Expedition in den Odenwald

Da der Odenwald und damit die Familie meines Herzallerliebsten auf der Heimreise von KA nach HH im Prinzip auf dem Weg liegt, lag es nahe, den Besuch dort mit ein zu planen.

Äbbelwoi im Gasthof Meixner (s.u.)

Es kam (kulinarisch) wie es kommen musste – Hausmannskost Typ Supermarkt-Kasseler aus dem Ofen, dazu Herzogin-Kartoffeloide vom Eismann und das Ganze gekrönt von einer Sauce aus einem Glas Zigeunersauce mit 1 Glas Chinagemüse vermischt… der Feldsalat aus dem eigenen Garten wäre lecker gewesen, hätten nicht mehrere Esslöffel Zucker das Dressing „verbessert“.

Angesichts der Linsensuppe am Tag drauf wünschte ich mir eine Dose Discounter-Linsensuppe und nasebaer meinte nur mitfühlend, dass ich es in diesem Leben wohl nicht mehr schaffe, seiner Mutter beizubringen so gut zu kochen wie ich. Das ging zwar runter wie Öl, aber dennoch… mir kann es ja egal sein, solange es ihnen schmeckt wie sie kochen ist es das Wichtigste. Aber wenn wir das nächste Mal da sind bestehe ich darauf dass wir kochen – „zur Entlastung“. 🙂

Zu den besseren Punkten gehörte ein schöner Abend im Weinkeller in Michelstadt mit Freunden.

Der Weinkeller liegt direkt hinter dem Rathaus in einem Kellergewölbe, schräg gegenüber vom Brauhaus, und ist eher die normale deutsche Eckkneipe mit dem entsprechenden Publikum. Es fällt auf dass ein Großteil der Anwesenden Bier trank, was auch an der demographischen Struktur lag – primär Junggesellenrunden von gerade erwachsen bis scheintot.

Der Weinkeller hat eine kleine, überschaubare Karte, von der nasebaer sich für einen Morio Muskat und ich mich für einen Weißburgunder Spätlese trocken entschieden. Die Weine kamen in sehr schönen Gläsern – offensichtlich Gastropressglas, aber sehr elegant – und waren großzügig eingeschenkt. Der Muskat roch besser als er schmeckte, der Weißburgunder war ordentlich, wenn auch nicht aussergewöhnlich. Und mehr gibt es dazu eigentlich auch nicht zu berichten.

Ganz anders dagegen das Abendessen am Samstag.

Da verschlug es uns nämlich (geplant) in einen kleinen Gasthof mitten in der Pampa, genauer ins Gasthaus Meixner in Watterbach, Gemeinde Kirchzell. Klingt wie AdW, ist es auch. Das Gasthaus gibt es schon seit 1707.

Hier kann man schlicht, deftig und günstig essen, und zwar das was des Odenwälders Seele zum Singen bringt – Hausmacher Wurst, hausgebackenes Roggenbrot, selbstgemachten Kochkäse:


und dazu ein Bierchen, einen Äbbelwoi oder einen Gespritzten trinken (Bild ganz oben).

Überhaupt keine nouvelle cuisine, sondern solide deutsche Hausmannskost – bei den Einheimischen sozusagen die Küchenstubb‘ nebenan. Wer mal dort vorbeikommt, sollte einkehren und eine Schale Kochkäse probieren. Die Produkte kann man auch gern mitnehmen.

Ich mache meinen Kochkäse ja selbst.. und mittlerweile weiß ich dass bei Meixner mehr Natron dran ist als bei mir. Bleibt nur noch die Frage des richtigen Handkäs‘ zu klären 😉

  • Gasthaus Meixner — in Kirchzell/Watterbach
    täglich ab 12 Uhr, Di Ruhetag
    Tel: 09373-8641, Fax: 09373-902369
    Biergarten, Apfelwein – eigener Anbau, selbstgemachter Kochkäse, Hausschlachtung
  • Der Weinkeller
    Braunstr. 2
    64720 Michelstadt
    Tel: 06061-4447
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Appetit bekommen? - Hungry for more?

4 Antworten

  1. nasebaer sagt:

    Ja, der Kochkäse ist echt gut. Und das sag ich, der normalerweise keinen Käse isst.

  2. Charly sagt:

    ich konnte die Seite mit dem Kochkäserezept leider nicht öffnen.
    Kann ich trotzdem das Rezept erhalten?
    Meine e-mail-adresse:
    Charly_Chicken@hotmail.com

    Herzlichen Dank!

  3. B.M. sagt:

    Hallo ihr Lieben,

    das Rezept mag auch sehr lecker sein,
    Im Original aber etwas anders… 🙂

    Aber schön dass es euch bei uns so gut gefallen hat!

    LG aus Watterbach
    die Tochter des Hauses

  4. Online Bier sagt:

    Lecker und dazu a leckeres Augustiner! *mhhh*

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