Krebsessen bei IKEA

3. August 2006
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Die Schwedische Tradition – KREBSESSEN
Im Juli und August findet bei IKEA das traditionelle Krebsessen statt.
Es gibt Krebse satt mit Knäckebrot, Käse und drei Schnäpse.

schreibt IKEA auf seiner Webseite.

oder hier

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Vor ziemlich genau 1 Jahr haben wir die IKEA-Krebsorgie schon einmal in Erwägung gezogen und uns dann für TK-Krebse aus der Metro entschieden. Bezeichnenderweise gab es auch dieses Mal die Krebse tiefgekühlt bei IKEA (1 kg für 9,90, davon 55% Wasser… da war die Metro-Ware günstiger).

Dieses Jahr jedoch hatten wir uns dem IKEA-Krebsevent verschrieben.

Zunächst mal musste das Organisatorische geklärt werden. Mit unserem Kassenbon vom letzten Mal und der Anmeldung tappten wir zu den Gastromitarbeitern (eines externen Gastroservice) die einen Teil des Restaurants abgetrennt hatten. Aber: verkehrt, alles zurück auf Anfang. Zunächst galt es, sich am Family-Tresen einen formschönen Stempel auf den Handrücken abzuholen.

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Beim Vorbeigehen fiel mein Blick auf die rosa IKEA-Broschüre. LIEDER Zum Krebsessen prangte es mir entgegen, und ich ahnte Fürchterliches… das wahnsinnig elegante Krebsmotiv auf blauem Untergrund ist übrigens das Lätzchen zum Umhängen.

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Frisch gestempelt durften wir nun die Zone der Krebsesser betreten und wurden von den Servicemitarbeitern an einen Tisch mit einer 3köpfigen Familie gesetzt, die das Ganze zwar schon mal im vergangenen Jahr im anderen IKEA-Haus in HH mitgemacht hatten, aber doch recht skeptisch drein blickten. Offensichtlich gab es hier auch Tischreservierungen für größere Gruppen, die das Ganze generalstabsmäßig geplant hatten.

Kurz darauf stellte sich uns der Conferencier für den Abend vor, Björn. Formattechnisch ein Wikingerytp, mit einer hochkleidsamen bunten Schürze.

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Björn, der mit Headset bewaffnet und an die Musikanlage gekoppelt für die richtige Partystimmung sorgen sollte, händigte uns extra Textblätter mit tollen Trinkliedern in schwedischer Lautschrift aus, die ich hier auszugsweise vorstellen möchte (den Pisa-Song mussten wir ablesen-grölen…) Doch noch war es nicht so weit.

krebslieder

krebslieder pisa

Zum Setup des Krebsabends gehört neben dem Kleckerlätzchen auch die IKEA-Anleitung zum Krebseessen, Bestandteil des Liederheftes das weiter oben zu sehen ist, und ein lustiges Stimmungs-Papp-Party-Hütchen.

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(Einen Scan der Anleitung in etwas größer findet man hier).

Mit umgehängtem Schlabberlätzchen konnte es nun langsam los gehen. Schnell noch Getränke (Softdrinkglas) an der Kasse geholt, da die schlauerweise nicht inklusive sind – am Nachbartisch becherte man fröhlich den Weißwein, den es für 5 oder 6 Euro die Flasche extra ebenfalls im Schwedenrestaurant gab – und dann schickte Björn die Gäste zunächst tischweise ans Buffet, damit kein Riesengedränge entstand wenn sich alle ihren ersten Schlag Krebse holen sollten.

Die erste größere Überraschung wartete auf uns. Die Krebse waren kalt. Ich habe noch Jamie Oliver im Ohr, der meinte, Meeresfrüchte müsse man immer möglichst frisch gegart und auf keinen Fall kalt essen. Diese Krebse hier – und das bestätigte sich, als ich am Ende des Abends einen noch beinahe gefrorenen erwischte – waren einfach nur aus der TK-Packung aufgetaut. Die Familie an unserem Tisch berichtete, daß letztes Jahr die Krebse frisch gekocht auf das Buffet kamen… oder zumindest frisch warm gemacht…

Dazu gab es diverse Käse, Weintrauben, frische Brötchen (Knäcke war wohl doch nicht so der Renner), Butter, und eine extrem penetrant süße extrem penetrant knoblaucharomaverseuchte Cocktailsauce. Hätte ich mir nur eine ordentliche Hot Sauce mitgebracht!

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Auf den Tischen standen Schüsseln oder Teller für die Krebsschalen (die regelmäßig geleert wurden), und es lagen reichlich Papierservietten und Zitruserfrischungstüchlein aus. Die brauchte man auch…

Die Servicemitarbeiter machten auf Wunsch nochmal vor, wie das Getier formgerecht zu zerlegen und auszusaugen war. Bezeichnenderweise begann die Erklärung meist mit “Theoretisch macht man das so…” Praktisch war es eine ziemliche Schinderei, was die kalten Krebse nicht wirklich vereinfachten. Und die Krebse kamen weder aus Schweden oder Skandinavien, noch aus Türkei oder USA, wie in der Broschüre von IKEA zu lesen, sondern – wie meine Metrokrebse auch – aus China.

