Pingeliges Pesto und Bananen

Dieser Artikel wurde zuletzt am 30. August 2015 aktualisiert

Während ich gerade zufrieden an der perfekt gereiften und köstlichen Birne (schmeckt nach Williams) knabbere, die mir mein Gemüse-Abo ins Haus gebracht hat, blättere ich in der vorletzten Ausgabe von Schrot & Korn, dem kostenlosen Magazin, das in Bioläden ausliegt. Erfreulicherweise kann man deren Nachrichten und oft schöne Rezepte auch im Internet bei www.naturkost.de nachlesen.

Und da fällt mir ein Artikel über Bananen, Chiquita und fairen Handel sowie Bio-Produktion ins Auge. Chiquita versucht, soziale Standards einzuhalten, was per se begrüßenswert ist. Voller (lesenswerter) Artikel hier.

Ich vermisse ja immer noch die leckeren kanarischen Bananen, die es eine Zeitlang zu kaufen gab. Gibt es irgendwo kanarische Bio-Bananen zu kaufen? Die Exportbanane an sich, ob nun Bio oder nicht, schmeckt meist eher langweilig, dabei gibt es doch – auch das lerne ich aus dem Artikel – über 100 Bananensorten. Wenn ich nur an die kleinen Bananen in Asien denke… lecker!

Bananas

Mir wird bewusst, dass wir, seit wir das Gemüse-Abo und damit auch die wöchentliche Obstlieferung haben, fast ausschließlich Bio-Obst auf dem Speiseplan haben (Ausnahme: tiefgekühlte Heidelbeeren, Himbeeren, Erdbeeren ab und an in den Joghurt). Zum einen, weil wir auch eingefrorenes Bio-Obst aus der Produktion unserer Eltern hatten, zum anderen, weil die Obsttüte unseren Wochenbedarf meist ganz prima abdeckt. Das ist schön. Und wenn wir mal was anderes wollen, können wir es dazu ordern. Ich hatte schon immer ein schlechtes Gefühl, gerade auch bei traditionell chemiebelasteten Sachen wie Trauben, wenn ich ausländisches Obst gekauft habe. Inländisches waren ohnehin meist Altländer Äpfel und Birnen aus mindestens integriertem Anbau.

Der Bananen-Artikel hat mir mal wieder in Erinnerung gebracht, dass es – neben den offensichtlichen Gründen wie Geschmack und Qualität – auch noch andere gute Gründe gibt, Bio-Waren zu kaufen. Sie sind nicht bloß für uns gesünder, sie sorgen dafür, dssß die Erzeuger fair bezahlt werden und ebenfalls gesünder bleiben, und die Natur schützen, die Gewässer, die Pflanzen- und Artenvielfalt, Lebensräume für andere Lebewesen bereitstellen.

Von Bio-Waren erwarte ich aber auch, dass sie sich an bestimmte Qualitätsstandards halten. Zum Beispiel gehört in ein Pesto für mich nur das, was man auch beim Selbstmachen hineintun würde: Basilikum, Olivenöl, Pinienkerne, Knoblauch, ggf. Salz und Parmesan oder Pecorino. Kürzlich habe ich mir mal die bei Edeka verfügbaren 5 Pesto-Sorten angeschaut (gemeint ist Pesto Genovese). Von Molkeneiweiß, Sonnenblumenöl, gehärteten Fetten. geriebenem Hartkäse, Aroma, Verdickungsmitteln, Sonnenblumenkernen, Erdnußöl, Geschmacksverstärker, Cashewkernen ist da die Rede. Jahrelang habe ich entweder frisches Pesto gekauft oder aber das von ROI (exzellent), in einem Bioladen in Winterhude. Der Blick auf die Etiketten der normalen Angebote war da ziemlich ernüchternd – es hat sich nicht viel geändert.

Aber auch im Bioladen heute hier in Barmbek gab es zwei Sorten Pesto. Die preisgünstigere enthielt u.a. Cashewkerne und Sonnenblumenöl. Ich will nicht bestreiten, dass das gute Qualität sein kann. Aber bitte nennt es dann nicht Pesto alla Genovese. Nennt es Basilikum-Cashew-Paste oder was auch immer. Ich will auch nicht bezweifeln dass es schmecken könnte. Ich bin da nur einfach pingelig.

Gekauft habe ich schließlich:
Terrasana Pesto Traditionale. Zutaten: Extra natives Olivenöl, frisches Basilikum, Knoblauch, Pecorino-Schafskäse, Pinienkerne, Meersalz – bis auf das Salz alles kBA. Bitte: es geht doch.

Liebe Pastafans, laßt den gestreckten Schrott im Regal stehen, kauft was Ordentliches. Lest Etiketten. Es liegt an Euch…

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

3 Antworten

  1. Kaffeebohne sagt:

    Ich kaufe auch bevorzugt Bio-Waren. Seit ich versuche jahreszeitengerecht zu kaufen und mit einem Speiseplan durchs Leben gehe, sind die Lebensmittelkosten auch nicht so immens angestiegen wie immer alle meinen und vor allem werfe ich nichts mehr weg. Transfair kaufe ich wegen der besseren Bezahlung und Behandlung der Arbeiter. Es darf eben nicht mehr aus dem Flugzeug gespritzt werden, während die Arbeiter sich auf der Plantage aufhalten. Tengelmann hat jetzt auch Transfair Rosen. Die kosten anstatt 2.99 euro 3.99 euro (10 Stück), aber sie halten auch wesentlich länger.

  2. Claudia sagt:

    Den Pestovergleich habe ich auch schon häufiger gemacht. Unglaublich, was da alles reinwandert. Allerdings finde ich es auch nicht toll, wenn Schafskäse drin ist. Dann sehe ich immer diese in Lake eingelegten Dinger vor mir. Gern in anderen Gerichten aber nicht in Pesto. Ich weiß, Pecorino ist auch Schafskäse. Aber ob die den damit meinen, wenn sie einfach nur „Schafskäse“ schreiben? Cashew und Sonnenblumenöl oder gar Molkeneiweiß ist aber wirklich die Höhe…

  3. Véronique sagt:

    Ich bin auch pingelig, und kann mir diesen Beitrag nur anschliessen, obwohl ich glaube, dass nicht alles was bio ist ethisch korrekt ist.
    Was Zutaten angeht, finde ich sehr spannend, was in gefüllte Pastas aus der Kühltheke ist: Wer hat schon mit Akazienfasern gekocht? Ich nicht, aber manche scheinen zu denken, dass es in die Füllung von Raviolis gehört…

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