Der Kampf mit den Kürbis-Gnocchi

Vielleicht hätte es mich warnen sollen, dass ein guter Freund neulich berichtete, an einem Rezept für Kürbis-Gnocchi fast verzweifelt zu sein – offenbar stimmte die Mehl/Kürbis-Ratio gar nicht, und das Ergebnis war ein Berg orangefarbene Pampe. Daran fühlte ich mich jedenfalls ziemlich stark erinnert, als wir am vergangenen Freitag den Kampf mit dem Kürbis antraten. Am Ende sah das Ergebnis dann gar nicht mal übel aus, und schmeckte vorzüglich, aber dazu später…



Das Originalrezept war nun auch nicht eben präzise, was die Mengen anging – 750 g Kürbis waren gefordert – das heisst genau was? Wir hatten einen hübschen kleinen Hokkaido von 1050 Gramm, entkernt, geputzt, entstielt waren das in etwa netto 750 Gramm. Das war wohl schon der erste Fehler, vermutlich war das Bruttogewicht gemeint.

Wie im Rezept angegeben, kochte ich die Kürbisstücke durch, ließ sie ausdämpfen und stampfte sie. Dann tat ich die übrigen Zutaten nach Rezept dazu und – weil es nicht mal im mindesten an Teig erinnerte – noch (reichlich) genug Mehl, damit das Ganze wenigstens entfernt an die Handhabung eines sehr weichen Hefeteiges erinnerte. Immer noch nicht der Bringer – gut, dachte ich mir, lass ich dem Teig mal Zeit zu quellen.

So sah er dann aus:

Wenig befriedigend. Mit zusätzlich etwas Mehl knetete mein Liebster einen ersten Schwung Gnocchi:

Auch das war nicht wirklich überzeugend. Einige kräftige Flüche und sehr viel Mehl später (ich schätze, am Ende fast die dreifache Menge wie im Rezept) waren die Gnocchi dann zwar noch nicht für den Über-die-Gabel-Roll-Test tauglich, aber sie ließen sich handhaben und sahen so aus:

Gut 12-13 Minuten gekocht und mit selbstgemachter Salbeibutter kam zum Glück dann noch ein leckeres Essen dabei raus.

Sachdienliche Hinweise zu den ultimativen Kürbisgnocchi werden gern angenommen. 🙂

(Update 2009, Rezept wegen Formatprobs gelöscht).

Print Friendly, PDF & Email

Appetit bekommen? - Hungry for more?

8 Antworten

  1. Cascabel sagt:

    das Ergebnis stimmt dann ja wohl doch versöhnlich 😉 Beim nächsten Mal aber vielleicht doch ein anderes Rezept versuchen?

  2. nasebaer sagt:

    Aber spassig war’s dann doch schon, obwohl ichs garnicht so mit pampsen hab.

  3. zorra sagt:

    Solche Berichte mag ich am liebsten. So weiss ich, dass ich nicht die Einzige bin, die manchmal zu kämpfen hat….

  4. Jan Theofel sagt:

    Also ich kann mit zwei Kürbis-Gnocchi-Rezeoten dienen: Einmal Kürbis-Gnocchi mit Tomatensauce (http://gaertnerblog.de/blog/?p=295) von der Gärtnerin und einmal Kürbis-Gnocci im Spinatbett (http://www.theofel.de/plog-archives/2005/11/kuerbisgnocci_im_spinatbett.html). Vielleicht hilft dir das ja weiter.

  5. loreley sagt:

    Gnocci sind nunmal sehr weich. Bei dem sehr ähnlichen Rezept aus dem SZ Magazin musste man die gekochten Kürbisteile noch eine Weile im Backofen trocknen, was viel bringt. Die Mengenangaben für Mehl bzw. Paniermehl waren auch zu niedrig. Auch habe ich mir gar nicht erst die Mühe gemacht eine Teigrolle zu formen, sondern gleich mit zwei Löffeln Nocken geformt. Man kann auch mit grossen Löffeln arbeiten. In Italien kriegt man schonmal grosse Gnocci. Auch macht es Sinn, die bereits fertigen im Backofen ein wenig warm zu halten, was nochmal Wasser entzieht. Sie danach in Butter zu schwenken kann man sich auch sparen, man giesst die flüssige Butter einfach drüber.

    Hier das Rezept:
    http://www.20six.de/loreley/nextEntries/rjrxw8xg8zcy

    Es schmeckt unglaublich lecker.

  6. sasette sagt:

    Dieses Rezept ist wahrlich seltsam, denn in Kürbis-Gnocchi kommen normalerweise zur Bindung gekochte Kartoffeln dazu. Das hab ich ausprobiert mit dem selben pampigen Ergebnis.

    Der Kürbis gehört auch nicht gekocht, sondern bei 180 grad 30 min in den Backofen, die Schale läßt sich dann leicht entfernen, der Rest erledigt die Kartoffelpresse. Anstelle den gekochten Kartoffeln hab ich es mit fertigem Knödelteig probiert. Mehl wie angegeben gehört auch dazu, gut durchrühren, mit der Masse lassen sich sehr gut kleine Gnocchi formen, ab ins kochende Wasser bis alle oben schwimmen und dann genießen. Die Gnocchi haben durch den Knödelteig biss, und sind den noch sehr locker. Einfach ausprobieren!

  1. 29. Dezember 2009

    […] Brokkolicremesuppe oder Spargelpüree die Küche neu zu streichen, oder die verteufelten Kürbis-Gnocchi. Aber auch sonst geht mal was daneben, und wenn es einfach nur die Auswahl von Rezepten ist, die […]

  2. 19. August 2010

    […] spät dran. Ich vermute es hat was damit zu tun dass ich mit Gnocchi, erschwert durch eine bittere Niederlage im Kampf mit Kürbis-Gnocchi, ein wenig auf Kriegsfuß stehe. Völlig zu Unrecht, wie sich […]

Kommentar verfassen