Nauders – Schwarzer Adler

Dieser Artikel wurde zuletzt am 4. Februar 2017 aktualisiert

Nachdem uns im Löwenkeller das Essen ja eher frustriert hatte, gingen wir am letzten Abend unseres Urlaubs in Nauders noch einmal essen. Der Tag war komplett verregnet gewesen, wir hatten einen Ausflug nach Südtirol gemacht (wo es, nachdem wir aus der Wolke die das obere Etschtal bedeckte heraus waren, tatsächlich nach einigem Regen aufklarte), hatten in einem Supermarkt italienisches Hartweizenmehl und einen Kanister Olivenöl gekauft, und nun wollten wir in Ruhe speisen.

Der Gasthof unserer Wahl, die Norbertshöhe, hatte blöderweise Ruhetag. Also entschieden wir uns nach einigem Hin und Her für das Hotel/Restaurant Schwarzer Adler, zum Teil weil es wirklich um die Ecke gelegen war, da wir dem Wetterfrieden nicht trauten, zum Teil, weil die Karte nach selbstgemachtem Essen und nicht Aufwärmkost klang.

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schwarzer Adler

Zur Auswahl gibt es dort (im Sommer) 3 Menus mit 4 Gängen, bzw. eher 1 Menu und 3 verschiedene Hauptspeisen – Fleisch, Fisch oder vegetarisch.

Unser Menu umfasste

  • Hausgebeizten Lachs mit Senf-Honig-Sauce und Rucolasalat
  • Kraftbrühe mit Sherry
  • (Salatbuffet)
  • Kalbsvögerl mit hausgemachten Spätzle und Romanesco mit gerösteten Butterbröseln
  • Mohr im Hemd

Eine kurze Nachfrage bestätigte, was ich schon argwöhnte, dass nämlich das Dessert Haselnüsse enthielt, weswegen ich dankend verzichtete. Als Getränke orderten wir ein Viertel Blauen Zweigelt bzw. Hausmarke Kalterersee, für 4,10 bzw. 3,40 Euro.

Der Service – im wesentlichen eine One-Man-Show – war sehr aufmerksam und zuvorkommend.

Die Vorspeise:

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Der hausgebeizte Lachs war etwas fest, schmeckte aber ausgezeichnet, die ebenfalls hausgemachte Senf-Honig-Mayo und die kleinen Scheibchen des typischen Tiroler Brots passten gut dazu, die Rauke war zart, nussig-aromatisch und gar nicht bitter – ein gelungener Auftakt.

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Die Kraftbrühe entpuppte sich als dezent mit Sherry gewürzte hausgemachte Consommé, auch hier: gute, solide Hausmannskost, lecker.

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Das Salatbuffet, von dem sich nur Torsten bediente, war dagegen wenig überzeugend – neben zwei Fertigdressings und hausgemachter Vinaigrette eine langweilige Auswahl von weder besonders frischen (rechts auf dem Teller zu sehen) noch besonders aromatischen Salaten, nebst Wassertomaten und Fleischsalat.

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Das Hauptgericht: klasse gebratene, würzige, leicht nach Kräutern und Wein schmeckende, zarte Kalbsscheibchen mit leckerer Sauce (ohne Tüte), guten hausgemachten Spätzle, Romanesco mit Biss (wenn auch für meinen Geschmack leicht übersalzen) und aromatischen Butterbröseln obenauf – keine nouvelle cuisine, einfache Klassiker, gut zubereitet.

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Der Mohr im Hemd: Schokonusskuchenmasse, mit halbbitterer Schokosauce überzogen, dazu ein Klacks Sahne und eine Obstdeko – Torsten: Lecker schokoladig-nussig.

Der bestellte Cappu war ein Brauner mit Sahnehaube, der Espresso kam aus der Gastromaschine, aber ohne Espressobohnen, hatte also auch so gut wie keine Crema, schmeckte aber brauchbar.

Für ein 4-Gänge-Abendmenu (die anderen Optionen waren Barramundi-Filet mit Gemüse oder ein Kräuter-Käse-Palatschinken) waren 17,20 Euro fällig, für 3 Gänge 15,70 Euro, summa summarum haben wir zu zweit mit Wein und Kaffee 44 Euro bezahlt. In Hamburg wären wir sicher nicht so günstig weggekommen. Und ich bin ein bisschen versöhnt mit Österreich, das für mich immer das Land der guten gutbürgerlichen Küche war.

Hotel Schwarzer Adler
Familie Tschiggfrey
A-6543 Nauders
www.adlerhotel.at

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