Tchibo Privat Schokolade Guna-Nua

Dieser Artikel wurde zuletzt am 22. Juni 2014 aktualisiert

Kurz vor Weihnachten entdeckte ich bei Tchibo, dass es dort seit kurzem nicht nur die Hausmarken Schokolade (von Rausch) gibt, sondern analog zu den „Raritäten“ beim Privat-Kaffee jetzt auch eine Raritäten-Edition bei der Schokolade. Neugierig nahm ich eine Tafel

Guna-Nua (Papua-Neuguinea)
77 % Cacao

mit.

Die Zutatenliste:

  • Kakaomasse
  • Zucker
  • Kakaopulver stark entölt
  • Emulgator: Sojalecithin
  • Vanille
  • und der Hinweis. Kakao 77% mindestens.
  • Kann Spuren von Haselnüssen, Mandeln und Milchbestandteilen enthalten.

Grundsätzlich bin ich ja der Meinung dass Lezithin in wirklich guter Schokolade nichts verloren hat, aber selbst Nobelhersteller verzichten immer öfter nicht auf den Emulgator. Abgesehen davon, dass eine gut conchierte Schokolade geschmeidig ist auch ohne dass Emulgator drin ist, ist bei Soja die Gen-Futter-Problematik gegeben, und ich will keine transgenen Sojalecithine in meinem Essen.Auch Kakaopulver gehört nicht unbedingt in eine High-End-Schokolade.

Immer häufiger sieht man auch Vanille in den Aromen, und selbst wenn es echte Vanille ist, ist das ebenfalls eine Zutat die imho viel zu oft zur Geschmacksaufbesserung verwendet wird.

Zur Schokolade: Sie roch gut und angenehm aber schon mit erkennbarer Bitternote; sie brach mit einem satten Knacken und war von der Konsistenz her annehmbar, wenn auch keineswegs überragend.

Zum Kakao steht auf der Packung:

Edelbitter und rassig – mit frischen Anklängen von schwarzer Johannisbeere.
Im Nordosten des Eilands New Britain im Inselstaat Papua-Neuguinea reift in der Region Guna-Nua eine wahre Seltenheit für alle Liebhaber dunkler Schokolade heran.

Was auch immer Tchibo / Rausch da eingekauft hat, die Kakaosorte verschweigen sie auf der Packung. Schmecken tut es jedenfalls wie Forastero, der am weitesten verbreitete Kakaotypus, mit kräftigem Schokoladenton, der sich durch besonders bittere Noten auszeichnet – das hatte ich mir nicht ganz unter einer edelbitteren Rarität vorgestellt. Da tröstet es auch nicht, dass in der Packung 120 Gramm drin sind, diese Schokolade schmeckte mir einfach nicht – nichtmal mit Vanille. Fazit: Schauderlich, viel zu bitter.

Von der Webseite der Botschaft von Papua-Neu Guinea in Washington möchte ich noch einen beleuchtenden Absatz zum Kakao hinzufügen:

After coffee, cocoa is Papua New Guinea’s second most important agricultural export crop. Existing plantings are highly concentrated geographically in the islands region. But many other areas in the country are highly suitable for cocoa production. Smallholder production has been increasing by about 5 per cent a year over the last 10 years, and the 70,000 producers now account for 70% of total output. Estate production has fallen steadily since 1975, mainly because of disease, but this trend has now been reversed and estates are rapidly replanting with high yielding and more disease resistant hybrids.

The introduction of high-yielding hybrids has greatly improved the projects in Papua New Guinea, and the country remains a competitive producer, even at low prices. Early results from their use are showing yields up to 2 tonnes per hectare while research continues to develop new varieties with even greater yield potential.

The prospects for cocoa look good. In the longer term, the potential for further expansion is excellent, particularly through a further increase in smallholder productivity and a major expansion in upstream processing.

„High-yielding hybrids“ (und „at low prices“) sind im Klartext Kakaobohnen, die auf hohen, gleichmäßigen Ertrag hin „optimiert“ wurden und im Zweifel auch auf wenig Mühe mit den Pflanzen, also Forastero-Klone, die nicht für Qualität sondern Quantität ausgelegt sind. Es wäre schön gewesen wenn Tchibo etwas genauer beleuchtet hätte, was für Kakaos hier zum Einsatz kamen. Und vielleicht auch unter welchen Anbaubedingungen so ein „Luxus“-Produkt entsteht.

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