Zen in der Kunst des Etikettenlesens

Dieser Artikel wurde zuletzt am 27. Oktober 2015 aktualisiert

Kürzlich wollte ich etwas Thailändisches kochen, als ich erstaunt feststellte, dass mein Vorrat an Kokosmilch im handlichen Tetrapack ein gnadenloses „OUT OF COCONUT MILK ERROR“ auswarf. Es war – wie sollte es anders sein – bereits spät am Tage, und ein Ausflug in einen der von mir frequentierten Asienläden hätte zu lange gedauert. Aber halt! Hatte nicht der zu Edeka mutierende SPAR um die Ecke Kokosmilch in Dose und Tetrapack?

Also Schuhe geschnürt und losgetrabt, und schon durfte ich feststellen, dass die eine Sorte Kokosmilch – eine bläulichweiße Dose, die, wenn ich mich recht erinnere, gezuckerte Kokosmilch für Pina Coladas und Co. enthielt – ganz aus dem Sortiment genommen war, und die andere Sorte, ein niedlicher kleiner Tetrapack von SuzyWan oder ähnlichem Industrie-Asia-Futter-Vertreiber, unverschämt teuer war. Das hätte ich ja noch hingenommen, aber da ich auf *gar keinen Fall* gezuckerte Kokosmilch wollte, fiel mein Blick auf die Zutatenliste, auf der sich zwei Verdickungsmittel tummelten (die E-Nummern hab ich vergessen).

WAS?

Verdickungsmittel in meiner Kokosmilch? HALLO? In Kokosmilch gehört Kokos und sonst nix. Und dick wird sie dadurch, dass sie ausreichend Kokosfett enthält.

Das Thaiessen wurde also vertagt, und vergangene Woche suchte ich den Thai Asia Supermarket in der Langen Reihe auf, der immerhin drei verschiedene Sorten Kokosmilch anbietet. Sensibilisiert durch den Besuch im SPAR, nahm ich mir die Etiketten aller Sorten vor – und lernte, dass bis auf eine einzige Sorte – die hier abgebildete:

alle Sorten Verdickungsmittel enthielten. Die zweite Sorte von Aroy-D, in einer dunkelbraunen Packung, und die in D wohl meistverbreitete Kokosmilch in der Dose, auch.

Die größte Überraschung erwartete mich allerdings zu Hause. Gestern Abend haben wir spontan thai-inspiriert gekocht – mit Huhn, Mangold und Sprossen aus Gemüsekiste Nummer 15, etwas Thai-Currypaste und einem kräftigen Schuß Kokosmilch. Und diese Sorte Kokosmilch schmeckt sehr viel intensiver, kokos-iger und irgendwie auch nussiger als die anderen Sorten.
Sehr lecker.

Die Aroy-D Kokosmilch ohne Verdickungsmittel gibt es in Tetrapacks zu 250 ml, 500 ml und 1 Liter. Sehr zu empfehlen.

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

4 Antworten

  1. Mela sagt:

    Ich hab das grade bei meiner Kokosmilch verifiziert… Verdickungsmittel.

    Es NERVT wirklich, das ich nichts einkaufen kann ohne den Beipackzettel zu lesen. Es NERVT kollosal das „Kunde“ gleichbedeutend ist mit „will verarscht, betrogen und mit minderwertigen Lebensmitteln versorgt werden“.

    Es wäre wirklich Zeit für ein benutzerfreundliches Auszeichnungsgesetz mit z.B. dem gut sichtbaren Zusatz ‚Reine‘ für zusatzfreie Produkte, einem Warnaufdruck ‚enthält genveränderte Substanzen‘ o.Ä.

    Was wir im Moment haben ist doch staatlich sanktionierter Betrug am Verbraucher.

    Ich hätte besseres zu tun als meine Lebenszeit mit dem Studium von Beipackzetteln und deren Bedeutung zu verbringen, aber genau darauf spekuliert die Industrie und jubelt mir Kram unter den ich _NICHT HABEN WILL_,

    *schnorch*

  2. Foodfreak sagt:

    Eine der Sorten mit Verdickungsmittel ist ebenfalls von Aroy-D….

  1. 8. Juni 2010

    […] Ungestreckte Kokosmilch ist nicht besonders weit verbreitet. Nur einer der Läden hat sie fest im Programm (Thai Markt an der Langen Reihe), Vinh Loi hat immerhin einen Karton davon im Gang stehen (nach viel Gesuche gefunden), aber nur 1 Größe – 250ml Tetrapak. Auch hier, Check bei den anderen Quellen auf Todo. […]

  2. 21. April 2014

    […] 400 g Kokosmilch, ungesüßt, ohne Verdickungsmittel […]

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