Shopping in Frankreich

Dieser Artikel wurde zuletzt am 3. Februar 2017 aktualisiert

Unseren Besuch in Karlsruhe haben wir auch zu einem kleinen Abstecher über die Grenze genutzt – das Elsaß liegt ja quasi vor der Tür. Eine knappe halbe Stunde mit dem Auto entfernt – in Lauterbourg – betritt man einkaufstechnisch eine andere Welt.

Unser erster Stop war ein kleiner CoOp-Laden mitten im Dorf, nicht viel mehr als ein Tante-Emma-Lädchen.

Beeindruckend daran war vor allem, dass der Laden etwa zur Hälfte mit Weinregalen gefüllt war – 90 Prozent französisches, darunter ca. 50 Prozent Elsässer Wein. Hier gehen wohl auch hauptsächlich Grenzgänger Wein bunkern.

Neben einer Flasche Elsässer Riesling, die wir durch unsere Freundin Mela kennengelernt haben, wanderte in unseren Einkaufskorb vor allem Gewürztraminer, Muscat und ein Cremant aus Riesling. Für das Frühstück am Tag drauf noch zwei Scheiben einer Pastete.

Der zweite Stop führte uns zu einem großen Supermarkt der Kette Champion. Da merkt man dann sofort, dass man in Frankreich ist – die Auswahl an hochwertigen Lebensmitteln ist riesig und komplett anders als in Deutschland, es ist wirklich als hätte man mit dem Grenzübertritt eine andere Welt betreten. Frische Quiches, Käse, Pasteten, Rillettes, Enten- und Gänseprodukte, Fischsuppe im Glas, Frischfleisch in Zuschnitten und Qualitäten die es bei uns nicht gibt, Speiseeis (selbst von Langnese) in unbekannten Sorten…

Ein Blick in die Molkereiprodukte ist ebenso aufschlußreich – Franzosen haben offenbar ein ganz anderes Verhältnis zu Creme fraiche oder Butter, zu Joghurts, Desserts und den von mir so geschätzten Fromage-blanc-Leckereien, von denen man bei uns meist nur Nicolait/Nicovanille findet.

Zwar geht man weitaus entspannter mit Aromen und Farbstoffen um als bei uns, aber dafür ist die Bandbreite an Produkten auch sehr viel größer. Oft habe ich mich gefragt, warum die Produkte nicht auch bei uns zu bekommen sind – unsere Supermarkt-Monokultur könnte ein paar neue Impulse brauchen. Und so manches Produkt ist ehrlich gelabelt:

Vor dem Butterregal hielt ich dank Hinweisen einer Freundin inne, um mich von der riesigen Auswahl an beurre douce, sel, demi-sel, mit fleur de sel usw. von diversen Herstellern aus diversen Regionen verwirren zu lassen und mich schließlich auf Verdacht auf eine Sorte douce und demi-sel festzulegen.

Beim Kaffee haben wir ebenfalls gestaunt – da gab es reinen Robusta, der zwar gut roch, aber beim Befühlen der Bohnen eher an bröselige Ascheklümpchen erinnerte – für 5 Euro das Kilo kann man wohl auch nichts erwarten, das nicht in einem bol mit heißer Milch auf Trinkfähigkeit gebracht werden will. Wir haben eine 70%-Arabica, 30%-Robusta-Mischung in unseren Einkaufswagen gelegt und uns dann dem Süßwarenregal und einem Hamsterkauf an Bioschokolade gewidmet.

Auch bei den Fertiggerichten gibt es eine Auswahl die mit Deutschland nicht zu vergleichen ist – ähnlich wie die Vielzahl von ‚fabadas‘ in Spanien gibt es cassoulet in unzähligen Varianten, ausserdem sehr viele Couscousgerichte, die den nordafrikanischen Touch selbst hier im Elsaß entdecken lassen. Daneben tummeln sich von Bocuse oder auch Maggi Fertignahrungsmittel, die bei uns noch nie gesichtet wurden.

Wir haben uns quer durch die Gänge eingedeckt – von Schokoladen-Pudding über Brotmehl bis hin zu Fischdosen und Gelierzucker aus Rohrzucker. Ich werde in den nächsten Wochen dann von unseren Verkostungen hier berichten. Es gehen selbst einem Foodie wie mir in einem französischen Supermarkt die Augen über.

