Eingemacht

Dieser Artikel wurde zuletzt am 1. September 2015 aktualisiert

Ich bin ein großer Fan von selbst eingemachten Köstlichkeiten – nicht nur, dass man die volle Zutatenkontrolle hat, sondern selbst Eingelegtes schmeckt meist auch sehr lecker und es hilft, die reiche Ernte für später zu konservieren. Ich liebe gut gemachte Bücher über das Einmachen – ob es um Marmeladen, Chutneys, Wurst, Pickles, Gedörrtes oder Pasteten geht, und einem wirklich guten Kochbuch kann ich ohnehin nur schwer widerstehen.

Deswegen habe ich mich auch spontan in

eingemacht

Eingemacht: Einkochen, trocknen, einsalzen, räuchern, vakuumieren, einwecken, einfrieren, einlegen in Zucker, Alkohol und Salzlake, aromatisierte … und Pasten und über 50 köstliche Rezepte

verliebt.

Einkochen, trocknen, einsalzen, räuchern, vakuumieren, einfrieren, einwecken, einlegen in Zucker, Alkohol und Salzlake; aromatisierte Essige und Öle, Pickles und Pasten und über 50 köstliche Rezepte

verspricht der Einband, und das ist eher tief- als hochgestapelt. Rechnet man alle Grundanleitungen und Basisrezepte ein, kommen weit über 100 Rezepte zusammen, und die Bandbreite reicht von einer extrem schlichten Erdbeerkonfitüre bis zu selbst geräucherter Gänsebrust, von eingesalzenen Kapern bis Kürbis-Himbeer-Pie mit Ahornsirup, von selbstgemachtem Pancetta bis Pilz-Duxelles.

Das Buch ist nicht übermässig bebildert, nur zu ausgewählten Rezepten gibt es Fotos, die sind dafür sehr aussagestark; die Texte sind ebenso unterhaltsam wie hilfreich und detailgenau, wo es nötig ist, wenn es um Techniken und Methoden des Konservierens geht. So liefern die Autoren einfache Anleitungen zum Selbstbau eines Räucherofens oder erklären en detail, wie und warum Einsalzen funktioniert, würzen die Rezepte mit persönlichen Anekdötchen, aus denen überall hervorblitzt, dass Acton und Sandler auch im Privaten gute Freunde sind, die sich zu kulinarischen Abenteuern anstacheln, und ermutigen den Leser, sich ihnen dabei anzuschließen.

Sehr witzig finde ich, dass hier auch nicht auf Teufel komm ‚raus Food-Design betrieben wurde. So strahlen einem die „Eingelegten Zwiebeln“ aus einem wiederverwerteten Maille-Senfglas entgegen, wie es eben auch bei uns zu Hause wäre, ein anderes Rezeptfoto sieht verdächtig nach Erdnussmus-Glas aus… und bei aller kulinarischen Spielerei sind selbst die aufwändigen Rezepte so gehalten, dass sie die Scheu vor dem Unbekannten nehmen und zeigen: es ist eigentlich ganz einfach. selbst etwas Gutes einzumachen.

Ein Buch, das Lust macht, loszulegen und Keller und Regale mit Köstlichkeiten zu füllen, ein Buch auf das ich in den kommenden Monaten zweifelsohne häufiger zurückgreifen werde – ein Buch für alle Einmachfans und die die es werden wollen. Super.

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

3 Antworten

  1. Vanessa sagt:

    Hört sich gut an, obwohl ich ja nicht sooo der Fan von eingekochtem bin. Das einzige was ich mache sind Marmeladen 🙂

  1. 30. April 2012

    […] – Kürbisaufstrich 6. März 2008Vor beinahe einem Jahr habe ich hier über ein ausgesprochen schönes Buch […]

  2. 30. April 2012

    […] einen Kim Chi (Kimtschi, Kim Chee) aus Eingemacht, von Acton und Sandler – ein Buch das ich total gern mag und aus dem ich schon viel zu lange nichts mehr gemacht […]

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