte.

Mir gefällt die Originalfassung mit Cassis allerdings auch ausnehmend gut, ich denke ich werde beizeiten einmal Cassistrüffel mit weisser Schokolade ausprobieren. Der Baileys war mir fast zu schwach im Aroma.


Likörtrüffel

500 g Halbbitterschokolade
110 g Süssrahmbutter
125 ml Schlagsahne
125 ml Likör, zum Beispiel Baileys, Kahlua, Chambord, Cassis…

200 g dunkle Kuvertüre
2 Esslöffel Kokosfett, oder Palmin
Kakaopulver, optional

Traditionell schmilzt man die Schokolade im Wasserbad und rührt dann die Butter unter. Ich schmelze die Schokolade in diesem Fall allerdings langsam zusammen mit der Butter auf kleinster Flamme, dabei immer wieder rühren bis alles glatt und flüssig ist. Nun die Sahne und den Likör unterrühren und das Ganze abgedeckt für mehrere Stunden, auch gern über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Jetzt gehts ans Rollen. Ich habe dafür Einmalhandschuhe benutzt, um mich nicht völlig einzuschmieren, und es lohnt sich in mehreren Durchgängen zu arbeiten, kalt lässt sich die Masse am Besten verarbeiten. Bei mir hat sich bewährt: mit einem Teelöffel Nocken aus der Masse abstechen, bis man einen Teller voll hat. Rest kaltstellen. Nun die Handschuhe anziehen, und die Nocken zu Trüffelkugeln rollen, auf einen sauberen Teller setzen, ebenfalls kalt stellen, Vorgang wiederholen (oder jemand anderen mehr Nocken abstechen lassen während man selbst rollt).

Jetzt könnt ihr die Trüffel, oder einen Teil davon, in Kakaopulver wälzen. Mir war das Kakaopulver zu bitter gegen die Trüffel, weswegen ich den größeren Teil meiner Trüffel in Schokolade getaucht habe. Eine Pralinengabel und ein Abtropfgitter sind hilfreich, aber keine Bedingung – eine Gabel und ein Teller mit Backpapier drauf tun es auch.

Kuvertüre zerhacken, mit dem Kokosfett gerade so eben auf niedriger Flamme in einem kleinen Topf schmelzen, dabei immer wieder rühren. Wenn die Masse glatt ist, die Trüffel einen nach dem anderen möglichst kalt hineintauchen, wenden, bis sie mit der Schokolade überzogen sind, gut über dem Topf abtropfen lassen und auf das Trockengitter oder den Teller setzen. Wenn alle fertig sind, kalt stellen, nach etwa einer Stunde im Kühlschrank die Trüffel möglichst noch einmal wenden, damit sie nicht zu sehr anhaften.

(Hat man die Trüffel abgelöst, kann man die Kuvertürereste vom Backpapier zu eventuellen Resten im Topf tun und die Schokolade noch einmal verwenden – bei uns wanderte sie geraspelt auf den Morgenjoghurt).

Die komplett erkalteten Trüffel setzt man in Pralinenhülsen oder verpackt sie hüsch in Zellglasbeutel, und fertig ist das ganz besondere Geschenk für jemanden, der Euch am Herzen liegt. (Hinweis: die Trüffel schmecken am besten kalt, direkt aus dem Kühlschrank).


Und was ihr nicht verschenkt dürft Ihr selber essen…

Print Friendly, PDF & Email

Appetit bekommen? - Hungry for more?

Kommentar verfassen