Heidelberg – Maxbar

Dieser Artikel wurde zuletzt am 4. Februar 2017 aktualisiert

Was macht man als Frühaufsteher an einem Sonn- oder Feiertagsmorgen, wenn man in Heidelberg unterwegs ist, wo die Souvenirläden japanische Schilder tragen, und das touristische Leben eigentlich erst gegen 10 Uhr erwacht?

Man geht einen Kaffee trinken. Und zwar nicht bei Starbucks – die wegen der touristisch wertvollen Altstadt nicht mal ein Firmenschild haben – oder bei StarCoffee (kostenloses WLAN, aber blöderweise noch zu) sondern vor dem Rathaus in einer „Institution“ Heidelbergs, die wir eher zufällig entdeckten: der Maxbar..

Betritt man das kleine Lädchen, fühlt man sich sofort in ein französisches Cafe versetzt.

Dazu trägt auch bei, daß geraucht wird, was für mich als Nichtraucher normalerweise ein Abschreckungsgrund ist. Ich vermute, wenn der Laden nachts voll ist, kann man die Luft schneiden – dann wäre das nichts für mich. An diesem schönen Morgen allerdings war nicht viel los, nur ein paar Stammgäste kamen herein, und überhaupt fiel auf daß dieses Café oder vielmehr diese Bar vor allem von Einheimischen frequentiert wurde.

Der Barista war ein reiner Quell der Freude. Vollkommen in sich ruhend, hätte er die exzellenten Espressi und Cappus und Cafés au lait, die er zauberte, sicher auch blind und halbtot noch hinbekommen – mit einer unglaublichen Lässigkeit und Präzision handhabte er seine große Saeco-Maschine, ohne auch nur hinzusehen, dabei ein paar Worte mit seinen Gästen wechselnd oder nach draußen auf den Platz starrend. Hier war ein Meister seines Fachs am Werk, das merkte man genau.

Irgendwann kam dann ein südfranzösisch aussehender Typ in Jeanskluft rein, der wirkte als habe er die Nacht durchgemacht. Wahrscheinlich hatte er das auch, denn er tappte schlafwandlerisch an seinen „Stammplatz“ irgendwo im hinteren Teil der Bar am Tresen und bekam vom Chef wortlos einen und dann noch einen Espresso hingestellt. Vermutlich die Nachtbesetzung der Maxbar 😉

An der Tür hängt eine internationale Auswahl von Zeitungen, und der Blick auf den Marktplatz ist auch sehr schön, auch wenn nach allgemeiner Ansicht die Plätze draussen natürlich die besten sind. Dafür war es Pfingstmontag in der Früh‘ aber noch etwas zu frisch.

Die Croissants waren so lecker wie sie aussahen – die Maxbar ist ein kleines Stück französische Lebensart mitten in Heidelberg. Schön und sehr zu empfehlen.


Bar – Cafe MAX-BAR

Marktplatz 5
Heidelberg

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

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