Zwischendrin machte dann Björn die Runde von Tisch zu Tisch, um das mal mehr, mal weniger willige Publikum zum Singen zu animieren. Ich fragte mich unwillkürlich, ob er ausserhalb der Krebssaison vielleicht Unterhalter in Seniorenwohnstiften ist. Wer brav sein Liedchen abgesungen hatte, bekam dann auch einen Vodka oder Aquavit.

Eine größere Gruppe schon vorher recht angeheiterter männlicher Mittfünfziger an einem der Tische war ausgesprochen sangesfreudig, wohl auch um sich ein paar Extraschnäpse zu verdienen.

Wir kamen zum Glück – vermutlich dank unseres ausgeprägten kollektiven Unwillens zu Singen – um eine Wiederholung herum, und konnten uns weiter dem Herausbrechen von Krebsfleischstückchen widmen.

Immerhin, es gab ausreichend Krebse, und am Ende des Abends waren – Zitat Björn – 200 Kilo Krebse vertilgt. Satt wurde man auch nach einer Weile, nicht dass das, von zuckriger überall hin spritzender Dill-Kochflüssigkeit und Krebssäften bedeckt, wichtig gewesen wäre. Wichtig war eigentlich nur noch, die Arme wieder sauber zu bekommen, den von spitzen Krebsscheren zerstochenen Daumen eine Pause zu gönnen, und dann still und leise zu verschwinden. Was wir auch taten, während die “Schwedenparty” noch ohne uns weiter ging.

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Been there, done that… muss ich nicht wieder haben.

Appetit bekommen? - Hungry for more?

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7 Responses to Krebsessen bei IKEA

  1. 3. August 2006 at 17:40

    Gute Güte, das klingt gar schröcklich!

  2. Ute
    4. August 2006 at 12:20

    Als ich die Überschrift las war ich erst neidisch, zum Krebsessen bei IKEA wollte ich auch immer mal.

    Dann kam der Rest des Artikels und ich kann dir nur mein Beileid aussprechen, das muss ja schrecklich gewesen sein.

    Danke aber dafür, dass du dich dorthin gewagt hast und und noch dazu nicht davor zurück schreckst davon zu bloggen. So hoffe ich, dass andere nicht deinem Beispiel folgen und so vor Björn geschützt werden. Ich jedenfalls weiß jetzt, dass ich schnell weglaufe wenn ich IKEA und Krebsessen in einem Satz höre.

  3. theo
    10. August 2006 at 20:30

    hallo!
    wir waren letztes jahr und nun gestern den 9. august 06 wieder bei ikea dresden zum krebse essen und es hat sich wieder gelohnt.
    der eintritt betrug 15 euro und da war dann auch alles inklusive. man muste die getränke, egal welcher art, also nicht extra kaufen. ok, das mit dem singen, dem einen gefällt es dem anderen weniger aber die stimmung war auf jedenfall spitze. zum schluß konnte man dann auch noch tanzen, was auch von vielen genutzt wurde. kurz nach 23:00 war der abend dann leider vielzuschnell vorbei. wir werden nächstes jahr auf jedenfall wieder zum krebsessen gehen.
    güße aus dresden

  4. 14. Februar 2008 at 9:45

    Hallo,

    also immer wieder köstlich deine Rezepte. Die Krebse sahen schon lecker aus.. aber ich wüsste gar nicht wie man diese essen sollte.. :D

    Gruß Markus

  5. christine
    4. Juni 2008 at 19:39

    Am 26.08.2006 waren wir mit einer Gruppe von 16 Leuten in Hamburg – Schnelsen zum Bekannten und beliebten KREBSESSEN. Ja, wir mochten das mit Singen SEHR. Ich glaube es kommt auch auf der eigenen Einstellung an. Da wir auch das Jahr davor mit 4 Leuten dort waren hat es uns “Persönlich” so gut gefallen das wir einige Freunde bescheid gegeben haben. Letztes Jahr konnten wir leider nicht, da wir ins Ausland verzogen sind. Aber in diesen Jahr machen wir” EXTRA” im Aug. Urlaub um dran teilzunehmen. Das wird doch wieder die reine freude . Leider ist der nette Abend nur zu KURZ. Ich selber habe Kinder von 10 Jahren und die wollen auch wieder dort hin. Es ist doch witzig das ganze mal mit zu erleben.An alle die dort hin gehen VIEL SPASSSSSSS. lg christine

  6. 20. August 2009 at 15:01

    Witzig, exakt den gleichen Bericht hätte ich auch über unser gestriges Krebsessen bei IKEA schreiben können :-))
    So habe ich mal deinen verlinkt ;-)

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