Exklusiv-Interview mit dem Krümelmonster

Dieser Artikel wurde zuletzt am 22. Juni 2014 aktualisiert

The FoodFreak hatte heute morgen exklusiv Gelegenheit, mit dem Krümelmonster zu sprechen und Krümel zu den neuesten Entwicklungen in der Sesamstrasse zu befragen.

TFF: „Herr Krümel, wie stehen Sie zu den neuen Anforderungen an Sie als Krümelmonster, künftig weniger Kekse zu essen und Kindern eine gesunde Ernährung vorzuleben?“

Krümel: (verdreht die Augen)
„Keeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeksssseeeeeeeeeee!“ (Nimmt sich einen Keks vom Teller). „Es war ja klar dass Sie damit anfangen… Also. Ich bin ein Krümelmonster. Ich esse Kekse. Das ist meine Natur. Kekse sind FUN, und die Sesamstrasse soll Spaß machen. Ich halte wenig davon, da jetzt political correctness raushängen zu lassen. Aber was will man machen.“ (seufzt)

TFF: „Sind Sie denn nicht der Meinung, dass Kinder gesunde Ernährung lernen müssen?“

Krümel: „An Kinder wird heute so viel herangetragen… wenn man sich überlegt, mit wieviel Fernsehwerbung – sagen wir für… JunkFood Kinder täglich bombardiert werden. Das ist schlimm. Unternimmt jemand _dagegen_ etwas? Nein, wir von der Sesamstrasse sollen es ausbaden. Wer bringt Eltern bei, ihren Kindern anständiges Essen zu geben? Vielleicht sollte man lieber mal über ein Elternprogramm für vernünftige Ernährung nachdenken, oder sollen wir jetzt die Eltern noch miterziehen?“

TFF: „Wie meinen Sie das, Herr Krümel?“

Krümel: „Nehmen wir doch das Beispiel Kekse.“ (Nimmt sich einen, dreht ihn nachdenklich in den Händen und isst ihn dann unter wildem Krümeln in einem Haps) „Früher, da haben Eltern, meist Mütter, oder Omis, Kekse selbst gebacken. Da kamen gute Zutaten rein, das war eine Sache, wo die Kinder miteinbezogen wurden, mithelfen und backen durften. Heute, da kauft man fertig verpacktes Zeug mit minderwertigen Backfetten und tonnenweise Aroma. *Das* ist der wahre Skandal.“

TFF: „Treten Sie für bessere Kekse ein?“

Krümel: „Natürlich! Und ich trete auch für besseres Essen ein. Was zum Beispiel der Jamie Oliver da in England versucht, das ist vorbildlich.“

(Grobi witscht vorbei, schnappt sich einen Keks vom Teller und brüllt „Naaaaaahhhh!“ Krümel sieht ihm verwirrt nach.)

TFF:
„Jamie Oliver?“

Krümel: „Ja, diese Feed Me Better Geschichte… Und da haben wir’s doch schon wieder: Den kleinen Kindern und dem Krümelmonster verbietet man die Kekse – aber dass in Schulen in England oder USA fast nur noch minderwertiges Essen und Zuckerzeug und Softdrinks verkauft wird, daran ändert niemand was, da sind ja Profite gefährdet.“ (beisst zorning in seinen Keks)

(Eine orangefarbene Hand schleicht sich auf den Tisch und schnappt sich einen Keks. Aus dem OFF Berts Stimme: „ERNIE!“ Mit einem leisen „chrrrchrrrchrrrr“ entfernt sich die Hand mit dem Keks. Krümel schaut dem Keks nach, nimmt sich selbst auch noch einen.)

