Das gar nicht so grosse Geheimnis der Geleefrüchte

30. November 2006

Was habe ich nicht alles probiert… super-reduzierte Fruchtmassen, Pektin, Gelatine, stundenlanges in Hagelzucker liegen lassen… alles half nichts, meine Geleefrüchte kamen immer als matschige nasse Masse raus.

Ich war bereit aufzugeben. Bis gestern. Da blätterte ich in einer uralten Ausgabe irgendeines meine-familie-und-ich-Sonderheftes und las etwas von Geleefrüchten mit Agar-Agar. Und es machte ‘klick’.

Nun sind diese Geleefrüchte weit davon entfernt, das zu sein, was ich z.B. von Läden wie Leysieffer kenne. Hübsch anzusehen sind sie aber schon, und sie schmecken supertoll fruchtig. (Übrigens eine 1-A-Anwendung für bunte IKEA-Eiswürfelformen).

geleefrüchte - fruit jelly

Allerdings habe ich – jetzt – eine ziemlich gute Vorstellung davon, wie ich sowas wie die Leysieffer-Früchte hinbekomme… die Lösung steht weiter oben: konzentriertes Fruchtmark, Zucker und eben Agar-Agar.

Im einzelnen…

Ich habe begonnen mit ca. 500-600 Gramm roter Johannisbeeren aus dem Garten meiner Schwiegereltern. Ich denke mal ein handelsübliches Päckchen rote Beerenfrüchte geht prima. Die habe ich durch ein Sieb gestrichen, die Beerenmischung sollte man vielleicht durchkochen (und dabei gleich süßen).

Zum Püree kamen bei mir 2 Esslöffel black cherry syrup, sugarfree, und etwas Süßstoff, da Zucker nach wie vor auf meiner Verbotsliste steht. Ich bin sicher, mit Zucker ist die Konsistenz besser – das Originalrezept empfahl etwa 3 Esslöffel, ich würde mal sagen, nach Gusto süßen.

Dazu kommt Agar-Agar. Auf dem Gläschen aus dem Bioladen (das Zeug ist nicht eben billig) steht etwas von 2 TL auf 500 ml Saft oder Frucht für “sturzfähige Puddings oder Pasteten”. So weit so gut. Ich bin auf Nummer sicher gegangen mit der doppelten Menge. Wer weniger nehmen will, ist herzlich eingeladen hier zu berichten. Kalt anrühren, dann 5 Minuten kochen lassen.

Die solchermaßen entstandene Fruchtmasse habe ich die erwähnten kalt ausgespülten Eiswürfelbereiter gegossen – eine kleine rechteckige Schale (Rhomben oder Würfel schneiden oder mit Ausstechern Amok laufen) wäre auch gegangen. Beim nächsten Mal werde ich die Formen wohl vorsichtig, evtl. mit zerlassenem Kokosöl, fetten, denn es bleibt doch was hängen.

Ab in den Kühlschrank, nach kurzer Zeit wird das Ganze fest, ich habe ihm aber 24 Stunden gegeben. Dann das erste Herz herausgedrückt – zerbröckelt. Die erste Flasche löste sich dagegen gut. Mit einem spitzen Messer habe ich dann die Ränder vorsichtig gelöst – wirkt hervorragend – und die restlichen Geleefrüchte herausgedrückt.

Nun kann man sie noch in Hagelzucker, Puderzucker oder auch – wie hier – zermahlenen Kokosraspeln wenden, und fertig ist eine selbstgemachte Nascherei aus Früchten.

Die Grundidee schreit geradezu nach Abwandlung – mit anderen Früchten und Aromen, vielleicht mit Amarenakirschen, oder Aprikosen und Orangenlikör… und ergibt sicher auch ein schönes adventliches Mitbringsel. Manchmal braucht man eben nur den entscheidenden, kleinen Trick…

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5 Responses to Das gar nicht so grosse Geheimnis der Geleefrüchte

  1. Dolce on 30. November 2006 at 18:13

    Deine selbstgemachten Geleefrüchte gefallen mir ungeheuer gut! Eine tolle Idee zum Verschenken oder…man isst sie einfach selbst.

  2. Reinhard / schuetzerp on 30. November 2006 at 22:09

    Hallo Petra!

    Klasse Idee, ja Agar-Agar ist bekannt, man muss nur drauf kommen!

    Bin mal durchs www gesurft und habe noch etwas gefunden:

    http://www.uni-bayreuth.de/departments/ddchemie/s_lebensmittel/fruchtgummi.htm
    oder das
    http://www.8ung.at/biowl/artikel/w/plan/weingummi2_.html

    es gibt da einiges was dir vielleicht noch als Anregung dienen könnte!!

    Viele Grüße

    Reinhard

  3. Melas Biotop on 1. Dezember 2006 at 01:50

    Der heutige Weihnachtstipp geht fremd, und zwar zu FoodFreak und ihren vorweihnachtlichen Küchenexperimenten.

    Früchte, Agar Agar und ausgefallene Formen (wie die Eisformen von IKEA) sind die wichtigsten Bestandteile dieses sehr persönlichen und ges

  4. Foodfreak on 1. Dezember 2006 at 08:00

    Hallo Reinhard,

    vielen Dank die Links sind klasse, besonders der mit dem Weingummi gefällt mir sehr!

  5. pikapika on 1. Dezember 2006 at 12:27

    Danke für das Rezept.

    Werde ich auch mal ausprobieren.

    War neulich am Tegernsee und habe bei der “Produktion” von Gummibärchen (mit dem Stärkemehl) zugeschaut. Interessant. Sogar eine GummibärchenDiplom bekommen.

    dat pika²

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