Blog-Event XXV – Die Grüne Göttin

Dieser Artikel wurde zuletzt am 22. Juni 2014 aktualisiert

Amerikanische Küche also soll es sein für den aktuellen Kochevent… ich habe Kochbücher gewälzt, Ideen hervorgekramt und wieder verworfen, und bin am Ende bei einem Salatdressing gelandet. Denn mit USA-Küche verbinde ich irgendwie auch Salatdressings – angefangen von der Steakhouse-Kette Block House, die hier in Hamburg Anfang der 70er erstmals American, French und Italian Dressing zum Salat servierte, über meine amerikanische Tante, die darauf beharrte, dass „wir in USA Salatdressings nicht selbermachen, dafür gibt es ja bottled“ bis zu Klassikern wie Caesar Salad und Newman’s Own (ja, bottled 🙂 ).

Ein weiterer Klassiker ist das Green Goddess Dressing, um 1920 in Kalifornien entstanden – ungezählte Versionen davon existieren. Ich mag gern eine mit Avocado, dieses Mal aber habe ich mich für eine schlichtere Fassung entschieden.

Green Goddess Dressing

This dressing was created in the 1920s by the chef at San Francisco’s Palace Hotel in honor of actor George Arliss, who was appearing locally in a play called „Green Goddess.“ The classic green goddess dressing is a blend of mayonnaise, tarragon vinegar, anchovies, parsley, chives, tarragon, scallions and garlic. In addition to dressing salads, it’s often used as a sauce for fish and shellfish. — Answers.com

Meine Fassung orientiert sich an der Version aus The Herbfarm Cookbook von Jerry Traunfeld. Traunfeld verwendet zu gleichen Teilen Schnittlauch, Petersilie und Estragon, was ich sehr mag, und was auch gut – wie oben erwähnt – zu Fisch passt, dafür verzichter er auf Mayonnaise. Dick-cremig wird das Dressing hier vor allem durch raue Mengen Kräuter.

Meine Version für diesen Event allerdings muss auf den frischen Estragon verzichten, was ich sehr bedaure. Stattdessen kommt ein Mischung aus Schnittlauch, Grüne-Sauce-Kräutern (beides TK-Ware) und gefriergetrocknetem Estragon zum Zug.

Green Goddess Dressing

  • 25 g TK-Schnittlauch
  • 60 g Kräutermischung, TK (hier: grüne Sauce, im Idealfall: halb Petersilie, halb Estragon, oder frisch)
  • 2 Esslöffel Estragon, gefriergetrocknet (bei Verwendung von frischem weglassen)
  • 4 Sardellenfilets aus der Dose (Lysell Anchovis)
  • 2 bis 2 1/2 Esslöffel Zitronensaft frisch gepresst (oder Estragonessig)
  • 1/2 Teelöffel Kräutersalz
  • 1 Messerspitze Puderzucker
  • 6 Esslöffel Olivenöl, extra vergine
  • 4 Esslöffel Creme fraiche
  • schwarzer Pfeffer, einige Umdrehungen aus der Mühle
  • 1 Teelöffel Walnussöl (zum Abrunden und fürs Lipidprofil)

Kräuter, Anchovis, Zitronensaft und Salz in einen Mixbecher geben und nach und nach zu einer Paste pürieren, dabei das Olivenöl zugeben (was hier entsteht ist eine Art Pesto bzw. Salsa Verde, wie dem aufmerksamen Koch sicher nicht entgeht). Nun Sauerrahm, Walnussöl und Pfeffer untermixen, abschmecken, ggf. mit so viel Öl oder Creme fraiche verlängern, dass das Dressing die gewünschte (dick-flüssige) Konsistenz hat und noch eine schöne grüne Farbe behält.

Zu Blattsalaten, bunt gemischten Kräutersalaten, Geflügel oder Fisch servieren.

Meine Grüne Göttin (ein Dressing vernünftig zu fotografieren erwies sich als echte Herausforderung) wird es heute zu dem Eichblattsalat aus der aktuellen Gemüsekiste geben, dazu ein geräuchertes Karpfenfilet, das ich beim Foodbloggertreff in meinem Wichtelpäckchen gefunden habe. Danke an die Spenderin!

Blog-Event XXV- American Cooking

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

9 Antworten

  1. nasebaer sagt:

    und es hat äusserst lecker geschmeckt.

  2. Cascabel sagt:

    äußerst schickes Foto!

  3. Ulrike sagt:

    Klingt gut, mit dem Estragon hätte ich dir aushelfen können. Im Moment habe ich reichlich, denn meine Feinde essen jetzt Topinambur

  4. Foodfreak sagt:

    Genau, man ersetzt etwas Creme fraiche und etwas Öl, bzw bei den klassischen Versionen auch die Mayo, durch pürierte Avocado.

  5. zorra sagt:

    Bei der Version mit Avocado, wird einfach noch Avocado in die Sauce getan?

  6. Petra sagt:

    Freut mich, dass euch das Karpfenfilet geschmeckt hat. Sehr schöne Begleitung für den Fisch!
    Liebe Grüße

  7. Raomer sagt:

    Ich liebe ja das „Blue Cheese dressing“, das aufzutreiben ist mir bis jetzt nur einmal geglückt *seufz*

  8. DerJo sagt:

    Klingt verdammt lecker…

    gleich mal ausdrucken und einkaufen gehen 😀

  1. 2. Januar 2010

    […] Radieschen (und Petersiliendeko) stammen aus dem Gemüseabo, in der Winnie-the-Pooh-Dose ist Green Goddess Dressing, darauf thront gepfefferter fränkischer […]

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