Köln – Alte Feuerwache

Dieser Artikel wurde zuletzt am 4. Februar 2017 aktualisiert

Gestern mittag, bei meinem Besuch bei O’Reilly in Köln, galt es, ein Mittagessen zu finden. Zur Auswahl standen u.a. ein Sushi-Ketten-Imbiß, einige echt kölsche Kneipen (Zitat Christine von O’Reilly: „Schweinefleischlastig“, und damit nicht gerade das richtige mit einer Vegetarierin im Team), die übliche Pasta-Pizza-Kombi, Dönerbude – oder die Alte Feuerwache.

Die Alte Feuerwache ist eine Art Stadtteilkulturzentrum – zumindest würde man das in Hamburg so nennen – mehr hier auf der Webseite. Nebenan schien auch eine KiTa zu sein und viele linksalternativ wirkende Mütter mit Kleinkindern waren ebenfalls da. Durchaus ein Ort zum Wohlfühlen.

Leider war kein Wetter um draußen zu sitzen, der Biergarten sah nett aus.

Statt dessen nahmen wir an einem der großen Tische direkt am Fenster Platz und schnappten uns die Tageskarten.

Meine Begleiterinnen orderten Gebeizten Lachs mit Gemüsebratlingen sowie Pasta mit Brokkoli, Zucchini und Karotten in Sahnesosse, ich bestellte „Hähnchenbrust mit Zitrone und Olivenöl mariniert, gebraten auf Salat“.

Die Getränke waren schnell da, dann kam erst mal eine sehr lange Weile gar nichts. Die Idee eines Mittagstischs sollte eigentlich sein, daß es schnell geht, zumal an allen drei Gerichten nun nicht wahnsinnig viel Zubereitungsaufwand auszumachen war und um diese Zeit nur wenige Leute (wir) Essen bestellt hatten.

Irgendwann kam das Essen dann, und abgesehen davon dass die Gemüsebratlinge ein wenig angebrannt wirkten, sah es wirklich gut aus:

Das ist allerdings auch das Beste, was ich darüber sagen kann. Die Pasta war laut Mela gut. Der Lachs von Christine war so salzig, daß sie einen sofortigen Blutdruckanstieg argwöhnte, und die Bratlinge sahen wohl nicht nur angebrannt aus. Das Huhn auf meinem Salat war ok, etwas trocken, von Olivenöl oder gar Zitrone nichts zu schmecken, und der Salat …

Das Dressing schmeckte nach Essig(essenz), Geschmacksverstärker und Süßstoff, und die einzig essbare Komponente des Salats – Eichblattsalatblätter – war dermaßen damit durchtränkt dass ein paar Bissen ausreichten um an meine Ekelschwelle zu gelangen. Ich glaube, so ähnlich schmeckt das in Flaschen abgefüllte Fatfree-Dressing von Kühne – oder auch ein Knorr Salatkrönung Beutel, jedenfalls wenn meine vagen Erinnerungen an meine Studentenzeiten nicht trügen.

Tomate und Gurke waren eiskalt und bar jeglichen Aromas, der Mais das billigste Dosenzeug das man finden konnte, die Oliven und Peperoni boten außer bitter und sauer keinen Geschmack. Die Sprossen hätten schmecken können, wären sie nicht im gleichen Dressing ersoffen.

So aß ich meine Hühnerstückchen und minimale Salatmenge und ließ den – von Anfang an überreichlichen – Rest zurückgehen.

Vielleicht könnten die Köche hier einfach weniger auf den Teller tun und dafür bessere Ware?

Störend fiel auch auf, dass um 15 Uhr – vermutlich Ende der Mittagskarte – die Bedienung alle Tageskarten einsammelt und sich dabei auch bei uns an den Tisch drängelte und zwischen uns herumfuhrwerkte um die Karte einzusammeln. Zum einen hätte sie etwas sagen können, zum anderen hätte es der Karte sicher nicht weh getan, da liegen zu bleiben bis wir gegangen waren, die Gefahr dass wir davon noch etwas bestellt hätten war ohnehin gering…

Zum Abschluß tranken wir noch einen Kaffee aus der großen Espressomaschine, der in allen drei Zubereitungen gut war.

Fazit: Um dort etwas zu trinken, ok. Essen würde ich da sicher kein zweites Mal.

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

4 Antworten

  1. Mela sagt:

    Hehe, ich muss eckes den Link schicken. Der glaubt sicher nicht das ich nicht gemeckert habe 😉

  2. Claudia sagt:

    Ich frage mich manchmal, ob in solchen Lokalitäten – und davon gibts ja nicht gerade wenige – überhaupt Köche arbeiten. Die müssten, wenn sie ihr Essen probieren, doch merken, dass was nicht stimmt. Im besten Falls würden sie Konsequenzen ziehen und was besseres kochen und die Fertigtüten aus der Küche verbannen.

  3. Mela sagt:

    Ich denke das solche Lokalitäten prädestiniert für Stundenten-Köche sind..

  1. 4. Januar 2010

    […] mochten wir noch nichts, hatten wir doch gerade erst ein Essen in der Alten Feuerwache wenige Stunden zuvor genossen. Die Speisekarte von Couscous bis Kebab sah aber sehr gut aus, und […]

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