Nein, ich habe nicht vor mich über Psychopathologie von Gemüsen auszulassen, aber dennoch wird dieser Artikel ein bißchen schizophren. Ich werde Euch nämlich ein Bild ohne Rezept und ein Rezept ohne Bild vorstellen, und das kam so:
Dienstags gibt es bei uns meist etwas Kurzgebratenes mit Salat oder auch nur einen großen Salat, einfach weil der frisch in der Gemüselieferung kommt. Angesichts der schönen Kiwis und zweier Lachsfilets im Tiefkühler beschloß ich, dazu einen Lachs mit Kiwi-Wasabi-Sauce zu machen. Ich war mir sicher den schon mal irgendwo verbloggt zu haben. Hatte ich nicht. (Allerdings fördert eine Google-Suche mit dem Rezepttitel jede Menge Hits zu Tage, unter denen der kostenpflichtige von Living at Home sich dann irgendwie selbst persifliert. Da ich das Rezept vor undenklichen Zeiten mal im Usenet gepostet hatte, nennen es natürlich heute so gut wie alle bekannten Rezepteseiten ihr eigen, meist unter Umgehung von Copyright- und Erfasserhinweis…)
Ein Foto hatte ich jedenfalls nicht gemacht, dabei wollte ich Euch doch berichten, dass dort Kiwis und Salat aus der aktuellen Gemüselieferung zum Einsatz kamen.
Gestern nun gab es – da ich mit Chocolate Raspberry Bars und Szechuan Pickled Cucumbers genug Novitäten für einen Tag auf dem Küchenplan hatte, etwas Erprobtes, nämlich das hier:
Mangold-Forellen-Wickel
Dieses Rezept habe ich aber schon auf Foodfreak verbloggt – hier zu finden, mit etwas weniger attraktivem Bild
.
Und da ich wenig Sinn darin sehe, Euch dasselbe Rezept zweimal in einem Blog anzubieten, gibt es stattdessen das Rezept zum Lachs mit Kiwi-Wasabi-Sauce, übrigens auch ein Standard in meiner Küche, total lecker.
Lachs mit Kiwi-Wasabi-Sauce
(aus: schöner essen März 2000)250 g Thailändischer Duftreis
3 Kiwis, a 120 g – [4 kleinere]
½ Bund Koriandergrün
1 EL Wasabipulver, bis 2 EL
1 TL dunkles Sesamöl
1 EL Zitronenschale, abgerieben
Salz
4 Lachsfilets, a 150 g – ohne Haut und Gräten
2 EL Öl
40 g Sesam, geröstet
2 EL Schnittlauchröllchen
100 g Reiscracker; optionalDen Reis nach Packungsanweisung garen. Kiwis schälen, grob würfeln und mit der Hälfte vom Koriander in der Moulinette fein pürieren. Mit Wasabi, Sesamöl, Zitronenschale und etwas Salz verrühren. Lachsfilets salzen und im heissen Öl auf jeder Seite bei mittlerer Hitze 2-3 Minuten braten. Sesam und Schnittlauchröllchen mischen und darauf verteilen.
Die Reiscracker unter den Reis mischen. Den Reis, den Lachs und die Kiwisauce auf Tellern anrichten und mit dem restlichen Koriander garnieren.
Notes:
Die Hälfte der Reiscracker reicht aus, 1 EL Wasabi ebenfalls. Reis in Tasse gefüllt und gestürzt, dann mit Reiscrackern ‘gespickt’. Es darf ruhig mehr Lachs sein, Lachs möglichst braun braten. Die Sauce schmeckt hervorragend zu Reiscrackern als Dip. Schärft beim Durchziehen noch etwas nach! Dazu austral. Chardonnay.
Was dann der Moment ist, mal wieder darüber zu jammern, dass die sehr schöne Kochzeitschrift schöner essen einem lifestyligen Miniheftchen weichen musste. Schöner Essen bestach vor allem durch praktikable, leichte, einfache und dennoch etwas raffinierte Rezepte…







[...] – Basmatireis, gegarter Lachs, etwas Koriandergrün. Im Gläschen dazu: Kiwi-Wasabi-Sauce (Rezept hier) oben – Mandarine, selbst gebackene Chocolate Chocolate Chip Cookies. Dazu ein [...]
Ach, aus “Schöner Essen” war das Rezept ursprünglich mal?! Interessant, wie sich Rezepte manchmal verbreiten. Ich fand es in meiner Rezeptedatenbank, ohne Erfasser oder Autorenangabe. Wobei ich mir jetzt nicht sicher bin, ob die Datenbank nicht sogar vor dem Jahr 2000 datiert. Ich hab’s vor einiger Zeit mal nachgekocht (http://www.digilotta.de/2009/10/24/gebratener-lachs-mit-kiwi-wasabi-sosse/) und war überhaupt nicht angetan. Irgendwie fand ich das ganze eine krude Mischung. Aber Essen ist ja Geschmacksache.