Ich weiss schon was beim nächsten Besuch in Karlsruhe fest auf dem Plan steht… Shoppen in Frankreich.

Am Ausgang beim Boulanger entdeckte ich dann noch sehr hübsche Kekse, die ich aber nicht gekauft sondern nur fotografiert habe:

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

11 Antworten

  1. nasebaer sagt:

    Ja, der Einkauf – ich war dabei – war wirklich sehr, ich sag mal, aufschlussreich. Ganz toll war die Auswahl bei dem Kaffee, der Schokolade und den Frisch-Produkten wie Joghurt und Pudding bzw. Eiercremes. Man sieht meine Präferenzen. Und sogar ich hab von der Pastete probiert und fand sie gut, wo mir doch Pasteten eigentlich nicht liegen. Fast schon ein Grund, näher an die Französische Grenze zu ziehen.

  2. Mela sagt:

    Freut mich das euch der Einkauf über der Grenze so viel Spaß gemacht hat. Trotz dem blöden Stau auf der Rückfahrt 😉

    Leider hatte der Laden dort nicht die Auswahl an Fertigfutter, die ich vor kurzem in einem Supermarkt in Wissembourg vorgefunden habe.

    Ich denke da sollte ich nochmal shoppen gehen und ein paar Sachen zum verkosten und verbloggen vorbeischicken 🙂

    Auch ich warte auf genießbares, qualitativ hochwertiges Fertigfutter in deutschen Regalen. Den entsprechend höheren Preis zahle ich dann auch gerne.

  3. Claudia sagt:

    Dass der Kaffee in Frankreich billiger ist, liegt zum großen Teil daran, dass in Deutschland pro Kilo 2,19 Euro Kaffeesteuer fällig werden. Das ist einmalig in Europa.

    Ich will auch mal wieder in Frankreich einkaufen!

  4. Foodfreak sagt:

    Der Punkt mit der (Röst-) Kaffeesteuer ist mir schon klar. Dennoch kann man auch steuerbereinigt eben nicht erwarten für 5 Euro/kg im Espressobereich was ordentliches zu bekommen…

  5. Claudia sagt:

    Nach Deiner Beschreibung der Robusta-Bohnen hätte ich das auch nicht erwartet 😉 Stimmt schon, für 5,- Euro ist nix Gescheites zu erwarten.

  6. andy sagt:

    Das beste fleur de sel welches ich für meine grichte benütze ist aus Mauritius. Im Gegensatz zu den französischen Salzen ist das fleur de sel aus Mauritius schneeweis und stammt nicht aus dem verunreinten Mittelmeer.

  7. Foodfreak sagt:

    Was ich an diesem recht länglichen Eigenwerbungskommentar, den ich dennoch gerade bewilligt habe, etwas vermisse ist der Bezug zum Artikel und vor allem zu meinem Blog.

    Also.

    1. Ich kaufe keinen Senseo- oder Pad-Kaffee.

    2. geht es in diesem Artikel um ein Ereignis das bei mir 1-2 Mal im Jahr passiert, nämlich ich auf Urlaub im Ausland neugierig kulinarisch shoppen gehe. Macht mich die Tatsache, dsas ich auf andere Produkte neugierig bin, damit automatisch zum Schädling am deutschen Wirtschaftswesen?

    3. ist dass hier ein Food-und Genußblog, das – wenn man nicht nur per Google-Stichwortsuche drauf kommt, sondern es auch mal liest – sich stets für qualitativ hochwertige, vorzugsweise lokale Produkte, fair gehandelte und Biowaren und ganz bestimmt faire Bezahlung der Produzenten und Händler einsetzt.

    4. habe ich ausdrücklich darauf hingewiesen dass Kaffee in D anderen Steuern unterliegt, womit ich zum entscheidenden Punkt komme:

    Ich kaufe den meisten Kaffee den ich trinke bei kleinen Röstern in Hamburg, wo ich lebe – um nur ein paar zu nennen: Elbgold, Jens Burg, oder auch den Öko-Fairtrade-Espresso von El Rojito, ebenfalls ein Hamburger Unternehmen. Oder bei Kaffee Braun in Mainaschaff, die auch GEPA-Kaffees anbieten. Diese Läden haben übrigens eine ’solidarische Unterstützung‘ nötiger als Weltmarktmultis wie Kraftfoods und Nestle, die auf dem Rücken der Produzenten Milliardengewinne scheffeln. Wenn Ihr darauf stolz seid wird es Zeit Eure eigenen Werte zu überdenken.

