Es war einmal ein Kaiserschmarrn

Dieser Artikel wurde zuletzt am 28. August 2015 aktualisiert

Gut 20 Jahre ist es her, da war ich das erste Mal in Nauders. Neben der tollen Bergwelt, die sich direkt in dem engen Tal ab Ortsmitte (1324 m) nach oben reckt, und den Anfang Juli in voller Blüte stehenden Bergwiesen (auch dieses Mal wunderschön) waren mir vor allem zwei Dinge in Erinnerung geblieben – die Begegnung mit Gemsen auf dem steilen Anstieg zum kleinen Mutschkopf, auf einem wenig begangenen Weg, und der Kaiserschmarrn des Restaurants auf der Norbertshöhe, einem Gasthof am Aussichtspunkt über das Unterengadin, am Ende einer engen Serpentinenstraße die aus dem schweizerischen Martina nach Österreich und gen Reschenpaß hinaufführt.

Mit der Serpentinenstraße machten wir in diesem Jahr sehr frühzeitig Bekanntschaft – die reguläre Strecke nach Nauders aus Richtung Landeck wird renoviert und der Großteil des Verkehrs – bis auf LKW und Busse mit einer Achslänge von über 12 Metern – wird über die Ausweichroute durch die Schweiz nach Nauders umgeleitet.

Die Gemsen haben wir auf einer Rundwanderung um die Sellesköpfe getroffen, ganz weit oben, in knapp 1600 Metern Höhe, vor einer steil ins Inntal abfallenden Felswand.

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Im Vordergrund die Sellesköpfe, dahinter das Inntal und die Bergkette der Samnaungruppe

Eine tolle Tour, die durch von zirpenden Grillen übersäte Wiesen und schattige Fichtenwälder, Heimat ungezählter auf Wanderschaft zwischen ihren Stöcken befindlicher Ameisenvölker, feuchte Bergwiesen mit dicken gelben Trollblumen und Waldstückchen mit verfallenen Almen und Gräben aus dem 1. Weltkrieg führte. Am Ende blickten wir von der Schöpfwarte hinab auf den Inn und die Serpentinenstrasse, ehe wir in der Norbertshöhe einkehrten, um zu testen, ob der Kaiserschmarrn immer noch so lecker ist.

Auf der großen Sonnenterrasse sassen wir am späten Mittag gemütlich unter dem Sonnenschirm. Die Speisekarte bot auch Delikates wie Rehschinken mit Kürbiskernpesto und geschmortem Rotkraut, Gamsbraten oder Asia-Currysuppe mit Yakitorispiess auf. Wir löschten aber erst einmal unseren Durst mit je einem halben Liter Apfelschorle (3,00 Euro) und bestellten – natürlich – Kaiserschmarrn.

Am Nebentisch kamen appetitliche Schnitzel auf geschwungenen Porzellanplatten, mit tatsächlich gut aussehenden Pommes Frites, und ein Hausgulasch mit Würstel und Knödel, das ebenso gut roch wie es aussah. Dann servierte der Kellner unsere frisch gemachten Kaiserschmarrn – zwei riesige Teller mit viel! Kaiserschmarrn und mit Puderzucker überstäubt, dazu Zwetschkenröster (alternativ hätte es Apfelmus oder Preiselbeeren dazu gegeben). Auf dem ersten Drittel meinte Torsten noch, das sei ja nicht viel… mit etwas Mühe hat er seine Portion aufgegessen, ich habe knapp 4/5 geschafft.

Ich hätte den Kaiserschmarrn gern etwas röscher, knuspriger, mit mehr braunen Stellen gehabt, geschmacklich war daran aber nichts auszusetzen, und der vanillisierte Puderzucker war das Tüpfelchen auf dem I. Pro Portion 7,50 Euro waren angemessen (es hätte auch eine kleinere Dessertportion für weniger gegeben).

Wir wären gern nochmal hier essen gegangen, aber leider kam es dann doch nicht mehr dazu. Wer sich aber auf der Durchfahrt nach Italien oder Schweiz in diesem Teil Österreichs befindet, dem kann ich einen kleinen Stopp auf der Sonnenterrasse für ein gutes Mittagessen hier nur empfehlen.

Alpengasthof Norbertshöhe
A-6543 Nauders
www.norbertshoehe.at

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

2 Antworten

  1. 26. Dezember 2009

    […] Gasthof unserer Wahl, die Norbertshöhe, hatte blöderweise Ruhetag. Also entschieden wir uns nach einigem Hin und Her für das […]

  2. 14. April 2013

    […] unseres letzten Urlaubs in Tirol machten wir auch einen Ausflug in den Italienischen Teil Südtirols. Von dort brachten wir diese […]

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