Krümel: „Oder Softdrinks. Softdrinks machen die Zähne kaputt, greifen den Knochen an, fördern schon bei Kindern Osteoporose. Die Sesamstrasse ist da übrigens auch schon lange Vorbild. Bei uns gibt es ein gesundes Glas Milch zu den Keksen.“ (Deutet auf Ernie, der im Hintergrund ein Glas Milch und seinen erbeuteten Keks auf einem Teller vorbeiträgt.) „Und, wer bringt Kindern bei, Softdrinks zu konsumieren – oder ihren Geburtstag bei Ronald McDonald mit JunkFood zu feiern? Sind das wir von der Sesamstrasse, hm?“ (Dreht seinen Keks in den Händen).

Krümel:
„Wir bringen den Kindern das wirklich Wichtige im Leben bei – Zahlen – Buchstaben – Dinge unterscheiden und vergleichen…“

(Ganz weit hinten sieht man Grobi mit einer blonden Perücke wegrennen, er schreit, gerade noch zu verstehen: „Feeeerrrnnn!“)

Krümel: „Sehen Sie was ich meine? Es ist ja nun nicht so dass wir von der Sesamstrasse uns vor unserer gesellschaftspolitischen Verantwortung drücken wollten.“ (Nimmt sich einen Schokoladenkeks)
„Wir vermitteln Werte. Wir haben keine Skandale, es gibt keinen Alkohol und keine Drogen bei uns. Wir leben den Kindern vor, wie man befreundet ist und miteinander alles teilt – bei Ernie und Bert klappt das schon viel länger als in den meisten Ehen, die Kinder so miterleben müssen. In der Sesamstrasse spielt es auch keine Rolle, ob man gelb, grün oder blau ist, ein Pferd oder ein Bär oder eine Schnecke… Und wir stehen für Null Toleranz gegenüber Waffen. Wieviele Kinder in unserer Welt, glauben Sie, sterben an Waffen – und wieviele an Keksen?“
(Legt seufzend den Keks wieder zur Seite)

TFF: „Herr Krümel, Sie scheinen sehr engagiert zu sein.“ (Krümel nickt und dreht nun einen Apfel in seinen blauen Puschelhänden). „Wer sind denn Ihre Vorbilder, Herr Krümel?“

Krümel: „Jamie Oliver finde ich toll. Ganz besonders, dass er so tolle Sachen selbst kocht und jungen Leuten Kochen und gutes Essen beibringt – und ihnen was zutraut. Und dass er jetzt auch für gutes Schulessen einsteht. Aber mein ganz großes Vorbild ist schon immer Jimmy Carter.“ (Legt den Apfel weg und greift nach einem Erdnusskeks).

TFF: „Jimmy Carter, der 39. Präsident der USA?“

Krümel: (nickt) „Carter setzt sich mit seiner Publicity und Stimme und aktiver Arbeit für die Ärmsten der Armen ein, er nutzt seinen Einfluß für Frieden und Gerechtigkeit. Außerdem hat der Mann Erdnüsse angebaut – ich liiieebe Erdnußcookies!“

TFF: „Um nochmal auf den Anfang unseres Gesprächs zurückzukommen….“

Krümel: (seufzt) „Die ganze Sache mit der Ernährung ist natürlich wichtig. Der Ernst des Lebens schlägt aber noch früh genug auf die Kiddies ein. Ich finde diese Keks-Diät blöd.“ (betrachtet missmutig seinen angebissen Keks) „Aber ich gebe mein Bestes. Wenn es doch die anderen da draussen ausserhalb der Sesamstraße nur auch täten.“

TFF: „Herr Krümel, was möchten Sie unseren Lesern gern noch mitgeben?“

Krümel: (strahlt): „Keeeeeekseeeee! Viele Keeeekseeee!“

TFF: „Herr Krümel, wir danken für das Gespräch.“

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1 Antwort

  1. Balu sagt:

    Danke Petra, dass Du Dir die Zeit genommen hast, Krümel zu interviewen. Insbesondere, weil Dein vorweihnachtlicher Keksvorrat jetzt bestimmt nicht mehr vorhanden ist.

    Krümel hat ja sowas von Recht.

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