    Es ist schön dass Ihr Arbeits- und Ausbildungsplätze in D bietet, aber was bitte hat diese Eure Eigenwerbung in meinem Foodblog verloren? Ist das jetzt virales Marketing?

    Mit dieser Aktion werdet Ihr mich jetzt erst recht nicht alsKundin gewinnen.

  8. Als Anbieter von Senseo Kaffeepads mit Sitz in Deutschland führen wir gesetzesmäßig mit viel Arbeitsaufwand jeden Monat unsere Kaffeesteuer ab. Die Steuer sowie auch der hohe Anteil an Verwaltungskosten eines professionell aufgestellten Unternehmens (wir sind kein Ebay Wohnzimmerverkäufer) zwingen uns zu einem wesentlich höheren Verkaufspreis bei Kaffeeprodukten als bei unseren Mitbewerbern aus den Niederlanden. Diese verkaufen meist auch noch als Familienunternehmen aus dem Wohnzimmer, betreiben den Handel meist als Nebengeschäft und führen oft weder Sozialabgaben noch Steuer ab.

    Sicherlich verlieren wir einen Großteil unserer möglichen Kunden an den Graumarkt, aber dennoch weisen wir schon seit Monaten auf die Gefahren hin. Aber in einer Zeit, in der selbst Behörden und Großunternehmen Ihren Kaffee unversteuert aus den Niederlanden beschaffen (die Informationen erhalten wir immer mal wieder von Bekannten und Kunden) ist eine solche Aktion sinnvoll und vor allem wirksam zur Schaffung des notwendigen Bewusstseins sowie der Vermeidung von Verweichlichungen von Gesetzen.

    Bisher haben wir ( http://www.kaffee.net ) uns diesem harten Wettbewerb immer gestellt. Dies erreichten wir nur durch eine innovative Sortimentsgestaltung. Oft haben wir bei Kaffeepads innovative Produkte noch vor den holländischen Mitbewerbern verkaufen können. Auch eine solidarische Unterstützung der deutschen Vertriebe (Kraftfoods, Dallmayr, Melitta, Nescafe) ermöglichte ein Wachstum. Für die Zukunft hoffen wir jedoch eine Lösung der Kaffeesteuerproblematik auf EU Ebene zur Gestaltung eines Fairen Wettbewerbes.

    Wir, incl. unsere Logistik und Vertriebspartner beschäftigen immerhin mehr als 10 Mitarbeiter und haben im Bereich Verwaltung und Logistik in den letzten zwei Jahren alleine 6 Ausbildungsplätze geschaffen. Bitte bedenkt, dass Ihr beim Kauf eures Kaffee´s bei einem deutschen Anbieter auch Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze in Deutschland sichert.

  9. Es sollte als Kommentar zum Thema #3 (Claudia) Kaffeesteuer werden (vielleicht ein wenig ausgeschweift)
    Natürlich gepaart mit ein wenig Werbung. Und ich stimme dir auch zu das es viele Produkte im Ausland gibt, die in Deutschland nicht angeboten werden. Benco Kakao aus Frankreich, oder z.b. MILKA Schokocreme aus Österreich die unser befreundeter Shop kakao.de anbietet.
    Auch ich kaufe gerne im Ausland ein. Und auch ich finde diese Steuerproblematik schlimm. Kaffeesteuer betrifft die gleiche Problematik wie deine beschriebene Probelamtik mit den Farb- und Aromastoffen weshalb es viele Produkte in D nicht gibt.

  1. 8. Juni 2010

    […] Wie schon letztes Jahr haben wir auch dieses Mal unseren Aufenthalt bei Mela und eckes in Karlsruhe mit einem Ausflug über die Grenze und ausgiebigem Food-Shopping verbunden. […]

  2. 7. April 2013

    […] (Shoppen in Frankreich haben wir u.a. einige Weine eingekauft, […]

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